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Veröffentlicht am 19­.01.2026

Verzicht Bätzing auf DBK-Vorsitz

Herber Rückschlag für Aufarbeitung und alle Reformen

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Wir sind Kirche zum Verzicht von Bischof Bätzing auf zweite Amtszeit als DBK-Vorsitzender

Pressemitteilung, München, Bonn, 20. Januar 2026

Wir sind Kirche bedauert es sehr, dass angesichts der Machtverhältnisse innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sich Bischof Dr. Georg Bätzing zum Verzicht einer zweiten Amtszeit gezwungen sieht. Wir sind Kirche wertet dies als herben Rückschlag für die mühsam begonnene Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, für alle anstehenden Reformen in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland und besonders für die so dringend notwendigen Reformen, die im Synodalen Weg beschlossen wurden. Wir sind Kirche befürchtet, dass dies den Weg der Kirche in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit noch beschleunigen wird.

Ausgangspunkt MHG-Studie

Immer wieder ist daran zu erinnern: Nach den erschütternden Ergebnissen der 2018 veröffentlichten Missbrauchsstudie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, der MHG-Studie, waren es die deutschen Bischöfe, die unter ihrem damaligen Vorsitzenden, dem Münchner Kardinal Reinhard Marx, an das Zentralkomitee der deutschen Katholiken herangetreten sind, um mit dem – wenn auch kirchenrechtlich unverbindlichen – „Synodalen Weg“ gemeinsam eine Antwort auf die tiefe Kirchenkrise zu finden. Erklärtes Ziel war es, mithilfe der vier Synodalforen „Macht, Priester, Frauen und Sexualität“ die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt und ihrer Vertuschung anzugehen.

Unter dem im März 2020 gewählten DBK-Vorsitzenden Bischof Dr. Georg Bätzing hat der Synodale Weg trotz aller inneren und äußeren Schwierigkeiten wesentliche grundlegende wie handlungsorientierte Reformschritte erarbeitet, die auch weltweit Beachtung finden, ebenso  auf der Ebene des 2021 von Papst Franziskus begonnenen weltweiten Synodalen Prozesses. Zumindest die bisherigen Beschlüsse des Synodalen Weges sind konsequent in möglichst vielen Diözesen umzusetzen, um eine echte Synodalität an der Basis zu fördern.

Schwierigste Rahmenbedingungen

Aber es ist ein Trauerspiel, wie es den traditionalistischen spalterischen Kräften innerhalb der deutschen Bischöfe gelungen ist, den Synodalen Weg von Anfang an zu bremsen, die Weiterarbeit im Synodalen Ausschuss zu blockieren und jetzt ihre Sperrminorität zu nutzen, eine Wiederwahl von Bischof Bätzing zu verhindern. Höchst ungut ist auch die Rolle des noch von Papst Benedikt ausgewählten Päpstlichen Nuntius, Erzbischof Nikola Eterović, der in den vergangenen zwölf Jahren jede Verständigung zwischen dem Vatikan und der katholischen Kirche in Deutschland blockiert hat. Die kirchenrechtlich schwache Position der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die einstimmige Beschlüsse erfordert, sowie die gewollte Unabhängigkeit jedes einzelnen Bischofs führen am Ende zu einem katastrophalen Außenbild der gesamten Kirchenleitung.

Anerkennung für Bischof Bätzing (aktualisiert)

Wir sind Kirche dankt Bischof Georg Bätzing für seinen großen Einsatz, als DBK-Vorsitzender die mühsame, aber so dringend notwendige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt voranzubringen. Der „Synodale Weg“ war sein „Herzensprojekt“ und mehr Beteiligung von Laien bei Entscheidungen war ihm sehr wichtig. So setzte er sich für die anstehenden pastoralen Reformen ein, die zum Teil - wie das Frauendiakonat -  seit der Würzburger Synode (1971-1975) in der Diskussion sind. Trotz  Widerständen einer Minderheit in den eigenen Reihen und seitens Rom agierte er kompetent, offen und zielstrebig als ein Brückenbauer und beeinflusste damit auch das kirchliche Ansehen in der Öffentlichkeit in positiver Weise.

Pressekontakt Wir sind Kirche
Konrad Mundo (Bundesteam), E-Mail: mundo@wir-sind-kirche.de, Tel: 030 5433982  
Dr. Martin Schockenhoff, E-Mail: martin.schockenhoff@gleisslutz.com, Tel: 0173 3248913
Christian Weisner (Bundesteam), E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de, Tel: 0172 518 4082   

Erste Stellungnahme von Wir sind Kirche am 19.1.2026

Wir sind Kirche bedauert den Verzicht von Bischof Dr. Georg Bätzing auf eine zweite Amtszeit außerordentlich. Das ist ein herber Rückschlag für alle anstehenden Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland und besonders für die so dringend notwendigen Reformen des Synodalen Weges. Es ist zu befürchten, dass dies den Weg der Kirche in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit noch beschleunigen wird.

Pressekontakt Wir sind Kirche Bundesteam 
Christian Weisner, E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de, Tel: 0172 518 4082 

 

Andere Stimmen zur Ankündigung von Bischof Bätzing

kfd zur Entscheidung von Bischof Bätzing: Respekt und Dank für engagierten Einsatz im Synodalen Weg
> kfd.de 20.1.2026

Philipp Gessler: "Zu groß" Warum Bischof Georg Bätzing nicht mehr als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz antritt
> zeitzeichen.net 20.1.2026

Zuletzt geändert am 21­.01.2026