Pressemitteilung

Wien, 30. September 2004

Die deutsche KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche übernimmt inhaltlich die Presseaussendung der österreichischen Plattform „Wir sind Kirche” Druckfreundliche Fassung

Rüchtritt Krenns ist wichtige Etappe, nicht das Ziel

 

Rücktritt ist wichtig, unausweichlich und gut
Die österreichische Plattform "Wir sind Kirche" ist erleichtert, dass mit dem Rücktritt Bischof Krenns ein wichtiger und unvermeidlicher erster Schritt für die Erneuerung in der Diözese St. Pölten gesetzt wird. Viele Menschen in und außerhalb der Diözese St. Pölten atmen auf und können nach langen Jahren endlich wieder hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Allen, die daran mitgewirkt haben, ist zu danken!

Entschuldigung wäre angebracht
Mit einer schlichten Entschuldigung jener vatikanischen Stellen, die Krenn zum Bischof bestellt haben und jener Personen, die als "Einflüsterer des Papstes" in Österreich bekannt geworden sind, könnte eine erste Handreichung und damit ein wichtiger Schritt in Richtung Aufarbeitung gesetzt werden. Gerade jetzt, in der beginnenden "Nach-Krenn-Ära" wird es vieler offener Gespräche bedürfen, die dem Austausch von Wahrnehmungen und Einsichten, dem Verzeihen und Vergeben dienen.

Nachfolge Krenns über "Diözesankonklave" regeln
Die Frage, wer Bischof Krenn nachfolgt, ist jetzt aktuell. Die Form, in der die Kandidaten gesucht, geprüft und zum Nachfolger ernannt werden, ist Wegweiser für die Zukunft. Gerade jetzt wäre es wichtig, möglichst alle Betroffenen einzubinden, um damit gegenseitiges Vertrauen und Verantwortung füreinander wieder wachsen zu lassen.

Die Plattform "Wir sind Kirche" schlägt daher zur Kandidatenfindung den Prozess eines "Diözesankonklaves" vor. In diesem sollen die Menschen in den Pfarren befragt werden und die Pfarrgemeinderäte die Vorschläge zusammentragen. Gewählte Frauen und Männer, Kleriker und Laien aus den Pfarrgemeinderäten könnten ihre Vorschläge in den Dekanaten austauschen und bündeln. Sie sollen in einer überschaubaren und gewählten, die Menschen der Diözese repräsentierenden Versammlung, übergeben werden. Diese tritt zu einem "Diözesankonklave" zusammen um im Gebet, der Stille und Einkehr sowie im Gespräch und der fruchtbaren Auseinandersetzung einen "Dreiervorschlag" an den Papst zu erarbeiten.

In einem solchen Prozess, wenn er ehrlich und transparent geführt wird, kann wieder viel Vertrauen wachsen, welches in den letzten Jahren verloren gegangen ist. Ein offener "Dialog-Prozess", über alle Grenzen hinweg, kann die Basis für die notwendigen Reformen sein.

Nur mit echten Reformen ist ein Neuanfang möglich
Die Plattform "Wir sind Kirche" ist überzeugt, dass ein echter Neuanfang nur möglich ist, wenn die Kluft zwischen Kleriker und Laien in einem geschwisterlichen Miteinander überwunden, wenn Frauen und Männer, verheiratet und unverheiratet, in Entscheidungen eingebunden werden und ihnen Verantwortung übertragen wird. Die Botschaft Jesu verträgt sich nicht mit Leibfeindlichkeit und Diskriminierung. Sie ist und bleibt eine lebensbejahende "Frohbotschaft"! Nur so könne sie die Menschen verstehen und akzeptieren.

Ing. Hans-Peter Hurka, Wien, Vorsitzender der Plattform "Wir sind Kirche" - Österreich
Dr. Martha Heizer, Absam, Sprecherin der Plattform "Wir sind Kirche" - Österreich

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