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Rücktritt ist wichtig, unausweichlich und gut
Die österreichische Plattform "Wir sind Kirche" ist erleichtert, dass
mit dem Rücktritt Bischof Krenns ein wichtiger und unvermeidlicher erster
Schritt für die Erneuerung in der Diözese St. Pölten gesetzt
wird. Viele Menschen in und außerhalb der Diözese St. Pölten
atmen auf und können nach langen Jahren endlich wieder hoffnungsvoll in
die Zukunft schauen. Allen, die daran mitgewirkt haben, ist zu danken!
Entschuldigung wäre angebracht
Mit einer schlichten Entschuldigung jener vatikanischen Stellen, die Krenn
zum Bischof bestellt haben und jener Personen, die als "Einflüsterer
des Papstes" in Österreich bekannt geworden sind, könnte eine erste
Handreichung und damit ein wichtiger Schritt in Richtung Aufarbeitung gesetzt
werden. Gerade jetzt, in der beginnenden "Nach-Krenn-Ära" wird es vieler
offener Gespräche bedürfen, die dem Austausch von Wahrnehmungen
und Einsichten, dem Verzeihen und Vergeben dienen.
Nachfolge Krenns über "Diözesankonklave" regeln
Die Frage, wer Bischof Krenn nachfolgt, ist jetzt aktuell. Die Form, in der
die Kandidaten gesucht, geprüft und zum Nachfolger ernannt werden, ist
Wegweiser für die Zukunft. Gerade jetzt wäre es wichtig, möglichst
alle Betroffenen einzubinden, um damit gegenseitiges Vertrauen und Verantwortung
füreinander wieder wachsen zu lassen.
Die Plattform "Wir sind Kirche" schlägt daher zur Kandidatenfindung den
Prozess eines "Diözesankonklaves" vor. In diesem
sollen die Menschen in den Pfarren befragt werden und die Pfarrgemeinderäte
die Vorschläge zusammentragen. Gewählte Frauen und Männer, Kleriker
und Laien aus den Pfarrgemeinderäten könnten ihre Vorschläge
in den Dekanaten austauschen und bündeln. Sie sollen in einer überschaubaren
und gewählten, die Menschen der Diözese repräsentierenden Versammlung, übergeben
werden. Diese tritt zu einem "Diözesankonklave" zusammen um im Gebet,
der Stille und Einkehr sowie im Gespräch und der fruchtbaren Auseinandersetzung
einen "Dreiervorschlag" an den Papst zu erarbeiten.
In einem solchen Prozess, wenn er ehrlich und transparent geführt wird,
kann wieder viel Vertrauen wachsen, welches in den letzten Jahren verloren
gegangen ist. Ein offener "Dialog-Prozess", über alle Grenzen hinweg,
kann die Basis für die notwendigen Reformen sein.
Nur mit echten Reformen ist ein Neuanfang möglich
Die Plattform "Wir sind Kirche" ist überzeugt, dass ein echter Neuanfang
nur möglich ist, wenn die Kluft zwischen Kleriker und Laien in einem geschwisterlichen
Miteinander überwunden, wenn Frauen und Männer, verheiratet und unverheiratet,
in Entscheidungen eingebunden werden und ihnen Verantwortung übertragen
wird. Die Botschaft Jesu verträgt sich nicht mit Leibfeindlichkeit und
Diskriminierung. Sie ist und bleibt eine lebensbejahende "Frohbotschaft"! Nur
so könne sie die Menschen verstehen und akzeptieren.
Ing. Hans-Peter Hurka, Wien, Vorsitzender der Plattform "Wir
sind Kirche" - Österreich
Dr. Martha Heizer, Absam, Sprecherin der Plattform "Wir sind Kirche" - Österreich
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