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Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche appelliert an die am 19./20.
November 2004 in Bonn-Bad Godesberg tagende Vollversammlung des Zentralkomitees
der Deutschen Katholiken (ZdK), das Jahr 2008 nicht als Termin für den
zweiten Ökumenischen Kirchentag aufzugeben. Dies wäre kein gutes Signal
für die Ökumene und birgt die große Gefahr, dass die ermutigenden
Aufbrüche des sehr erfolgreichen ersten Ökumenischen Kirchentages
2003 in Berlin ins Leere laufen.
Wir sind Kirche bedauert, dass sich das ZdK wegen der Bischofsvakanz
im Jahr 2008 (der jetzige Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter wird Anfang
2008 mit 80 Jahren in den Ruhestand treten) nicht in der Lage sieht, den
angedachten Termin zu verwirklichen.
Eine Verschiebung über das Jahr 2008 hinaus widerspricht dem Verlangen
einer Vielzahl von Christen und Christinnen, die sich für mehr Gemeinsamkeiten
der Kirchen einsetzen. Mehr als 30.000 Teilnehmende des Ökumenischen Kirchentages
hatten in Berlin dafür votiert, spätestens 2008 einen weiteren gemeinsamen
Kirchentag auszurichten.
Nach Ansicht der katholischen Reformbewegung ist beispielsweise der Raum Essen,
den das ZdK jetzt als Ort des 97. Deutschen Katholikentages beschließen
will, als Standort für den nächsten Ökumenischen Kirchentag
zu prüfen. Das Ruhrgebiet, seit jeher Schmelztiegel der Konfessionen
und Religionen, ist prädestiniert für dieses ökumenische Großereignis.
In einer Zeit, in der auch wegen zurückgehender finanzieller Mittel
die Zusammenarbeit auf vielen Gebieten geboten ist, sind getrennte Katholiken-
bzw. Kirchentage ein vergebliches Bemühen, das eigene Profil zu wahren.
Denn eine kontinuierliche Praxis der Ökumene bis hin zur ökumenischen
Mahlgemeinschaft sind Prüfsteine für die Glaubwürdigkeit
des Christentums. Gerade auch angesichts mancher Schwierigkeiten in der
Umsetzung: Ökumene ist nicht in das Belieben der Kirchen gestellt,
sondern Auftrag Jesu, „damit die Welt glaubt, dass Du mich gesandt hast“ (Joh
17, 21).
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