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Veröffentlicht am 11­.09.2015

11.9.2015 - Focus

Kardinal Marx: Gesprächsprozess hat Arbeit beeinflusst

Es ist das letzte Treffen des 2010 gestarteten Gesprächsprozesses in der katholischen Kirche. Das Ziel: Vertrauen zurückgewinnen, Bischöfe und Gläubige wieder enger zusammenbringen. Kritiker vermissen greifbare Ergebnisse und Reformen.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den innerkirchlichen Gesprächsprozess der vergangenen fünf Jahre als Erfolg bewertet. „Dieser Prozess hat seinen Einfluss auf die Arbeit in der Kirche gehabt“, sagte der DBK-Vorsitzende Reinhard Marx am Freitag beim Abschlusstreffen in Würzburg.

Die Gesprächsreihe sollte die katholische Kirche und ihre Gläubigen wieder enger zusammenführen und das nach dem Missbrauchskandal beschädigte Vertrauen wieder herstellen.

Er habe die Diskussionen zwischen Oberhirten, Priestern und Laien stets in die Bischofskonferenz eingebracht, sagte Kardinal Marx. In viele Themenbereiche sei auf diese Weise Bewegung gekommen. Als Beispiele nannte der Münchner Erzbischof das Arbeitsrecht, die Beteiligung von Frauen sowie die Reizthemen Ehe, Familie und Sexualität. „Das ist auch von hier und von dem Dialogprozess inspiriert.“ Außerdem hätten die Repräsentanten des kirchlichen Alltags und die Bischöfe ein „neues Miteinander gefunden“.

Rund 300 Kirchenvertreter, darunter zahlreiche Bischöfe, wollen bis Samstag den Abschlussbericht besprechen und verabschieden. Es soll auch darum gehen, wie die Erkenntnisse praktisch umgesetzt werden können. „Dieses Abschlusstreffen soll nicht ein Endpunkt sein, sondern ein Doppelpunkt“, sagte Marx. Der Gesprächsprozess sei kein Beschlussorgan gewesen - „und das wussten auch alle“.

Nach Ansicht von Kritikern brachten die Gesprächsforen nur den Austausch von Meinungen, aber keine konkreten Reformen. Die Bischöfe verwiesen darauf, dass viele Vorschriften - wie etwa die Ehelosigkeit von Priestern oder die Nicht-Zulassung von Frauen zum Priesteramt - nicht in Deutschland geändert werden könnten, sondern nur weltkirchlich.

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ kritisierte, der auf allen Ebenen geplante Dialogprozess sei sehr bald zu einem unverbindlichen Gesprächsprozess herabgestuft worden, „der nur der Vergewisserung dient“. Nötig seien aber Entscheidungen zur Reform der Kirche.

http://www.focus.de/regional/wuerzburg/kirche-bischof-marx-gespraechsprozess-hat-kirche-beeinflusst_id_4940821.html

Zuletzt geändert am 11­.09.2015

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