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Aufhebung Pflichtzölibat
Themen und Projekte zum 3. Punkt des KirchenVolksBegehrens


Karikatur von Gerhard Mester

Aktuelle Initiativen

Offener Brief von elf Priestern des Weihejahrgangs 1967 aus dem Erzbistums Köln: "Weil uns die Kirche nicht gleichgültig ist"
> katholisch.de 10.1.2017
> Domradio 10.1.2017
> Jubiläumsbrief der elf Priester (PDF 2 Seiten)

Petition zur Abschaffung des Pflichtzölibats für katholische Priester
> zur Petition von Klaus Huber aus Achern (28.9.-25.10.2016)
> Baden Online 25.9.2016
> Baden Online 6.11.2016

Wolfgang Beinert: Priestermangel und Pfarreienstruktur
> Stimmen der Zeit 10/2016

Die Zölibats-Debatte
> Münchner Kirchenzeitung 25.9.2016

Norbert Scholl: Zum Davonlaufen 90 Prozent der deutschen Katholiken bleiben dem Gottesdienst fern
> IMPRIMATUR 3/2016, 178-185

"Kein Mensch kann ohne Zärtlichkeit leben"
Interview mit Rainer Maria Schießler
> Christ&Welt 25.8.2016

Theologe Wunibald Müller erneuert seine Bitte für die Lockerung des Zölibats in einem offenen Brief an den Papst
> Main-Post 13.4.2015
(enttäuschende, aber differenzierte Antwort auf den Brief von Dr. Wunibald Müller an Papst Franziskus)
> infranken.de 9.12.2015

1000 US-Priester rufen Bischöfe zu Änderungen beim Zölibat auf
> KNA 4.2.2015

Offener Brief gegen den Zölibat
24 Priester-Geliebte schreiben an den Papst
> Rheinische Post 19.5.2014
> Spiegel 19.5.2013

Wunibald Müller: Brief an den Papst für Aufhebung des Zölibats
> Süddeutsche Zeitung 28.12.2013
> katholisch.de 28.12.2013
> Main-Post 30.12.2013


Jorge Mario Bergoglio, Papst Franziskus:
"Wenn die Kirche irgendwann einmal den Zölibat überprüfen wird… Zunächst möchte ich hervorheben, dass ich nicht gern den Wahrsager spiele. Aber gesetzt den Fall, die Kirche entschließt sich, diese Norm zu revidieren, dann, glaube ich, wird sie es nicht wegen des Priestermangels tun. Und ich glaube auch nicht, dass eine Regelung für alle, die den Priesterberuf anstreben, gelten würde. Wenn sie es – hypothetisch gesprochen – irgendwann einmal tun würde, dann wohl aus kulturellen Gründen, wie es in den Ostkirchen der Fall ist, wo verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden. Im Orient war dies in einer bestimmten Kultur üblich, und es ist dort bis heute so. Ich betone: Wenn die Kirche eines Tages diese Norm revidieren sollte, dann würde sie es wegen eines kulturellen Problems an einem bestimmten Ort in Angriff nehmen, aber nicht für alle gültig und nicht als persönliche Option. Das ist meine Überzeugung."
aus: Offener Geist und gläubiges Herz" (Herder, 299 Seiten, 19,99 Euro)

Der immer dramatischere Priestermangel wie auch die Suche nach den tieferen Ursachen der sexualisierte Gewalt durch Priester und Ordensleute haben die alte Diskussion über den Pflichtzölibat neu belebt.

Seit Anfang 2011 hat die Diskussion eine ganz neue Dynamik erhalten durch die Aussagen verschiedener Bischöfe (> www.liborius.de ), den Brief der acht CDU-PolitikerInnen zur Zölibatsfrage (> Link), die Wiederveröffentlichung des auch von Joseph Ratzinger mitunterzeichneten "Memorandum zur Zölibatsdiskussion" vom 9. Februar 1970 (PDF) und das von 144 TheologieprofessorInnen gestartete Memorandum "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" (> www.memorandum-freiheit.de)

Die Seelsorge in Deutschland, wie in der gesamten katholischen Kirche, steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Immer weniger junge Männer wollen sich für den zölibatären Priesterberuf entscheiden. Auch die Orden sprechen von dramatischem Nachwuchsmangel.

Die römisch-katholische Kirche wird sich diesem weltweiten Problem allein schon von der Zahl her stellen müssen: In dem mehr als 26-jährigen Pontifikat von Papst Johannes Paul II. nahm die Zahl der Katholiken und Katholikinnen weltweit um 40 Prozent zu, dagegen ging die Zahl der Priester im gleichen Zeitraum um 4 Prozent zurück. Schon jetzt hat fast die Hälfte aller katholischen Gemeinden auf der ganzen Welt keinen eigenen Priester mehr. Laut Vatikanischem Jahrbuch 2005 kommen heute 2.700 Gläubige auf einen Priester, 1978 waren es durchschnittlich nur 1.800.

Doch geht es nicht nur um das zahlenmäßige Problem des Priestermangels sondern um die Frage, ob der Zölibat heute nicht den evangeliumsgemäßen Auftrag der Gemeindebildung entscheidend behindert. Durch die Zölibatsverpflichtung und den Ausschluss von Frauen vom Priesteramt wird das im Kirchenrecht verankerte Recht der Gemeinde auf die sonntägliche Eucharistiefeier (Can. 213) immer mehr in Frage gestellt.

Biblisch ist es nicht begründbar, dass Jesus nur unverheiratete Männer als Priester gewollt hätte. Außer Paulus waren vermutlich alle Apostel verheiratet. Auch der Verweis auf die Tradition ist nicht überzeugend, gibt es in der römisch-katholischen Kirche doch eine mehr als tausendjährige Tradition ohne den Pflichtzölibat. Dieser wurde erst auf Initiative von Papst Gregor VII. (1073-1085) propagiert und endgültig 1139 durch das II. Laterankonzil bestätigt, das gleichzeitig sämtliche Ehen von Geistlichen für ungültig erklärte.

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche kritisiert, dass die Diözesen in Deutschland dem dramatischen Priestermangel und der finanziellen Situation derzeit vorwiegend mit strukturellen Reformen nach dem Muster des Wirtschaftsmanagements (McKinsey etc.) zu begegnen versuchen. Anders als in den Nachbarländern Frankreich und in der Schweiz leiden die derzeitigen Reformansätze besonders an der Fixierung auf den geweihten Priester und lassen das allgemeine Priestertum aller Getauften außer Acht.

Die KirchenVolksBewegung setzt sich deshalb ein für ein neues Nachdenken über das Priesterbild insgesamt und über die Voraussetzungen zum Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche. Doch der Vatikan scheint wie zuletzt bei der Zölibatskonferenz Ende 2006 weiterhin zu versuchen, am – biblisch nicht begründbaren – Pflichtzölibat festzuhalten und nur Ausnahmeregelungen zuzulassen, wie es sie auch jetzt schon z.B. für konvertierte anglikanische oder evangelische Pfarrer gibt, die verheiratet sind.

Joseph Ratzinger 1970: „Die Kirche der Zukunft .... wird neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“
in „Glaube und Zukunft“, S. 124 (Neuausgabe 2007 S. 151/152)

> das Zitat im Zusammenhang

> Auseinandersetzung in der Bischofskonferenz zum Thema Zölibat

> "Codex Iuris Canonici" zum Zölibat

> Statistische Jahreserhebung 2006 der Deutschen Bischofskonferenz (PDF)

> Wir sind Kirche-Pfingstbrief 2008 "Zölibat"(PDF 213 KB)

> Kirche in Bewegung (Hammelburg)
"Gebete für die Erneuerung der Kirche" und Unterschriftenaktion zum Thema Zölibat


> "Zölibat" bei Wikipedia


Lesetipps:

Klaus P. Fischer: Vom Zeugnis zum Ärgernis? Anmerkungen und Thesen zum Pflichtzölibat
> Adlerstein Verlag 2011
> Schlusskapitel in Christ in der Gegenwart Nr.8/2011 und nachgedruckt in "Imprimatur" Juni 2011
> Rezension in Stimmen der Zeit

Heinz-J. Vogels: „Zölibat als Gnade und als Gesetz“
Hiersemann Verlag, Stuttgart 2013 ISBN 978-3-7772-1309-5
Rezensionen in > Frankfurter Allgemeine Zeitung > Bonner General-Anzeiger > "Stimmen der Zeit" 12/2013
> Webseite von Dr. Heinz-Jürgen Vogels

Mehr Ausnahmen bitte! Wunibald Müller im Interview mit Julius Müller-Meiningen
> Christ & Welt, 7. Februar 2016

Georg Denzler, Heinz-Jürgen Vogels, Hans-Urs Wili (Hg.): Internationale Bibliographie zum Priesterzölibat (1520 – 2014) Ein Findbuch für Recherche und Diskussion
> LIT-Verlag 2016

Krombacher Pfarrer beurlaubt - Kritik am Zölibat
> Main-Echo 26.1.2016

„Deutsch-Brasilianische Achse“ gegen den Zölibat
> katholisches.info 12.1.2016

Wenn für katholische Geistliche plötzlich nur noch die Liebe zählt
> Trierische Volksfreund 11.1.2016

"Ich bin froh, den Schnitt gemacht zu haben" Ein ehemaliger Trierer Priester erzählt, warum er sich gegen den Zölibat entschieden hat
> Trierischer Volksfreund 11.1.2016

"Wenn die Lust über einen kommt" Interview mit Dr. Wunibald Müller
> Süddeutsche Zeitung 4.1.2016

Roger Lenaers: "Wir brauchen keine Priester und keine Priesterinnen"
> Deutschlandfunk 24.12.2015

Deutsche Seelsorgestudie
www.seelsorgestudie.de
Erste Ergebnisse der Seelsorgestudie (30.04.2015)
> PDF (7 Seiten)

Georg Denzler: Mein 44. Jahr - Rund um das Zölibatsgesetz Persönliche Bilanz eines Kirchenhistorikers
> Lit Verlag 2014, ISBN 978-3-643-12432-6, 248 S., 24.90 EUR

Es gibt ein Leben nach der Kirche
> Süddeutsche Zeitung 12.7.2014

Judith Karger: Das priesterliche Zölibat – Ursprung und aktuelle Bedeutung
, März 2014 Facharbeit Grundkurs Religion, Kursstufe 11
> PDF 39 Seiten

Brief der acht CDU-PolitikerInnen zum Zölibat vom 14.1.2011
> Wortlaut des Briefes (PDF)
> Unterstuetzung dieses Briefes per Email

Rückt das Ende des Zölibats näher?
Die Diskussion um die priesterliche Enthaltsamkeit wird immer lauter: Dürfen verheiratete Männer bald Priester werden? Oder schafft die katholische Kirche den Zölibat ganz ab?
Diese Politiker und Bischöfe wollen ein Ende des Zölibats:
> Texte und Fotostrecke bei liborius.de (26.1.2011)

"Memorandum zur Zölibatsdiskussion" vom 9. Februar 1970
unterzeichnet von Ludwig Berg, Alfons Deissler, Richard Egenter, Walter Kasper, Karl Lehmann, Karl Rahner, Joseph Ratzinger, Rudolf Schnackenburg und Otto Semmelroth
aus: "Pipeline" Mitteilungsblatt des Aktionskreises Regensburg (AKR) 2/2010 S.42-53
> PDF 1,4 MB

Edgar Büttner
Suspendiert, laisiert, ignoriert?
In Würzburg suchen ehemalige Priester und die Diözesanleitung das Gespräch
> Lebendige Seelsorge 2/2010 "Priester"

Ernst Sillmann
Das Zölibatsgesetz - Anspruch und Wirklichkeit (Vortrag bei Wir sind Kirche im Bistum Eichstätt am 18. November 2007 in Ingolstadt)
hier

Wolfgang Beinert
Zölibat: Alles gesagt, aber alle Fragen offen
"Christ in der Gegenwart" 9/2008

Erich Guntli: Priester sein heute - Wie fühlt sich das an?
"Christ in der Gegenwart" 26/2008

Peter Knauer SJ
Die »Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen« und das Zölibatsgesetz
gedruckt in "Stimmen der Zeit" 213 (1995) Seite 823–832

Hanspeter Heinz
Zeugnis und Ägernis : zur fälligen Diskussion über den Pflichtzölibat, in: Herder-Korrespondenz 64 (2010) 335-339

Karl Hillenbrand
Priesterberuf und Zölibat, in: Klerusblatt 88 (2008) 76-78; Wolfgang Klausnitzer:
"Um der Gottesherrschaft willen"? : Gedanken zum Zölibat, in: Klerusblatt 90 (2010) 229-232

Georg Kraus
Plädoyer für die Freiwilligkeit des Zölibats der lateinisch-katholischen Priester, in: Stimmen derZeit 228 (2010) 579-588

H. Müller/Heinz-Jürgen Vogels
Zölibat: Gesetz oder Gabe? : ein Diskurs, in: Geist und Leben 79 (2006) 56-67 (zu: Vogels, Heinz J. / Zölibat - eine Gabe, kein Gesetz)

Bruno Primetshofer:
Zölibat und Sexualität : Überlegungen zu aktuellen Fragen innerhalb der Katholischen Kirche, in: Theologisch-praktische Quartalschrift 158 (2010) 303-305

Hanspeter Schmitt:
Überforderung Zölibat, in: Diakonia 41 (2010) 283-289; Erstveröffentlichung in: Diakonia 41 (2010) 283-289

August Sparrer:
Zölibat im Spannungsfeld von Volkskirche und missionarischer Kirche, in: Klerusblatt 90 (2010) 294-295

Jan Vries:
Der Zölibatsbegriff im Recht der Lateinischen Kirche, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 175 (2006) 129-140

> Buchtipps: Zölibat







Die Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen setzt sich seit ihrer Gründung vor 20 Jahren für die gleiche Forderung ein. Sie vertritt die Betroffenen und kennt daher die seelischen und materiellen Probleme, die mit der Zwangsausgrenzung ehemaliger Priester verbunden sind.
> www.vkpf.de

Dr. Hans-Jörg Witter (1. Vorsitzender)
Tel: 0208-6352350
vorstand@vkpf.de

Wilhelm Gatzen (Kontakt zur/in der KirchenVolksBewegung)
An der Wasserdelle 195, 51427 Bergisch Gladbach
Tel: 02204-61282
wilhelm-gatzen@netcologne.de






Die Initiativgruppe vom Zölibat betroffener Frauen ist ein Forum für Frauen mit Problemen, die in der Beziehung und im Zusammenleben mit zölibatär gebundenen Partnern und Partnerinnen auftreten oder aufgetreten sind.
> www.zoelibat-frauen.de

Kontakt:
Tel: 05121/81369
E-Mail: zoelibat-frauen@gmx.de