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Pressemitteilung Bonn / Frankfurt (Main) / Hannover, 17. April 2003 |
Die römische Trennung beim Abendmahl manifestiert den Stillstand in der Ökumene. Reformgruppen halten an Ökumenischen Gottesdiensten beim Kirchentag fest.
Zur Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ (Die Kirche lebt von der Eucharistie) nehmen das ökumenische Netzwerk „Initiative Kirche von unten“ (IKvu) und die katholische KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“, vertreten durch ihren gemeinsamen Arbeitskreis Ökumene, wie folgt Stellung:
Die neue Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ kennzeichnet sechs Wochen vor dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin einen neuen Tiefstand im ökumenischen Prozeß der Kirchen. Zum wiederholten Mal macht Rom deutlich, daß "Ökumene" - unter diesem Papst - nur nach römischen Spielregeln zu haben ist.
Nicht Trennung, sondern ein kommunikatives Handeln im respektvollen Miteinander ist das christliche Gebot der Stunde, das der kriegs- und notgeplagten Welt Hoffnung gäbe - der Papst hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
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Wie bereits lange angekündigt, werden die Initiative Kirche von unten (IKvu) und die KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord während des Ökumenischen Kirchentages in Berlin ökumenische Gottesdienste feiern, in denen nach intensiver theologischer Vorarbeit ausdrücklich zur wechselseitigen Gastfreundschaft eingeladen wird:
* einen ökumenischen Gottesdienst mit Eucharistie nach katholischem Ritus und "offener Kommunion",
* einen ökumenischen Gottesdienst mit Abendmahl in evangelischer Tradition „für alle“.
Außerdem werden die beiden Reformgruppen die Teilnehmenden des Ökumenischen Kirchentages dazu aufrufen, bei allen Gottesdiensten der Einladung zum Tisch des Herrn zu folgen, auch wenn diese Einladung in Berlin von den Kirchentagsleitungen nicht ausgesprochen wird. Die in der Enzyklika erfolgte Verurteilung der interkonfessionellen Konzelebration (44) und der Interkommunion (45) durch den Papst trifft hierfür nicht zu.
Ermutigt sehen wir uns auch durch die renommierten ökumenischen Institute in Bensheim, Straßburg und Tübingen, die jüngst ausführlich begründet haben, daß eucharistische Gastfreundschaft trotz der noch bestehenden Unterschiede im theologischen Verständnis und in der Praxis der Kirchen theologisch verantwortbar und in vielen Fällen pastoral sogar geboten ist. Die Institute plädieren für eine offene Praxis eucharistischer Gastfreundschaft als Normalfall im Leben ökumenisch verbundener Gemeinden, da die ökumenische Arbeit einen Stand erreicht hat, der nicht nur für einzelne Christen Konsequenzen hat, sondern gebietet, von einer reinen „Notstandsseelsorge“ zu einer offiziellen Praxis eucharistischer Gastfreundschaft voranzuschreiten.
Mehr Informationen:
Gemeinsamer Arbeitskreis "Ökumene" von IKvu und WsK, c/o Carl-Peter Klusmann, Dudenstraße 9, 44137 Dortmund Fon: +49 231 147303, Mail: klusmann@ikvu.de
Initiative Kirche von unten (IKvu), c/o Bernd Göhrig, Hartmann-Ibach Str. 67, 60389 Frankfurt Fon (mobil): +49(0)179-5244075, Mail: goehrig@ikvu.de Internet: www.ikvu.de
KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche", c/o Christian Weisner, Hildesheimer Straße 103, 30173 Hannover Fon: +49(0)511 800010, Mail: weisner@wir-sind-kirche.de Internet: www.wir-sind-kirche.de
Weiterführende Informationen im IKvu-SPECIAL "Gemeinsames Abendmahl, Interkommunion oder Eucharistische Gastfreundschaft?" unter http://www.ikvu.de/abendmahl/