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Veröffentlicht am 02­.06.2006

Wir sind Kirche-Paderborn

Aktion der Bistumsgruppe anlässlich der Priesterweihe in Paderborn

Die Weihe von fünf jungen Männern zu Priestern am Pfingstsamstag im Dom zu Paderborn ist für die Bistumsgruppe Paderborn der KirchenVolksbewegung „Wir sind Kirche“ auch und gerade in diesem Jahr ein Anlass, mit Nachdruck die eigenen Forderungen nach innerkirchlichen Reformen deutlich zu machen. Deshalb werden Mitglieder der Gruppe auf den Stufen zum Domplatz ihre Forderungen nach neuen Zugängen zum Priesteramt deutlich machen und darauf hinweisen, dass seit Amteinführung von Erzbischof Becker ein Dialog mit der Bistumsgruppe nach wie vor verweigert wird. Aus der Sicht der Bistumsgruppe passt dies zum Motto des gerade zu Ende gegangenen 96. Katholikentages in Saarbrücken "Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht" und zwar als Gerechtigkeit in der katholischen Kirche.

Während und nach dem Weihegottesdienst am Pfingstsamstag werden Mitglieder der Bistumsgruppe auf dem an die Domtreppe anschließenden städtischen Marktplatz - auf dem Domgelände besteht seit Jahren ein Verbot seitens der Kirchenleitung - durch Handzettel und Plakate auf ihre Forderungen hinweisen z.B.:
„Priester und verheiratet – warum nicht?“ „Kirche braucht auch Priesterinnen“ sowie "Warum kein Dialog?"

Dabei legen wir Wert auf die Feststellung, dass die Veranstaltung dadurch in keiner Weise gestört werden soll. Vielmehr sehen wir die Priesterweihe als geeigneten Anlass, auf unsere Forderungen hinzuweisen. Den am Pfingstsamstag geweihten Neupriestern gratuliert die Bistumsgruppe mit einem Glückwunschschreiben und einem Buchgeschenk (D. Bonhoeffer "Widerstand und Ergebung - Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft"; danach ist ein Christentum ohne Engagement in Kirche und Gesellschaft nicht möglich).

Dass in diesem Jahr nur fünf junge Männer im Erzbistum Paderborn die Priesterweihe empfangen, macht das Problem des Priesternachwuchses deutlich. Längst schon haben viele Gemeinden keinen eigenen Priester mehr und die Einführung von Pastoralverbünden verdeckt den Priestermangel nur vorübergehend, auch dort werden die Zahlen der aktiven Priester mittelfristig weiter schrumpfen.

Einige aktuelle Entwicklungen machen darüber hinaus die Notwendigkeit deutlich, dass Mitglieder der KirchenVolksBewegung sich weiterhin für die Forderungen vieler Katholiken und Katholikinnen nach innerkirchlichen Reformen einsetzen:
  • Die Wahl Kardinal Ratzingers zum Papst lässt wohl jegliche Hoffnung auf einen bald beginnenden Reformprozess schwinden. Die derzeit häufig zu hörenden Hinweise, man solle doch einmal abwarten, wie der neue Papst sein Amt führen werde oder die Amtsführung von Papst Benedikt XVI. werde sich unterscheiden von der des Leiters der Glaubenskongregation u.ä., sind bei realistischer Betrachtung lediglich Vertröstungen, die den andauernden Reformstau in der katholischen Kirche herunterspielen sollen.
  • Nachdem der neue Paderborner Erzbischof Becker nach seiner Amtseinführung Gesprächsbereitschaft mit der Bistumsgruppe der KirchenVolksBewegung signalisiert hatte und erste Verabredungen dazu getroffen worden waren, warten die Mitglieder seit fast zwei Jahren auf eine Beantwortung ihres letzten Schreibens. Zwischenzeitliche Erinnerungen blieben unbeantwortet. Offensichtlich setzt Erzbischof Becker damit trotz gegenteiliger Bekundungen auch in dieser Angelegenheit den Kurs der Dialogverweigerung seines Vorgängers fort.
  • Die Bedeutung der Laien im Erzbistum lässt sich auch an der Tatsache ablesen, dass es nach dem Tod von Erzbischof Degenhardt mehr als drei Jahre lang überhaupt keinen Diözesanpastoralrat gegeben hat. Die Mitglieder des im Oktober 2005 neu eingerichteten Diözesanpastoralrats sind nicht gewählt sondern vom Erzbischof berufen worden. Nur die Hälfte der berufenen Mitglieder sind Laien. Dieses Gremium wird wohl kaum kritische Fragen stellen und Alternativen zur gegenwärtigen Praxis suchen. Diesen Mangel kann auch das Laien-Diözesankomitee nicht kompensieren, da es lediglich beratende Funktion hat. In einer demokratischen Gesellschaft ist dieses Verhalten ein Anachronismus und offenbart eine wenig christliche Einstellung. Ist dies "Gerechtigkeit (in der Kirche) vor Gottes Angesicht?"

Kontakt:
KirchenVolksBewegung im Erzbistum Paderborn
Dr. Manfred Dümmer (Sprecher der Bistumsgruppe)
Bleichstr. 114, 33607 Bielefeld
Tel.: 05 21/32 53 85 p. 05 21/51-65 76 d.
Handy: 01 70/94 02 16 3
manfred.duemmer(at)onlinehome.de

Zuletzt geändert am 02­.06.2006

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