Pressemitteilung |
Hannover, 5. Juni 2004 |
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Die KirchenVolksbewegung Wir sind Kirche ist sehr enttäuscht, dass - wie gestern bekannt wurde - der Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Kardinal Ratzinger die Suspendierung des Priesters und Dogmatikprofessors Gotthold Hasenhüttl bestätigt hat. Hasenhüttl war im vergangenen Jahr vom Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx suspendiert worden, nachdem er bei einem der von der KirchenVolksBewegung und der Initiative Kirche von unten vorbereiteten Gottesdiensten während des Ökumenischen Kirchentages in der Berliner Gethsemanekirche auch evangelische Christen und Christinnen zum Empfang der Eucharistie eingeladen hatte. "Bis zuletzt hatten wir von Rom eine andere Entscheidung erwartet", erklärt Christian Weisner vom Bundesteam der KirchenVolksBewegung, "wird doch diese formalistische Entscheidung kurz vor dem Katholikentag in Ulm von der großen Mehrheit der Katholiken und Katholikinnen nicht verstanden. Trotz aller Verbote und Drohungen wird es Rom nicht gelingen, die theologisch begründete und weithin geübte Praxis der Eucharistischen Gastfreundschaft in der Ökumene zu stoppen." Die in dem vatikanischen Dekret enthaltenen Aussagen, dass "es nicht möglich ist, einer Person die Kommunion zu reichen, die nicht getauft ist oder die unverkürzte Glaubenswahrheit über das eucharistische Mysterium zurückweist" und dass "die Bande der Gemeinschaft in den Sakramenten wirklich bestehen müssen, besonders in der Taufe und in der Priesterweihe" sind eine schwere Belastung für die Ökumene mit den Kirchen der Reformation. Die Suspendierung Hasenhüttls ist auch insofern unverständlich und ungerechtfertigt, als die Eucharistie-Enzyklika des letzten Jahres zumindest Ausnahmen für nichtkatholische Christen vorsieht, die zur Kommunion hinzutreten. Hasenhüttl hat auch jetzt, wie schon nach der Suspendierung durch Bischof Marx im Sommer 2003, die Möglichkeit eines Rekurses wahrgenommen, der aufschiebende Wirkung hat, da Hasenhüttl der erneuten Forderung nach Reue und Unterwerfung unter die kirchliche Ordnung in diesem Punkt aus Gewissensgründen nach eigener Aussage nicht nachkommen kann. Während des Katholikentages wird Prof. Hasenhüttl am Samstag, 19. Juni um 10 Uhr in der Uni-Klinik Ulm an einer Podiumsdiskussion "Eiszeit in der Ökumene? - Eucharistische Gastfreundschaft am Ende?" mitwirken. Diese Veranstaltung der KirchenVolksBewegung ist nicht in das offizielle Programm des Katholikentages aufgenommen worden. Dekret der Glaubenskongregation und Stellungnahme von Prof. Hasenhüttl |
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