21.1.2026 - KNA aktuell
Bedauern aus kirchlichen Verbänden und Gruppen nach Bätzing-Rückzug
Lob für seinen Kurs: Der gröÿte katholische Frauenverband Deutschlands und Wir sind Kirche bedauern den Rückzug
von Bischof Bätzing als DBK-Vorsitzender. Sorge macht der Fortgang der angestoÿenen Reformen.
Düsseldorf (KNA) Katholische Verbände und Gruppen haben
mit Bedauern auf die Entscheidung des Limburger Bischofs
Georg Bätzing reagiert, nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender
der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung zu
stehen. Wir danken ihm für seinen engagierten Einsatz, vor
allem im Synodalen Weg, erklärte Ulrike Göken-Huismann,
stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft
Deutschlands (kfd) am Dienstag.
In einer krisengeprägten Zeit habe Bätzing den Reformprozess
der Kirche in Deutschland maÿgeblich geprägt und
mit groÿer persönlicher Verantwortung begleitet - oft gegen
erheblichen Gegenwind, teils aus den eigenen Reihen wie
auch aus Rom, betonte Göken-Huismann. Sein eindeutiges
Bekenntnis zur Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche,
zur Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern sowie
zur konsequenten Aufarbeitung sexualisierter Gewalt haben
wir stets begrüÿt.
Besonders erwähnenswert sei auch sein Engagement für
den sakramentalen Diakonat der Frau, ergänzte die kfd-Vize.
Vom neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz erwarte der
nach eigenen Angaben gröÿte katholische Frauenverband,
dass der Synodale Prozess konsequent weitergeführt werde.
Die Reformbewegung Wir sind Kirche hingegen wertete Bätzings Rückzug als Rückschlag für Reformen in der katholischen
Kirche in Deutschland. Es bestehe die Befürchtung, dass dies den Weg der Kirche in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit
noch beschleunigen wird, teilte das Leitungsteam mit.
Dennoch habe der Synodale Weg unter Bätzing trotz aller inneren und äuÿeren Schwierigkeiten wesentliche grundlegende wie handlungsorientierte Reformschritte erarbeitet, die auch weltweit Beachtung nden, auch auf der Ebene des 2021 von Papst Franziskus begonnenen weltweiten Synodalen Prozesses, betonte Wir sind Kirche. Man danke Bätzing besonders für seinen Einsatz für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und für Reformenforderungen wie etwa den Frauendiakonat.
Der 64-jährige Bätzing, Bischof von Limburg, hatte am
Montag mitgeteilt, bei der Vollversammlung der Deutschen
Bischofskonferenz vom 23. bis 26. Februar in Würzburg nicht
erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Nun wird in Würzburg
ein Nachfolger für die kommenden sechs Jahre gewählt. Würdigungen
für Bätzings Wirken kamen unter anderem von der
Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
(ZdK), Irme Stetter-Karp, der Ratsvorsitzenden der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sowie
von Politikern verschiedener Parteien.
Zuletzt geändert am 21.01.2026

