Pressemitteilung

Hannover, 17. Oktober 2004

Wir sind Kirche zum Jahr der Eucharistie: Druckfreundliche Fassung

Gemeinden darf das Recht auf die Eucharistiefeier nicht vorenthalten werden

 

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche erinnert angesichts des jetzt eröffneten Jahres der Eucharistie an das Recht der Gemeinde auf die Eucharistiefeier. Dieses Recht ist vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) ausdrücklich bestätigt worden (SC 14) und ist im kirchlichen Gesetzbuch Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983 verankert: "Die Gläubigen haben das Recht, aus den geistlichen Gütern der Kirche, insbesondere dem Wort Gottes und den Sakramenten, Hilfe von den geistlichen Hirten zu empfangen." (Can. 213 CIC).

Die katholische Reformbewegung Wir sind Kirche mahnt deshalb die Kirchenleitung an ihre Pflicht, den Gläubigen die Wahrnehmung dieses Rechtes zu ermöglichen. Weil diese Pflicht im Wesen der Eucharistie selber wurzelt, ist sie ,göttliches Recht' und überbietet ,im Konfliktfall das legitime Bestreben der Kirche nach einem zölibatären Seelsorgeklerus' so der Konzilstheologe Karl Rahner (zitiert nach: W. Seibel, Das Recht der Gemeinden auf Priester; StZ 1992,1)."

Aufruf des Papstes für Engagement in der Gesellschaft wird begrüßt
Die Kirchenvolksbewegung begrüßt das Apostolische Schreiben "Mane nobiscum Domine - Bleibe bei uns, Herr", das Papst Johannes Paul II. soeben veröffentlicht hat und mit dem er Bischöfen, Priestern und Gläubigen einen Leitfaden geben möchte für das "Jahr der Eucharistie", das am 17. Oktober 2004 eröffnet wurde.

Zu Recht weist der Papst darauf hin, dass die Eucharistie als "Feier der realen Präsens Christi - Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens" sei. Von besonderer Bedeutung und Dringlichkeit erscheint der KirchenVolksBewegung sein Aufruf, dass für die Gläubigen aus der Begegnung mit Christus in der Eucharistie auch ein entsprechendes Zeugnis und Engagement in der Gesellschaft folgen müsse. Die "Kultur der Eucharistie" müsse eine "Kultur des Dialogs" fördern und zu einer "Gesellschaft mit mehr Gerechtigkeit und Brüderlichkeit" führen. Johannes Paul II. sieht in der Eucharistie eine "große Schule des Friedens" und erinnert an die Millionen Menschen, die von Hunger und Krankheit, vor allem in den Entwicklungsländern gequält werden, und an das Problem der Arbeitslosigkeit und der Migration.

Nach Ansicht der KirchenVolksBewegung darf es aber nicht nur beim Appell des Papstes bleiben. Das Kirchenvolk erwartet, dass Weltkirche wie Ortskirchen sich noch mehr als bisher den vom Papst angesprochenen Aufgaben zuwenden, damit die christliche Botschaft glaubwürdig bleibt.

Wir sind Kirche -Stellungnahme zur Weltbischofssynode 2005 in Vorbereitung
Für die vom 2. bis 29. Oktober 2005 geplante Weltbischofssynode "Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche" hat die vatikanische Vorbereitungskommission Lineamenta mit Fragebogen erstellt, zu dem ausdrücklich "alle Glieder der Kirche eingeladen (sind), ihren Beitrag anzubieten, damit die Antworten auf den Fragebogen [-] vollständig und signifikativ sind und ein fruchtbares synodales Arbeiten gewährleisten."

Wir sind Kirche bedauert, dass die deutschen Bischöfe trotz der ausdrücklichen Aufforderung aus Rom das Kirchenvolk nicht beteiligt haben. Deshalb erarbeitet die deutsche KirchenVolksBewegung derzeit eine eigene Stellungnahme, die sie fristgemäß bis zum 31.12.2004 vorlegen wird.

Lineamenta zur Bischofssynode im Internet:
www.vatican.va/roman_curia/synod/documents/rc_synod_doc_20040528_lineamenta-xi-assembly_ge.html

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