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Veröffentlicht am 13­.03.2009

Zum Brief des Papstes an die Bischöfe

Wir sind Kirche hofft auf weitere Versöhnungsgesten des Papstes - Petition für das Konzil bleibt aktuell - Bildungsoffensive über Wort und Geist des Konzils

Pressemitteilung München/ Rom 13. März 2009

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche begrüßt den bemerkenswerten Brief des Papstes, in dem dieser seine Entscheidung zur bedingungslosen Aufhebung der Exkommunikation der vier Weihbischöfe der Pius-Bruderschaft begründet.

Der sehr persönliche Brief des Papstes zeigt, dass die vielfachen Appelle an ihn ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Doch die vielfältige Kritik aus aller Welt sollte der Papst nicht als feindselige Schläge sondern als Ausdruck der Mitsorge um das Wohl der ganzen Kirche verstehen, wie sie im Can. 212 § 3 des Kirchenrechts als „Recht und bisweilen sogar Pflicht“ aller Gläubigen vorgesehen ist.

Nachdem Papst Benedikt noch einmal so eindrücklich seinen Versöhnungswillen bekundet hat, ist zu hoffen, dass er diesen Willen und seine Bereitschaft, Barmherzigkeit zu üben, jetzt auch gegenüber anderen Mitgliedern der Kirche entgegen bringen wird. Wenn der Papst sich so um die vier Bischöfe und 491 Priester der Pius-Bruderschaft sorgt, so ist zu fragen, ob er sich in ähnlicher Weise nicht auch um die mehr als Hunderttausend Priester sorgen sollte, die in den letzten 30 Jahren aus dem Amt ausscheiden mussten auf Grund des Zölibatsgesetzes, das er jederzeit revidieren könnte.

Und gilt die Sorge des Papstes auch den häufig wenig kollegial behandelten Bischöfen, den abgestraften (Befreiungs-)Theologen, den in vielfacher Weise entmündigten Laien, den wiederverheirateten Geschiedenen, den Frauen, denen jeglicher Zugang zum Weiheamt versagt wird, den durch die erneute rigorose Einschärfung von „Humanae vitae“ verunsicherten Eheleuten, den homosexuell veranlagten Menschen und den HIV-Infizierten, denen er den Gebrauch von Kondomen nicht erlaubt?

So sehr die Auseinandersetzungen der letzten Wochen Bischöfe, Theologen und das ganze Kirchenvolk irritiert haben, so ist es doch ein Positives, dass das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), das am 25. Januar vor 50 Jahren von Papst Johannes XXIII. angekündigt worden war, wieder eindringlich ins Bewusstsein der ganzen Kirche gerückt ist.

Von daher ist auch die internationale Petition „Für die uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils“ (www.petition-vaticanum2.org) nach wie vor aktuell, der es nicht nur um die Pius-Bruderschaft sondern um den Gesamtkurs der Kirche auf der Linie des Konzils geht. Die Zeichnungsphase der Petition dauert wie geplant bis zum 9. April 2009 (Gründonnerstag). Die Ergebnisse sollen zum vierten Jahrestag der Wahl von Papst Benedikt (19. April 2009) präsentiert werden.

Mit den deutschen Bischöfe hoffen wir, „dass die vergangenen Wochen ein neues Interesse an der Dynamik und den Orientierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils geweckt haben“ („Erklärung zum gegenwärtigen Weg der katholischen Kirche“ der DBK vom 5. März 2009). Um das notwendige Wissen um Wort und Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils gerade jetzt zu vertiefen, vermittelt Wir sind Kirche gerne Referent(inn)en für Diskussionsveranstaltungen z.B. in Pfarreien und Bildungswerken. Angebote, Nachfragen und Termine können an die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche oder an bildung@petition-vaticanum2.org gerichtet werden.


Mehr Informationen:
Christian Weisner
Tel. 08131-260250 oder 0172-5184082
presse@wir-sind-kirche.de

Wir sind Kirche: www.wir-sind-kirche.de

"50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil": www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=527

"Petition Vaticanum2": www.petition-vaticanum2.org

Zuletzt geändert am 16­.03.2009