12. November 2001

"Wir sind Kirche" ruft zu "eucharistischer Gastfreundschaft" auf

 

Berlin (KNA) Die Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" hat kritisiert, dass es beim ersten bundesweiten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin keine gemeinsame Abendmahlsfeier geben soll. Ohne dieses Zeichen verliere der Kirchentag an Glaubwürdigkeit, sagte Eva-Maria Kiklas vom Bundesteam der katholischen Reformbewegung am Montag vor Journalisten in Berlin. In vielen Kirchengemeinden in Deutschland und anderen Ländern sei die Teilnahme von Christen der jeweils anderen Konfession am Abendmahl bereits Praxis. Nach einer Entscheidung des Gemeinsamen Präsidiums des Ökumenischen Kirchentags soll es bei der Großveranstaltung keine gemeinsame Eucharistiefeier geben, sondern konfessionelle Feiern am Samstagabend und eine Abschlussveranstaltung am Sonntag ohne Abendmahl.

 

Die Bundesversammlung der Kirchenvolksbewegung am Wochenende in Berlin rief in einer Resolution zu einer "gegenseitigen eucharistischen Gastfreundschaft" beim Ökumenischen Kirchentag auf. Dazu wolle sie ihre beim jüngsten Evangelischen Kirchentag in Frankfurt/Main begonnene Unterschriftensammlung fortsetzen, sagte Kiklas, die auch dem Gemeinsamen Präsidium des Kirchentags angehört. Sie hoffe, dass entgegen dem Präsidiumsbeschluss viele Gemeinden in Berlin bereit seien, eine solche Gastfreundschaft zu gewähren. Wenn schon nicht ausdrücklich eingeladen werde, solle wenigstens auch niemand ausgeladen werden, fügte sie hinzu. An eine Wiederholung der umstrittenen ökumenischen Abendmahlsfeiern bei den vergangenen Katholikentagen in Mainz und Hamburg sei nicht gedacht. Nach der Feier in Hamburg war der als Konzelebrant daran teilnehmende katholische Priester vorübergehend von seinem Amt suspendiert worden. .....

 

 

12. November 2001

Katholische Reformbewegung fordert «Abendmahlsgemeinschaft»

 

Berlin (epd). Die katholische Reformbewegung «Wir sind Kirche» hat sich für eine gemeinsame Abendmahlsfeier von Protestanten und Katholiken auf dem bundesweit ersten ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin ausgesprochen. Mit dem «gemeinsamen Mahl» sollte ein «herausragendes ökumenisches Zeichen» gesetzt werden, das in die Zukunft wirkt, sagte das Präsidiumsmitglied des Ökumenischen Kirchentages und Mitglied der «KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche», Eva-Maria Kiklas, am Montag vor Journalisten in Berlin. Ohne ein gemeinsame Abendmahlsfeier im Abschlussgottesdienst werde der erste ökumenische Kirchentag an «Glaubwürdigkeit» verlieren.

Einen entsprechenden Leitantrag verabschiedete die am Wochenende in Berlin tagende zehnte Bundesversammlung der Reformbewegung «Wir sind Kirche». Eine mögliche gemeinsame Abendmahlsfeier im Rahmen des ökumenischen Kirchentages ist bisher am Widerstand der katholischen Amtskirche gescheitert. Nach Angaben der Reformbewegung wird das gemeinsame Abendmahl bereits in vielen Kirchengemeinden der 27 Diözesen in Deutschland praktiziert.

Als einen Schritt hin zu einer gemeinsamen Feier schlägt die Bundesversammlung vor, dass Kirchengemeinden «Einladungen» zum Abendmahl an die anderen christlichen Konfessionen aussprechen. Im Zeichen der «ökumenischen Gastfreundschaft» könne jede Kirche in ihrer eigenen Liturgie das Mahl gemeinsam mit anderen Christen feiern.

Die «KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche» ist aus dem im Herbst 1995 in Deutschland erfolgten Kirchenvolksbegehren hervorgegangen. Ziel der Bewegung, die sich aus 40 kirchlichen und gesellschaftlichen Reformgruppen zusammensetzt, ist die schrittweise Umsetzung von Forderungen, die von insgesamt über 1,8 Millionen Menschen - davon 1,5 Millionen Katholiken - durch ihre Unterschrift unterstützt wurden. Unter anderem setzt sich die Laienorganisation für die «volle Gleichberechtigung der Frauen» in der katholischen Kirche und die freie Wahl zwischen zölibatären und nicht-zölibatären Lebensformen ein.

 

 

09. / 05. November 2002 (Funk voraus am 03.11.2003)

Abendmahlfeiern nicht im offiziellen Kirchentag-Programm

 

Münster (KNA) Außerhalb des offiziellen Programms des ökumenischen Kirchentags in Berlin wird es gemeinsame Abendmahlfeiern geben. Dies bekräftigten die 75 Vertreter aus 20 von 27 deutschen Diözesen bei der 12. Bundesversammlung der Kirchenvolksbewegung am Wochenende in Münster. Unter den Teilnehmern befanden sich auch die beiden im Sommer geweihten „Priesterinnen“ Ida Raming und Iris Müller. Die Sprachregelungen für ein gemeinsames Abendmahl der beiden Kirchen klangen noch nicht endgültig festgelegt. Es fielen Beschreibungen wie gastfreundliche Einladung oder wechselseitige ökumenische Einladung.

„Wir benötigen eine ekklesiologische Abrüstung des Amtes“, betonte der Kölner katholische Theologe Johannes Brosseder. Es könne nicht sein, „dass sich das Amt in dieser Frage über den einladenden Jesu zum gemeinsamen Abendmahl hinwegsetzt“, sagte er. Alle Absichten des II. Vatikanums würden verraten, wenn nicht weiter daran gearbeitet werde. Die Gemeinschaft müsse sich über die Taufe hinaus auch im gemeinsamen Mahl wiederspiegeln. Die Abendmahlgemeinschaft sei Grundlage der Kirchengemeinschaft.

 

„Getaufte Christen zum evangelischen Abendmahl eingeladen“

 

Pfarrer Walter Fleischman-Bisten vom Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes, Bensheim, ging in seinem Referat auf die evangelische Praxis bei gastfreundschaftlichen Einladungen zum gemeinsamen Abendmahl ein. „Wir können doch nicht die Augen davor verschließen, als ob es solche gemeinsamen Feiern nicht gäbe.“ Alle getauften Christen seien zum evangelischen Abendmahl eingeladen, wenn sie dort das Mahl des Herren wiederzuerkennen glauben. „Die Leitung der Abendmahlfeier gilt nach evangelischem Verständnis als weitgehend zweitrangig, anders als in der römisch-katholischen Kirche“, erläuterte Fleischmann-Bisten. Doch er warf die Frage auf, “ob wir dadurch katholischen Christen in Gewissenskonflikte bringen, denn wir würden damit gerade engagierten römisch-katholischen Mitchristen keinen guten Dienst erweisen“.

Beide Referenten sahen im Vorfeld des ökumenischen Kirchentages noch einige Konflikte voraus. Dennoch solle die Chance nicht vertan werden, mit dem ersten Schritt praktizierter eucharistischer Gastfreundschaft auf dem gemeinsamen Berliner Kirchentag zu beginnen und sich so sichtbar auf den Weg in die künftige Gemeinschaft der Kirchen zu begeben

 

 

18. Dezember 2002

Tübinger Theologe Küng unterstützt gemeinsames Abendmahl

Katholische Laienorganisationen fordern weiter “Abendmahle für alle”

 

Hannover/ Berlin (idea) - Der katholische Theologieprofessor Hans Küng (Tübingen) unterstützt die Pläne katholischer Laienorganisationen für ein gemeinsames Abendmahl beim Ökumenischen Kirchentag Berlin 2003. „Mir ist es unbegreiflich, dass trotz aller theologischen Gutachten ein gemeinsames Abendmahl sowohl von der katholischen wie der protestantischen Hierarchie blockiert wird”, schreibt Küng im Weihnachtsbrief der katholischen KirchenVolksBewegungWir sind Kirche” (Hannover). „Auch wenn ein katholischer und ein evangelischer Mahlgottesdienst mit der Einladung zur wechselseitigen eucharistischen Gastfreundschaft nur eine Minimalrealisierung von dem darstellt, was auf dem ersten ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 geschehen sollte, ist es doch ein Lichtblick und ein Schritt in die richtige Richtung, den hoffentlich möglichst viele mitgehen.”

Die Organisation „Wir sind Kirche“ plant, zusammen mit der ebenfalls katholischen Initiative „Kirche von unten” und der evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord während des Christentreffens drei ökumenische Gottesdienste außerhalb des offiziellen Programms zu feiern. Dabei soll es einen Gottesdienst im katholischem Ritus mit „offener Kommunion”, einen evangelischen Gottesdienst mit „Abendmahl für alle” und einen Agape-Gottesdienst mit „gemeinsamem Essen und Trinken“ geben, zu denen Christen aller Konfessionen in „eucharistischer Gastfreundschaft“ zugelassen werden sollen. Offizielle Vertreter beider großen Kirchen lehnen diese Pläne ab.