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21.09.2015 ­- 22:50

Geflüchtete / Gäste / Ankommende in unserem Land

Wir sind Kirche unterstützt die Allianz für Weltoffenheit

Wir sind Kirche-Pfingstbrief 2016: Europa in seinen Werten und an der Basis erneuern!
> Pfingstbrief downloaden und auch zum Verteilen bestellen

Wir sind Kirche unterstützt die Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt.
> www.allianz-fuer-weltoffenheit.de

Flüchtlingsarbeit kann nur gemeinsam gelingen
> Wir sind Kirche-Pressemitteilung 18.2.2016

Initiative: Katholische Kirche muss mehr für Flüchtlinge leisten
> DPA 15.2.2016

Für die vielen Menschen, die nach Europa flüchten, ist das sogenannte „christliche Abendland“ ein Ort der Hoffnung und Sicherheit. Es ist eine große Herausforderung, das ureigenste christliche Gebot der Nächsten- und Fremdenliebe bei der Aufnahme der Geflüchteten zu erfüllen. Ein zunehmend erfreuliches Zeichen ist, dass sich viele kirchliche Einrichtungen bemühen, Flüchtlinge in ihren Häusern oder ehemaligen Klöstern unterzubringen.


So spricht der Herr: "Ich war fremd, ... und ihr habt mich aufgenommen!"
Karikatur (c) Gerhard Mester


Die Kirchen haben auch die wichtige Aufgabe zu, den wachsenden Widerständen gegen Flüchtlinge in Wort und Tat zu begegnen, so wie es Papst Franziskus unmissverständlich tut. Die Aufgaben sind immens: hier die Asylsuchenden aufnehmen und in den Herkunftsländern die Fluchtursachen bekämpfen. Aber, so Papst Franziskus im Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ (202): „Solange die Probleme der Armen nicht von der Wurzel her gelöst werden, … werden sich die Probleme der Welt nicht lösen und kann letztlich überhaupt kein Problem gelöst werden. Die Ungleichverteilung der Einkünfte ist die Wurzel der sozialen Übel.“

"Ich glaube, dass mit der aktuellen Flüchtlingskrise eine Zeitenwende angesagt ist. Wir haben es mit einer globalen Wanderbewegung zu tun. Erst wenn wir diese Entwicklung akzeptieren, werden wir fähig zu handeln. Ich denke, es wird ungemütlicher werden in Deutschland, es wird nicht mehr so werden wie vorher. Der Umgang mit fremden Kulturen wird nicht nur bereichern, sondern auch schmerzen. Es werden schmerzhafte Prozesse auf uns zukommen, und es wird Konflikte geben. Unser Engagement als Franziskanerinnen erwächst aus der Überzeugung, dass nur mit respektvoller Begegnung und gegenseitiger Achtung und Unterstützung - dazu gehört auch das Achten von verbindlichen Regeln auf beiden Seiten - die Zukunft gestaltet werden kann. Ich wiederhole mein Grundsatz, meine goldene Regel: Behandle andere Menschen so, wie Du von ihnen behandelt werden willst."
Sr. M. Benigna Sirl, Generaloberin der Franziskanerinnen von Schönbrunn
> Süddeutsche Zeitung 15.1.2016

Texte und Impulse

Johannes Müller SJ: Fluchtursachen bekämpfen
> "Stimmen der Zeit" Heft 4, April 2016, Seite 217-218

Alois Glück: Internationale Schicksalsgemeinschaft. Flucht und Migration als Herausforderung
> "Stimmen der Zeit" Heft 4, April 2016, Seite 219-229

Spitzentreffen zwischen den Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) „Jeder Asylsuchende hat Anspruch auf ein individuelles, faires und unvoreingenommenes Verfahren“
> Pressemitteilung 11.3.2016

pax christi im Bistum TrierTrier: Erklärung zur Flüchtlingspolitik 25. Februar 2016
> www.paxchristi.de

Fastenhirtenbrief 2016 von Bischof Heinz Josef Algermissen, Präsident von pax christi - Deutsche Sektion e.V. Aschermittwoch 10.2.2016
> www.paxchristi.de

Pfarrer Dieter Nesselhauf: Predigt am 21.2.2016 aus aktuellem Anlass wegen des fremdenfeindlichen Vorfalls in Clausnitz/Sachsen
> PDF (6 Seiten)

DBK: Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge vom 18.2.2016
> PDF (8 Seiten)

Kardinal Montenegro, Erzbischof von Agrigent/Lampedusa und Präsident der Caritas Italien: Pressegespräch bei der Vollversammlung der DBK
> Video 17.02.2016

Stellungnahme des Rates der EKD zur Situation von Flüchtlingen
> www.ekd.de 22. Januar 2016

Das Thema Flucht verbindet die Welt
> Bayerischer Rundfunk 24.1.2016 (mit Audio)

ÖRK/UN-Konferenz fordert koordiniertes Handeln in der Flüchtlingskrise
> www.oikoumene.org 21./20.1.2016

Genfer Konferenz von Weltkirchenrat und UN-Organisationen
> 18.-19. Januar 2016

Kardinal Marx erläutert vor der CSU Standpunkt der Kirche in der Flüchtlingspolitik: "EU-Grenze darf keine Todesgrenze werden"
> Domradio 20.1.2016

Kardinal Marx stärkt Merkel in Flüchtlingspolitik den Rücken
> all-in.de 19.1.2016

Woelki: Frauenwürde wurde 'von marodierenden Männerhorden' missachtet
> kath.net 17.1.2016

Patient Europa. Bischof Hanke beunruhigt von Flüchtlingsdebatte
> Domradio 16.1.2016

Bischöfe äußern sich zur Flüchtlingsdebatte. Nicht die Schotten dicht machen
> Münchner-Kirchennachrichten 16.1.2016

Christian Weisner: Sublime Ursachen der Gewalt
> zum Text (13.1.2016)

Benedikt Kern: Abschiebung darf kein Mittel zur Strafe sein
> Kirchensite

sehenswert
Christoph Wölfel: Kirchenasyl und dann?
> Webseite Bayerischer Rundfunk
> Video 43 Minuten: stationen.Dokumentation 13.1.2016

Papst Franziskus: Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2016
17. Januar 2016 (in Deutschland: 30. September 2016)
> PDF > Botschaft 2015

Offener Brief (höherer) Ordensoberinnen und Ordensoberer an Ministerpräsident Horst Seehofer (11.11.2015)
> Link

Band KREUZ & quer: Seht, da ist der Mensch!
> YouTube

Christian Modehn: Philosophen und Theologen als Flüchtlinge
> Religionsphilosophischer Salon 18.8.2015

Christian Herwartz: Die Ankommenden
> Link

Ursachen, Lebenssituation und Umgang mit Flucht
http://gefluechtet.de/wp/

Richard Stiegler: Zwischen Angst und Mitgefühl Vom inneren Umgang mit der aktuellen Flüchtlingswelle
> PDF (4 Seiten)

Christian Weisner: Keine Arche Noah!
> Kirche In, Oktober 2015

„Bleiben Sie engagiert!“ Wort der deutschen Bischöfe zur Hilfe für die Flüchtlinge vom 24.09.2015
> PDF (2 Seiten)

Erklärung des Abschlussforums des überdiözesanen Gesprächsprozesses zur Flüchtlingskrise
> Pressemeldung 12.09.2015

Aktionen und Hilfen

Neuland: Zeitung für Migration, Flucht, Begegnung
neu
www.neulandzeitung.com Veranstaltungsreihe „Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration“ in Kassel
> www.wege-zur-integration.de

„Allianz für Weltoffenheit“
> DBK-Pressemeldung 11.02.2016
> www.allianz-fuer-weltoffenheit.de

App "Ankommen" hilft bei der Integration
> Bayerischer Rundfunk 13.1.2016

Apps wollen Flüchtlingen helfen, in Deutschland klarzukommen. Wie gut sind sie?
> www.bento.de 7.12.2015

Hilfsprojekte für Flüchtlinge, zusammengestellt von der Initiaive "Andere Zeiten"
http://www.anderezeiten.de/zuflucht

Erzbistum München schafft „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“
> Link

Probstdorfer Pfarre nimmt Flüchtlinge auf
> Zeitungsbericht über Pfarrei von Helmut Schüller

Netzwerk Kirchenasyl Münster vom Bündnis gegen Abschiebungen und dem ITP gegründet
> Webseite

Dresdner Initiative "Licht an für Menschlichkeit"
> Domradio 28.10.2015

Caritas: Ihr Engagement für Flüchtlinge
> interaktive Karte und Liste

Themenportal Flüchtlinge der EKD
www.ekd.de/themen/fluechtlinge/index.html

Was katholische Verbände, Organisationen und Räte tun
> www.zdk.de/ueber-uns/unsere-arbeit/projekte/fluechtlingshilfe

Flüchtlingshilfe - Projekte der katholischen Kirche
> Webseite der DBK

Ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren
> Pro Asyl
bessere Kartendarstellung > hier

Jesuiten Flüchtlingsdienst Deutschland / JRS
> www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de






Lese-Tipps

Samuel Salzborn: Weltpolitische Hegemonieansprüche
Die gegenwärtigen Konflikte in Europa kann nur verstehen, wer sie auch als Kampf um Ideen begreift.
> Neue Zürcher Zeitung 19.2.2016

Anja Reschke (Hg.): „Und das ist erst der Anfang“
Deutschland und die Flüchtlinge
> Rowohlt Polaris, ISBN: 978-3499631849, 336 Seiten, 12,99 Euro

Kursbuch 183 – Wohin flüchten?
September 2015, ISBN: 978-3867744256, € 19,00
> mehr






Informationen

Zahlen, Daten, Fakten zur aktuellen Lage der Flüchtlinge
> Tagung der Ev. Akademie im Rheinland "Solidarität mit Flüchtlingen" 23.10.2015
> zugehörige PDF (12 Seiten)

Flüchtlinge weltweit
Daten: UNHCR, Stand: 2014, Karte: Monika Gemmer

Auf die Karte klicken, die dann interaktiv wird. Über "Visible layers" kann zwischen Herkunfts- und Zielländern umgeschaltet werden. Der Klick auf ein Land führt zu mehr Details.
Quelle: fronline.de








Die Ankommenden

Wir nennen die Ankommenden „Flüchtlinge“ und wenden damit unseren Blick in die Vergangenheit und auf die Missstände in ihren Herkunftsländern. Französisch oder Englisch werden die Ankommenden <les réfugiés> oder <the refugee> genannt. Die Flüchtlinge werden als Menschen gesehen, die den Weg durch viele Zäune und andere Hindernisse in die hoffentlich sichere Unterkunft hier geschafft haben. Der Blick ist nicht nach hinten, sondern nach vorne gerichtet.

Viele Menschen in Deutschland wollen nach vorne sehen und wünschen sich - trotz des meist abweisenden Verhaltens der politisch Verantwortlichen, die gerade die Ausländergesetze nochmals verschärft haben - ein Willkommen heißen. Sie begrüßen die Ankommenden und nehmen sie - oft schlecht vorbereitet – sogar in ihre Wohnungen auf.

Die Ankommenden lösen Irritationen aus: Es kann nicht alles beim Alten bleiben. Wenn wir zusammen mit ihnen unseren Alltag ansehen, dann sehen wir viel Schönes und anderes müssen wir ändern. Dabei denke ich nicht nur an die Waffenverkäufe, der mangelnde Blick auf unser Umweltverhalten, die Produktauslagerung zu Billigpreisen sondern auch an die unfaire Nutzung der Bodenschätze und landwirtschaftlichen Reichtümer in ihren Herkunftsländern. Weiter werden uns die Bündnisse auffallen oft mit Unrechtssystemen, in denen wir leben,. Darüber vergessen wir oft die Befreiungsbewegungen in ihren Ländern. Viel Aufmerksamkeit ist gefragt, damit Haltung des Willkommens unter uns wächst und sich ausbreitet. Wir werden durch Konflikte mit uns selber gehen können, mit viel Geduld für die Prozesse der Ankommenden, die auch durch die erlittenen Traumata gezeichnet sind. Sie brauchen vor allem zweierlei neben der Möglichkeit, dass sie ihr Leben durch Arbeit in die Hand nehmen: von den einen Nähe und wertschätzende Gastlichkeit und von anderen möglichst sachkundige, auf die richtige Distanz achtende Hilfe.

Die Ankommenden sind Hoffnungsträger einer neuen Zukunft für uns alle.

Text von Christian Herwartz SJ

Zuletzt geändert am 03.10.2016 ­- 09:29