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Veröffentlicht am 30­.09.2017

Auseinandersetzung um Amoris laetitia

Im September 2016 hatten sich vier Kardinäle mit Fragen zur konkreten Auslegung des päpstlichen Schreibens "Amoris Laetitia" an den Papst gewandt. Am 24. September 2017 haben 62 Laien, Theologen und Priester (darunter aber kein Kardinal und kein von Rom anerkannter Bischof) eine "Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien" an Papst Franziskus im Internet veröffentlicht.

Wir sind Kirche International hat darauf mit einer Stellungnahme reagiert.
> “Correction” of Pope Francis is Bad Theology, Seeks Return to a Time that Never Was Says Leading Church Reform Group

Die Kritiker an "Amoris laetitia" sollte man auf den deutschsprachigen Sprachgruppenbericht der 3. Woche der 2015er-Synode verweisen, der damals einstimmig und auch von Kardinal Müller mitgetragen worden ist.

Leider haben aber die weltweiten Bischofskonferenzen (und auch die Deutsche Bischofskonferenz) durch ihr langes Zögern nach der Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“ im April 2016 wesentlich dazu beigetragen, dass erst die „Dubia“ der vier Kardinäle und jetzt diese „Kindliche Zurechtweisung“ überhaupt entstehen konnten.

Karikatur © Gerhard Mester

 

Wie notwendig das Engagement der Reformgruppen weiterhin ist, zeigen das bei der Trauerfeier für Kardinal Meisner von Erzbischof Gänswein verlesene Grußwort („Kirche als beinahe kenterndes Boot“) des ehemaligen Papstes in Köln und eine ultrakonservative Tagung vom 14. bis 17. September 2017 in Rom mit den vier Kardinälen Müller, Sarah, Caffara und Burke sowie mit starker deutscher Beteiligung (neben Müller auch Erzbischof Gänswein und Autor Martin Mosebach).

Zuletzt geändert am 30­.09.2017