Resolution zur gegenseitigen Einladung zum Abendmahl auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003

 

"Alle eins in Christus Jesus"  (Gal. 3, 28)


Die Evangelische StudentInnengemeinde in der Bundesrepublik Deutschland
(ESG) begrüßt die wechselseitige Einladung zum Abendmahl, die die
ökumenische  "Initiative Kirche von unten" , die KirchenVolksBewegung  "Wir
sind Kirche"  und die Berliner evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg
Nord aussprechen. Wir bedauern die Tatsache, dass drei dieser von diesen
Gruppen gemeinsam geplante ökumenische Gottesdienste nicht in das offizielle
Kirchentagsprogramm aufgenommen wurden.

In vielen Studierendengemeinden ist die gegenseitige Einladung zum Tisch des
Herrn schon längst eine Praxis, mit der gute Erfahrungen gemacht werden. Die
Frage der wechselseitigen Einladung zum Abendmahl darf nicht zur alleinigen
Prüfung werden, an der sich Ökumene entscheidet. Jedoch ist das Abendmahl
Zentrum der christlichen Gemeinschaft und Zeichen  der Nähe zu Jesus
Christus. Der gemeinsame Gang zum Altar ist Ausdruck der gemeinsamen
Bemühungen um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und
gleichzeitig Stärkung für den erneuten Aufbruch auf Gottes zukünftige Welt
hin.

Nicht die Kirchen oder ihre AmtsträgerInnen laden hier ein, sondern Christus
selbst ist es, der uns in die versöhnende Gemeinschaft mit ihm und den
anderen Menschen ruft.

Für evangelische Christen und Christinnen gehört es mit den Worten von
Landesbischof Wolfgang Huber zu einem "unaufgebbaren Element unseres
evangelischen Verständnisses des Abendmahls (...), dass wir zu ihm alle
getauften Christen einladen, die nach der Ordnung ihrer Kirche zum Abendmahl
zugelassen sind". ( So auf der konstituierenden Sitzung des Präsidiums für
den Ökumenischen Kirchentag am 1.12.2000).  Wir sehen mit Sorge, dass diese
Einladung an alle Getauften durch den Ausschluss der oben genannten
ökumenischen Gottesdienste aus dem offiziellen Kirchentagsprogramm nun auch
von evangelischer Seite eingeschränkt wird.

Wir unterstützen alle Gruppen und Einzelpersonen, die darauf hinarbeiten,
dass eine wechselseitige Einladung zum Abendmahl bzw. in naher Zukunft sogar
eine gemeinsame Feier des Abendmahles möglich wird.

Wir leben in der Hoffnung, dass der Geist Gottes unsere Kirchen immer wieder
neu durchweht und auch beim Abendmahl endgültig sichtbar werden lässt, was
wir schon sind:
" Alle eins in Christus" (Gal. 3, 28).


Berlin, am 23. Januar 2003
Für den Rat         Andreas Höftmann (Student)         Annett Otto
(Studentin)       Ilona Schmidt (Studierendenpfarrerin)
                                               Ulrich Falkenhagen
(Generalsekretär)