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Veröffentlicht am 02­.06.2018

Neues Nein des Vatikan zur Priesterweihe von Frauen

Vatikan bekräftigt Nein zur Priesterweihe von Frauen.
Präfekt betont "unfehlbare Lehre"

Etwas überraschend hat der Vatikan in Person des Präfekten der Glaubenskongregation bekräftigt: Das Nein zur Priesterweihe von Frauen ist endgültig. Warum diese Erklärung jetzt? Was ist ihr Anlass? Was könnte dahinter stecken?
> Domradio 30.5.2018
 
Präfekt der Glaubenskongregation: Priesterweihe für Frauen? Unmöglich!
Schreiben von Luis F. Ladaria, S.I., Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, zum Thema „Zu einigen Zweifeln über den definitiven Charakter der Lehre von Ordinatio sacerdotalis“ im Wortlaut
 
Wer dem Präfekt der Glaubenskongregation direkt schreiben will:
Congregatio pro doctrina fidei   
Erzbischof (in Kürze Kardinal) Luis Francisco Ladaria Ferrer, S.I.   
Palazzo del Sant’Uffizio   
00120    Città del Vaticano
cdf@cfaith.va

 

 

Aktuelle Reaktionen

neu
Frauen in der Bewegung Wir sind Kirche – Aktion Lila Stola:

Der Glaubenssinn des Gottesvolkes und die „endgültige“ Lehre    
> Erklärung vom 31. Mai 2018          > als PDF (1 Seite)

Church Reform Leaders Reject Labeling Ban on Women’s Ordination “Definitive”
We Are Church International (WAC-Int’l) strongly rejects Archbishop Luis Ladaria’s claim that the ban on ordaining women to the Catholic priesthood has “definitive character” and “is a truth belonging to the deposit of faith.”
> We are Church press release 31.5.2018

Erklärung der deutschen Sektion der internationalen Priesterinnenbewegung (RCWP)
zum erneuten Nein der Vatikanischen Glaubenskongregation gegen die Frauenordination
> Presseerklärung 1.6.2018

Dorothea Sattler: "Früher war die Argumentation differenzierter"
Der jüngste Beitrag der Glaubenskongregation zur Weihe von Frauen hat die Theologin Dorothea Sattler überrascht. Im Interview kritisiert die Befürworterin der Weihe vor allem die Betonung des Arguments, dass Jesus ein Mann war.
> katholisch.de 2.6.2018

Hermann Häring: Eine tödliche Bedrohung? Zur Diskussion um vermeintlich unfehlbare Aussagen
Spätestens der Brief von Ladaria zeigt: Wir dürfen und wir können nicht mehr widerspruchslos den Un- und Widersinn eines solchen Modells hinnehmen, das alle Kernthemen des Glaubens blockiert. Das totalitär ausgebildete Unfehlbarkeitsdogma lässt keine Verhandlungen und Kompromisse zu.
> Link zum Artikel vom 3.6.2018

 

Ausgewählte frühere Veröffentlichungen zum Thema

Karl Rahner über die Gleichberechtigung der Theologin
> Süddeutsche Zeitung 13. März 1974 (PDF)

Georg Kraus: Frauenordination. Ein drängendes Desiderat in der katholischen Kirche
> www.stimmen-der-zeit.de 2011 Heft 12

Habemus feminas. Gleichberechtigung in der Kirche
> Christ in der Gegenwart 11.3.2018

Ökumenischer Kongress „Frauen in kirchlichen Ämtern“- Reformbewegungen in der Ökumene
6.-9. Dezember 2017 an der Universität Osnabrück
> Einladungsflyer, verabschiedete Thesen und Selbstververpflichtung, Berichte

 

KirchenVolksBegehren 1995

Der zweite Punkt des 1995 von fast 2,5 Millionen Frauen und Männern allein im deutschsprachigen Raum unterschriebenen KirchenVolksBegehrens Wir sind Kirche lautet:
Volle Gleichberechtigung der Frauen
  • Mitsprache und Mitentscheidung in allen kirchlichen Gremien
  • Öffnung des ständigen Diakonats für Frauen
  • Zugang der Frauen zum Priesteramt (Die Ausschließung der Frauen von kirchlichen Ämtern ist biblisch nicht begründbar. Auf den Reichtum an Fähigkeiten und Lebenserfahrungen von Frauen kann die Kirche nicht länger verzichten. Dies gilt auch für Leitungsämter.)

 

> mehr zum Thema bei Wir sind Kirche

 

 

 

Erklärung der deutschen Sektion der internationalen Priesterinnenbewegung (RCWP)
zum erneuten Nein der Vatikanischen Glaubenskongregation gegen die Frauenordination

Der jetzige Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, hat in einem Beitrag der Vatikanzeitung (v. 30.05.2018) das Nein zur Priesterweihe von Frauen bekräftigt. Das angeblich definitive Verbot der Priesterweihe von Frauen war im Apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis (1994) von Papst Johannes Paul II erstmalig ausgesprochen worden.

Seitdem wurde dieses Verbot von reformorientierten Theologinnen und Theologen sowie von Frauenorganisationen immer wieder kritisch hinterfragt und zurückgewiesen, und zwar mit wachsendem Protest; denn „gut begründete Gegenargumente zur lehramtlichen Position zur Priesterweihe von Frauen lassen sich durch Autoritätseinsatz“ – und sei er auch noch so massiv - „nicht aus der Welt schaffen“ (U. Ruh, 1994).

Das Verbot der Frauenordination basiert letztlich auf einer schweren, Jahrhunderte alten Diskriminierung der Frauen, die von der Vatikanischen Kirchenleitung bis heute nicht aufgearbeitet und überwunden ist; (aber: es gibt engagierte Menschen, die diese Vorarbeit bereits geleistet haben – siehe z.B.: http://www.womenpriests.org/de/). Ferner wird die historisch-kritische Bibelexegese bei dieser lehramtlichen Entscheidung nicht angewandt; dagegen hatte die Päpstliche Bibelkommission bereits 1976 erklärt, dass das NT kein Verbot der Frauenordination beinhaltet. Aber alle diese tragfähigen Erkenntnisse wurden und werden von der Kirchenleitung ignoriert, nur um die frauenfeindliche patriarchale Machtstruktur der röm.-kath. Kirche zu erhalten.

Aber Wahrheit wird letztlich siegen - und nicht die Lüge und anhaltende Diskriminierung der Frauen. Gottes heilige Geistkraft bewegt berufene Frauen und gerecht gesinnte Männer in der Kirche zum Widerstand gegen diese theologisch unhaltbare Lehre, die der dringend notwendigen Erneuerung der Kirche im Geist Jesu Christi zuwider läuft; denn in Christus ist aufgrund von Glauben und Taufe „nicht männlich und weiblich“ (Gal 3,27f), d.h. der Rangunterschied zwischen den Geschlechtern und damit die Herrschaft von Männern über Frauen ist in Christus endgültig überwunden.

Für die deutsche Sektion der internationalen Priesterinnenbewegung (RCWP):

01. Juni 2018         Ida Raming, Dr. theol.

 

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 18­.06.2018