Pressemitteilung

Hannover, 22. Oktober 2004

Entzug der Lehrbefugnis von Progessor Jilek ist ein weiteres Signal für rückwärts gewandte Entwicklungen in der römisch-katholischen Druckfreundliche FassungKirche

 

In dem im direktem Auftrag der Bildungskongregation des Vatikans (Congregatio de Institutione Catholica) erfolgten Entzug der Lehrerlaubnis gegenüber Professor Dr. August Jilek durch den Regensburger Bischof, Gerhard Ludwig Müller sieht die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche ein weiteres erschreckendes Signal rückwärts gewandter Tendenzen in der römisch-katholischen Kirche.

Als Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholischen Fakultät der Universität Regensburg trägt Prof. Jilek seit vielen Jahren dazu bei, in der Liturgie Selbstbewusstsein, Selbstverantwortlichkeit und liturgische Fähigkeiten im Kirchenvolk zu fördern. Jilek versucht, auf die Anfragen der Menschen von heute zeitgemäße Antworten zu geben, die in die Zukunft weisen. Gerade die wachsende Mündigkeit scheint aber Teilen der Kirchenhierarchie mehr und mehr ein schmerzhafter Dorn im Auge zu sein.

Erst im April dieses Jahres hat die Liturgie-Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ (Sakrament der Erlösung) verdeutlicht, dass die Entwicklungen zu einer volksnahen Liturgie von der Hierarchie nicht gewünscht sind. Insofern bewertet die KirchenVolksBewegung die Entfernung des Liturgiewissenschaftlers und engagierten Vermittlers liturgischer Kompetenz an Laien aus der kirchlichen Lehrverantwortung auch als politisches Signal gegen eine zukunftsfähige Liturgie.

Müller hat dem Liturgiewissenschaftler der Universität Regensburg mit Wirkung zum 1. Oktober die Lehrbefugnis entzogen, weil dieser in zwei Briefen an seinen Heimatbischof Kardinal Karl Lehmann und an den bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel einen Kirchenaustritt erwogen hatte (von dem Jilek nach eigenen Aussagen inzwischen wieder Abstand genommen hat). Mehr als befremdlich ist, dass an Kardinal Lehmann gerichtete vertrauliche Briefe an Dritte weiter gegeben und in der Öffentlichkeit zitiert wurden.

„Die in den Briefen von Prof. Jilek beschriebene Not auf Grund der Amtsführung von Bischof Müller spüren auch viele Gläubige im Bistum“, so Sigrid Grabmeier, Deggendorf, vom Bundesteam der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche und von Wir sind Kirche im Bistum Regensburg, „In dieser schwer auszuhaltenden Situation tragen sich jetzt viele Menschen unseres Bistums mit dem Gedanken, aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten.“

Das Eintreten von Prof. Jilek als Berater für den durch Bischof Müller des Amtes enthobenen Pfarrer Hans Trimpl hatte die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche schon vor längerer Zeit zum Anlass genommen, Prof. Jilek zu ihrer Bundesversammlung in Regensburg als Gesprächspartner einzuladen. Der ebenfalls zu dem Gespräch am Freitagabend eingeladene Domkapitular Dr. Max Hopfner, zuständig für das bischöfliche Konsistorium in Regensburg, sagte eine Teilnahme ab.

Die 16. öffentliche Bundesversammlung der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche findet vom 22. bis 24. Oktober 2004 in Regensburg im Runtingersaal in der Keplerstraße statt.

Mehr Informationen :
Sigrid Grabmeier
Köckstraße 1 D-94469 Deggendorf
Tel: +49 (0991) 29 79 585, mobil: +49 (0170) 8626 290
eMail: sigrid@grabmeier.net
Internet: www.wir-sind-kirche.de    und   www.wsk-regensburg.de

 

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