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Veröffentlicht am 06­.03.2011

Aufruf an Gemeinden z.Memorandum

Wir sind Kirche: „Den jetzt begonnenen Dialog in der Breite weiterführen!“

Aufruf an die Gemeinden zum Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“

Pressemitteilung München, 6. März 2011

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche ruft alle Pfarrgemeinderäte, Kirchengemeinden, kirchlichen Bildungswerke, Berufsverbände sowie kirchlichen Gremien und Initiativen dazu auf, über das Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ zu intensiv diskutieren, wie dies schon vielerorts geschieht. „Das Memorandum der Theologieprofessoren und -professorinnen hat eine Debatte eröffnet, wie ihn die von den Bischöfen im Herbst 2010 angekündigte, aber immer noch nicht umgesetzte Dialoginitiative wohl kaum besser hätte anstoßen können“, erklärt Christian Weisner vom Bundesteam der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche.

Die Diskussion über das Memorandum, die derzeit vor allem über die Printmedien und im Internet stattfindet, sollte jetzt geerdet und versachlicht werden, damit es wirklich zu einem breiten und nachhaltigen Dialogprozess kommt. „Die von dem Memorandum angesprochenen Themen wie die Gestalt des kirchlichen Amtes und die Beteiligung der Gläubigen an der Verantwortung, aber auch Fragen von Moral und Sexualität sowie Macht- und Kommunikationsstrukturen betreffen alle Gläubigen“, erläutert Weisner. „Deshalb ist es gut und notwendig, dass die Katholikinnen und Katholiken darüber untereinander und mit der Kirchenleitung ins Gespräch kommen.“ Dies ist auch besonders im Hinblick auf den Katholikentag 2012 in Mannheim notwendig, der das Leitwort hat: „Einen neuen Aufbruch wagen.“

Mehr als 25.000 Personen haben bis jetzt bei der Aktion www.kirchenaufbruch-jetzt.de den sechs konkreten Handlungsfeldern des Memorandums Nachdruck verliehen. Zusammen mit anderen Initiativen sind es bereits über 35.000 Menschen, die sich die Dialogforderung des Memorandmus zu eigen gemacht haben. Besonders bemerkenswert sind dabei die Solidaritätsaktionen von Priestern und Diakonen im Erzbistum Freiburg und im Bistum Würzburg sowie von katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrern auf eigenen Webseiten.

Nicht überzeugend und weiterführend ist es, wenn die Fragen des Memorandums, die erwiesenermaßen (vgl. „Trendmonitor Religiöse Kommunikation 2010“) der großen Mehrheit der Gläubigen auf den Nägeln brennt, als nachrangig abgetan werden. Die „Gotteskrise“ darf nach Ansicht von Wir sind Kirche nicht zum Vorwand genommen werden, die „Kirchenkrise“ als belanglos darzustellen. Der kommende Besuch von Papst Benedikt XVI. (22.-25. September 2011) sollte als Chance genutzt werden, den schon lange überfälligen Dialog über die nicht nur in Deutschland immer akuter werdenden pastoralen Probleme und die überfälligen Reformen ins Gespräch zu bringen, wie es der Papst selbst im soeben veröffentlichten Lineamenta für die ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode im Jahr 2012 wünscht: Eine Neuevangelisierung erfordert „die Fähigkeit, neu anzufangen, Grenzen zu überschreiten, die Horizonte zu erweitern“. Sie ist das Gegenteil einer Mentalität, „die es für ausreichend erachtet, das alles so weiterläuft, wie man es bisher gemacht hat“.

Die TheologieprofessorInnen schließen am 6. März 2011 ihre Unterzeichnerliste www.memorandum-freiheit.de, doch die Solidaritätsaktion www.kirchenaufbruch-jetzt.de wird auch über diesen Termin und die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hinaus weitergeführt. Da mittlerweile immer mehr Nachfragen aus dem Ausland kommen, wird die Internationale Bewegung Wir sind Kirche in Kürze die Aktion auch international ausweiten.

Webseite: www.kirchenaufbruch-jetzt.de.

Postadresse zum Anfordern und Einsenden von Unterschriftslisten: „Kirchenaufbruch jetzt“ c/o Publik-Forum, Postfach 2010, D-61410 Oberursel

Gestartet wurde die Aktion www.kirchenaufbruch-jetzt.de von der der deutschen KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche (www.wir-sind-kirche.de) und der Leserinitiative Publik e.V. (www.publik-forum.de/lip). Mitträger sind die Zeitschrift Publik-Forum (www.publik-forum.de), das Ökumenische Netzwerk »Initiative Kirche von unten« (www.ikvu.de), die Schweizer Zeitschrift „aufbruch“ (www.aufbruch.ch), der Verein Tagsatzung im Bistum Basel (www.tagsatzung.ch) sowie die österreichische Plattform Wir sind Kirche (www.wir-sind-kirche.at).

> Hintergrund-Infos zum Memorandum


Pressekontakt:
Christian Weisner (Wir sind Kirche Deutschland) Tel. +49-(0)172-518 40 82 presse@wir-sind-kirche.de
Hans Peter Hurka (Plattform Wir sind Kirche Österreich) Tel. +43-650-315 42 00 hans_peter.hurka@gmx.at
Brigitte Durrer (Tagsatzung im Bistum Basel) Tel. +41-819212725 bridu@gmx.ch

Vorankündigung zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (detaillierte Einladung folgt):

Montag, 14. März 2010 um 13 Uhr
Pressekonferenz von Wir sind Kirche und Leserinitiative Publik
Ort: Hotel ibis, Paderwall 1-5, 33102 Paderborn

Montag, 14. März 2010 von 16:30 bis ca. 20:30 Uhr
Mahnwache zum Eröffnungsgottesdienst
Ort: am Domplatz Paderborn

Zuletzt geändert am 11­.03.2011