Konkrete Hoffnungen auf den Ökumenischen Kirchentag 2003
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche begrüßt sehr die Ankündigung des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), im Jahr 2003 den ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin durchzuführen.
Dieses Ereignis stellt eine große Herausforderung dar, den Menschen in ganz Deutschland konkret und beispielhaft zu zeigen, was Christsein am Beginn des neuen Jahrtausends bedeutet. Die KirchenVolksBewegung erwartet von diesem Kirchentag aber auch neue sichtbare Impulse für die Ökumene, da die Glaubwürdigkeit christlichen Handelns an der Versöhnungsbereitschaft der Kirchen untereinander gemessen wird. Fast 500 Jahre nach der von Deutschland ausgehenden Reformation haben die Kirchen hier eine große Chance für eine Einheit in Vielfalt, die nicht vertan werden darf.
„Die Frage der Abendmahlgemeinschaft darf nicht der Balken im Auge der Christen sein“ erklärt Christian Weisner von der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, „die große Mehrheit des Kirchenvolkes ist zur gemeinsamen Mahlfeier bereit.“ Auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 erwarten sehr viele Christinnen und Christen die ökumenische Mahlgemeinschaft, zumindest aber die Gewährung der eucharistischen Gastfreundschaft.
Es sei unglaubwürdig, so Weisner, immer wieder für die Einheit der christlichen Kirchen zu beten, jedoch die konkreten Schritte dorthin zu unterlassen. In den letzten Jahrzehnten sei sehr viel ökumenischer Geist „von unten“ gewachsen. Die bis zum Ökumenischen Kirchentag verbleibende Zeit muß deshalb von den Theologinnen und Theologen genutzt werden, den Glaubenssinn des Kirchenvolkes theologisch zu untermauern. Wir sind Kirche unterstützt das Bemühen der Präsidien des DEKT und des ZdK, die sich nach Kräften dafür einsetzen wollen, daß bei gemeinsamen Veranstaltungen in Zukunft auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich sein wird.
Auch wenn die fünf Ziele und Forderungen des 1995 durchgeführten KirchenVolksBegehrens auf die Erneuerung der römisch-katholischen Kirche ausgerichtet sind, sieht Wir sind Kirche Handlungsbedarfe in den evangelischen Kirchen, z.B. im Verhältnis zwischen Kirchenleitungen, Amtsträgern und Kirchenmitgliedern sowie bei der Erreichung einer wirklichen Chancengleichheit für Frauen in der Kirche.
Zur Information:
Das 1995 in Österreich gestartete KirchenVolksBegehren ist allein in Deutschland von 1,8 Mio. Menschen, darunter 1,5 Mio. Katholikinnen und Katholiken, unterzeichnet worden. Die daraus hervorgegangene Internationale Bewegung Wir sind Kirche ist mittlerweile auf allen Kontinenten vertreten und mit gleichgerichteten Reformgruppierungen in mehr als 30 Ländern vernetzt.