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Veröffentlicht am 02­.02.2021

Synodaler Weg / Erzbistum Köln

Reformprozess Synodaler Weg ist und bleibt alternativlos. Aber Situation im Erzbistum Köln große Belastung für kommende Online-Konferenz

Wir sind Kirche zur Online-Konferenz des Synodalen Wegs 4./5. Februar 2021

Pressemitteilung München, 2. Februar 2021

Wenn der Synodale Weg nicht erfolglos bleiben soll, ist es unerlässlich, ihn noch viel stärker ins Bewusstsein der Menschen hierzulande und auch in der Weltkirche zu bringen. Dies fordert die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche in einem Brief an das Präsidium und an die Vorsitzenden der vier Foren des Synodalen Wegs kurz vor der Online-Konferenz am 4./5. Februar 2021.

Während es im akademischen Raum eine fruchtbare Diskussion über die notwendige Weiterentwicklung der Lehre gibt, ist der Synodale Weg bei den Katholikinnen und Katholiken bislang immer noch viel zu wenig präsent. Deshalb müssten die Gemeinden, die Kirchen vor Ort, und alle Bildungseinrichtungen sehr viel mehr einbezogen werden. Dazu ist es auch notwendig, dass die Verantwortlichen des Synodalen Weges Corona-kompatible Informations- und Beteiligungsformen z.B. mit Video-Seminaren anbieten und dies auch personell und finanziell unterstützen.

Sprache der Texte und Umsetzung der Beschlüsse

Sicher ist es nötig, die Texte – fachlich wie sprachlich – theologisch abgesichert zu verfassen. Verstanden werden müssen sie aber von allen Glaubenden, wenn sie nachvollzogen und damit wirksam werden sollen. Hier können die Texte der „Würzburger Synode“ hilfreich sein, die es verdienen, wieder ins Bewusstsein der Kirche von heute gerückt und fortgeschrieben zu werden. Auf keinen Fall darf der Synodale Weg hinter die „Würzburger Synode“ zurückfallen.

Eindringlich warnt Wir sind Kirche aber auch davor, sich nur auf die Abschlusstexte und auf die Beschlüsse des Synodalen Weges zu konzentrieren. Wenn sich im Laufe der Beratungen einzelne Reformpunkte herauskristallisieren, deren Umsetzung kirchenrechtlich jetzt schon in Deutschland möglich ist, so sollten diese umgehend in den Bistümern angegangen und verwirklicht werden; denn der Erwartungsdruck im Kirchenvolk ist zu Recht sehr groß.

Auch weite Teile der Kirchen in aller Welt, wo es bei aller Verschiedenheit sehr ähnliche Probleme gibt, beobachten, ob der Synodale Weg gelingt und wie Kirchenleitung und Kirchenvolk gemeinsam nach Wegen aus der Krise suchen. Die größere Verantwortung dabei liegt allerdings bei den Kirchenleitungen, die durch die bisherige Machtausübung und Vertuschung sexualisierter Gewalt ganz wesentlich zur fundamentalen Glaubwürdigkeitskrise beigetragen haben.   

Situation im Erzbistum Köln große Belastung für Synodalen Weg

Die nach wie vor völlig verworrene Situation im Erzbistum Köln stellt derzeit eine große Belastung für den Synodalen Weg dar. Die jüngste Stellungnahme des Diözesanrates Köln sowie die Briefe der beiden Kölner Priestergruppen zur aktuellen Situation der Missbrauchsaufklärung zeigen, dass eine fruchtbare Pastoral im Erzbistum Köln derzeit unmöglich ist. Der Vertrauensschaden in Köln, aber auch für die Kirche in Deutschland ist enorm.

Jeder Tag, an dem im Kölner Erzbistum die Unklarheit über das zurückgehaltene Missbrauchsgutachten andauert, ist einer zu viel. Solange keine Einsicht der Kölner Bistumsleitung erkennbar ist, solange die anhängigen Verfahren auch in anderen Diözesen nicht zu tragfähigen Ergebnissen führen, kann die Wiedergewinnung der Glaubwürdigkeit der Kirchenleitungen, um die sich der Synodale Weg bemüht, nicht gelingen.

Unverständlich ist auch, dass die von Bischof Felix Genn vom Vatikan regelgemäß angeforderte Untersuchung zu Vertuschungen im Erzbistum noch nicht begonnen wurde und die Aufnahme der Untersuchung offenbar noch gar nicht absehbar ist.

Pressekontakt Wir sind Kirche-Bundesteam:
Magnus Lux, Tel: 0176-41 70 77 25 E-Mail: lux@wir-sind-kirche.de
Christian Weisner, Tel. 0172-5184082 E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de

 

Dossier "Kirche in Bewegung" zum KirchenVolksBegehren
mit umfangreicher Materialsammlung von Konzils- und Synodentexten sowie sonstigen Reformvorschlägen
Dossier als PDF bestellbar: presse@wir-sind.kirche.de

Susanne Ludewig / Christian Weisner: „Dienst an der Weltkirche“
in: Michaela Labudda / Marcus Leitschuh (Hg.): Synodaler Weg – Letzte Chance?
Standpunkte zur Zukunft der katholischen Kirche. Bonifatius-Verlag 15. Januar 2021
> Link zum Artikel

Zuletzt geändert am 02­.02.2021