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Zum 25. Mal jährt sich am 18. Dezember 2004 der Tag, an dem Prof.
DDr. Hans Küng durch die römische Glaubenskongregation die
kirchliche Lehrbefugnis entzogen wurde. Küng, 1962 von Papst Johannes XXIII.
zum offiziellen Konzilsberater ernannt, war damals Professor der dogmatischen
und ökumenischen Theologie und Direktor des Instituts für ökumenische
Forschung an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Nach dem Zweiten
Vatikanischen Konzil (1962-1965) und aus Anlass der Enzyklika "Humanae Vitae" zur
Geburtenregelung hatte Küng in seinem 1970 erschienenen Buch "Unfehlbar?
Eine Anfrage" die 1870 zum Dogma erhobene Unfehlbarkeit des päpstlichen
Lehramtes thematisiert.
Damit hat Hans Küng wie kein anderer in unserer Zeit die verkündeten
Wahrheiten in der Kirche hinterfragt. 1968 hatte er mit anderen Theologen die
Erklärung "Für die Freiheit der Theologie" entworfen, die schließlich
von 1360 katholischen Theologinnen und Theologen aus aller Welt - darunter
auch Joseph Ratzinger, dem jetzigen Präfekten der Glaubenskongregation
- unterschrieben wurde. 1989 war Küng Mitunterzeichner der "Kölner
Erklärung".
Nach dem Entzug seiner Lehrbefugnis im Jahr 1979 erhielt Küng einen außerhalb
der katholischen Fakultät geschaffenen Lehrstuhl für ökumenische
Theologie, den er bis 1997 innehatte. Mit seinem 1990 vorgestellten "Projekt
Weltethos" schuf Küng die Grundlage für die "Stiftung Weltethos" (www.weltethos.org),
deren Präsident der 76-jährige heute ist.
Dass Küngs Anfragen an das Papsttum in seiner gegenwärtigen Form
keineswegs erledigt sind, zeigen die zunehmenden Konflikte zwischen Rom und
den Ortskirchen sowie die Paralysierung der Bischofssynoden. Überaus große
Zustimmung erhielt Küng bei der Großveranstaltung des diesjährigen
Ulmer Katholikentags "Die Zukunft der Kirche 40 Jahre nach der Dogmatischen
Konstitution Lumen Gentium" mit Kardinal Karl Lehmann und Dr. Hanna-Renate
Laurien - die erste öffentliche Begegnung mit dem Vorsitzenden der Deutschen
Bischofskonferenz seit dem Entzug der Lehrbefugnis.
Nach Ansicht der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche schadet es
dem Ansehen der Kirche wie dem Ansehen der wissenschaftlichen Theologie, wenn
der Vatikan immer wieder ein dialogisches Zusammenwirken von kirchlichem und
akademischem Lehramt durch Lehrentzugsverfahren oder durch die Verweigerung
des "Nihil obstat" stört.
Zum 1. Oktober 2004 wurde Prof. Dr. August Jilek , Inhaber
des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholischen Fakultät
der Universität Regensburg, durch den Regensburger Bischof Dr. Gerhard
Ludwig Müller im Auftrag des Vatikan die Lehrerlaubnis entzogen. Jilek
war als Berater für den durch Bischof Müller des Amtes enthobenen
Pfarrer Hans Trimpl und andere Pfarrer dieses Bistums in Konfliktsituationen
tätig.
Prof. Dr. Michael Bongardt wurde 2003
die kirchliche Lehrerlaubnis als Professor für Systematische Katholische
Theologie und Dogmatik entzogen, nachdem er sein Priesteramt niedergelegt
hatte.
Der Tübinger Moraltheologin und Privatdozentin Dr. Regina Ammicht-Quinn hatte
der zuständige Trierer Bischof Reinhard Marx Anfang August 2003 das "Nihil
obstat" verweigert und damit ihre Berufung auf einen Lehrstuhl an die Universität
in Saarbrücken verhindert.
Außerhalb der Universitäten wird die Reihe derer, die Rom ins Abseits
verwiesen hat, von Jahr zu Jahr noch größer. Die KirchenVolksBewegung Wir
sind Kirche bedauert es sehr, dass die römisch-katholische Kirche
es sich immer noch leistet, wertvolle Charismen verloren gehen zu lassen, und
fordert die Kirchenleitung auf, den Dialog auch mit kritischen Christen und
Christinnen - für die die folgenden Personen exemplarisch stehen - wieder
aufzunehmen.
Am 13. Januar 1995 wurde Bischof Jacques Gaillot , seit 1982
Bischof von Evreux (Normandie, Frankreich), vom Vatikan seines Amtes enthoben
und zum Titularbischof von Partenia ernannt, einer seit dem 5. Jahrhundert
im Wüstensand Nordafrikas versunkenen Diözese. Sein unermüdliches
Engagement galt und gilt vor allem den "Sans-papiers" (den Ausländern "ohne
Papiere").
Der Benediktinermönch Williges Jäger , einer der
bedeutendsten Zen-Meister der Gegenwart, musste sich im Jahr 2002 von seinem
Kloster "beurlauben" lassen, nachdem ihm die Glaubenskongregation in Rom aufgefordert
hatte, seine Haltung zum christlichen Glauben zu revidieren.
Am 4. Dezember 2004 wurde von Rom die endgültige Suspension gegenüber Prof.
DDr. Gotthold Hasenhüttl ausgesprochen, weil er beim Ökumenischen
Kirchentag 2003 in Berlin in der Gethsemane-Kirche die evangelischen Mitchristen
zur Teilnahme am eucharistischen Mahl eingeladen hat.
Der wegen seiner Teilnahme am evangelischen Abendmahl bei einem anderen ökumenischen
Gottesdienst während des Ökumenischen Kirchentages in Berlin schwer
gemaßregelte katholische Priester Bernhard Kroll musste
auf Drängen von Bischof Dr. Walter Mixa auf sein Gemeindepfarramt verzichten
und eine andere Ausbildung beginnen, ist jedoch weiterhin Priester der Diözese
Eichstätt.
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