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Flämische Dominikanerfamilie: "Kirche und Amt"

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Wie lange wird die Basis noch warten?

Während eines ganzen Arbeitsjahrs (2008-2009) haben die Mitglieder der Flämischen Dominikanerfamilie über das Thema "Kirche und Amt" gesprochen. Nach einer Reihe von Zusammenkünften verfassten sie einen abschließenden Text: "Wir optieren für eine glaubwürdige Orthodoxie in einer Treue, die zur Kursänderung fähig ist."

Die Flämische Dominikanerfamilie - Patres, Schwestern und Laien - wollte ihren Standpunkt über einige kirchliche Medien verbreiten, aber kein einziges Medium ging auf das Angebot ein. Deswegen hilft Wir sind Kirche, den Schlusstext auf digitalem zu verbreiten.


Kirche und Amt

I. Unsere Auffassung

Hier und jetzt Kirche sein

Jesus von Nazareth hat keine Kirche gestiftet. Er hat aber Menschen (Jünger und Apostel) gerufen, um bei und mit ihnen die Frohe Botschaft zu verkündigen. Er steht am Beginn einer Bewegung.

Von ihrem Auferstehungsglauben getrieben haben die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren, diese Bewegung nach seinem Kreuzestod weiter ausgebaut. Die ersten Christen riefen Menschen dazu auf, an Jesus zu glauben und sich zu seiner Lebenshaltung zu bekehren. Von Anfang an bildeten die Christgläubigen Gemeinschaften; immer intensiver wuchsen diese zusammen durch ihre Zusammenkünfte in Hauskirchen, in denen Eucharistie gefeiert wurde. Sie sorgten füreinander und für Notleidende unter ihnen und außerhalb ihrer Gemeinschaft.

Erst viel später haben sich Christengemeinschaften in einer strukturierten Vereinigung mit Episkopen (Bischöfen), Presbytern (Ältesten) und Diakonen organisiert. Eine echte Hierarchie mit einer Kirchenordnung kam erst im dritten Jahrhundert zustande.

Heute ist die überlieferte Kirchenordnung dringend zu revidieren: im Licht des Evangeliums, im Blick auf die heutige Kultur und gestützt von vernünftigen Argumenten. So darf es in der Kirche z.B. keine Diskriminierung von Frauen, auch keine Diktatur des Absolutismus oder des Relativismus mehr geben. Über Dogmen oder bestimmte offizielle Auffassungen, etwa zu Verhütungsmitteln, zur Haltung gegenüber geschiedenen Wiederverheirateten und Homos oder über den Priesterzölibat muss neu nachgedacht werden. Strukturen wie Pfarreien und Vereinigungen müssen im Dienst der großen Gemeinschaft stehen.

Selbstverständlich ist weltweit viel zu ändern; wir denken u.a. an die Hierarchie. Hier und jetzt muss sich die Ortskirche vor allem um die gemeinschaftsbildende Liebe der Christen kümmern, um eine zeitgemäße Verkündigung und Katechese, um den Kampf gegen Armut und Unrecht. Wir müssen uns einsetzen für eine zugängliche, ansprechende und inspirierende Liturgie.

Gemeindeleiter

1. Wir brauchen keine hochwertige Theologie über den Begriff der "Weihe"!

Ist die Weihe/Ordination eines Christen wirklich eine ontologische Erhebung, wodurch sie/er zu einer "sakralen" Person wird, die überirdisch in einer "göttlichen Sphäre" lebt und über (magische?) Kräfte verfügt, die ein "normaler Laie" nicht hat?

Oder ist die Weihe/Ordination die Anstellung einer Person, die Zustimmung zu ihrer Aufgabe, die Anerkennung seiner/ihrer "Hingabe und Befähigung" durch die örtliche Gemeinschaft und/oder durch den Bischof in Beratung und im Einvernehmen mit anderen Christen?

Christen können auf Grund des "Allgemeinen Priestertums aller Gläubigen" den Vorsitz in der Eucharistie übernehmen. Das Recht auf Eucharistie hat Vorrang gegenüber der Weihe eines männlichen zölibatären Priesters.

2. Die Funktion eines Gemeindeleiters ist nicht nur liturgischer oder kerygmatischer (verkündigernder) Art.

Sie/er hat vor allem für den Aufbau der Kirche vor Ort zu sorgen. Ihre/seine Aufgabe ist also pastoral im breitesten Wortsinn, leitend, sorgend, nahe den Menschen ... Früher, im ersten Jahrtausend, war es die Regel, dass auch die Verkündigung und die Liturgie vollzieht, wer für die Seelsorge verantwortlich ist.

Der Vorsitz in der Liturgie ist ein Mittel, kein Ziel an sich. Wer den Vorsitz innehat, ist ein Werkzeug, durch das – und die Kirche ist der Raum, in dem - der Gesalbte immer seine Gegenwart in der Gestalt von Brot und Wein, von Brechen und Teilen zeigt.


II. Unsere Folgerung

Wir stellen fest, dass vor Ort zu wenig geschieht und wir wollen nicht, dass die nötigen Veränderungen eines stillen Todes sterben. Deshalb drängen wir, ohne zu provozieren. Wir optieren für eine glaubwürdige Orthodoxie in einer Treue, die zu Kursänderungen fähig ist.

Im Jahr des Priesters, in dem in Flandern nur ein einziger Priester geweiht wird, ist in einer konstruktiven Atmosphäre ein offener Dialog mit den Kirchenleitungen dringend erforderlich.

Wie und mit wem sonst geht es weiter? Soll die Basis noch immer auf eine Reform der Kirche warten?

3. Dezember 2009

(private Übersetzung)

Siehe Weiteres auf der Webseite der flämischer Dominikaner:
www.dominicanen.be







> Mehr zum Papier „Kirche und Amt“ der niederländischen Dominikaner





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