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Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche befürchtet, dass
die heute veröffentliche Liturgie-Instruktion "Redemptionis Sacramentum" (Sakrament
der Erlösung) zu einer zunehmenden Klerikalisierung und nicht zu
einer
Evangelisierung und Vertiefung des Glaubenslebens beitragen wird.
Wir sind Kirche geht davon aus, dass die neue Liturgie-Instruktion
im Kirchenvolk genauso wenig Beachtung und Widerhall finden wird wie
die
Laien-Instruktion vom Herbst 1997. Die neue Instruktion ist ein Zeichen
großen Misstrauens sowie einer übertriebenen Regelung und
Vergesetzlichung
des Glaubenslebens. Nach Ansicht der katholischen Reformbewegung ist
sie
auch Ausdruck einer weit überzogenen Zentralisierung, die die Inkulturation
des christlichen Gottesdienstes in die weltweiten Kulturen eher verhindert
als fördert.
Mit der deutlichen Rückwärtsbewegung auf eine vorkonziliare
Liturgie hin
wird die Zahl der Gottesdienstbesucher noch weiter zurückgehen.
Zu
befürchten ist, dass die Instruktion die Spaltung zwischen Klerus
und
Kirchenvolk bei der gemeinsamen Feier der Eucharistie wieder verstärkt.
Sie
widerspricht damit in gravierender Weise dem Communio-Gedanken des Zweiten
Vatikanischen Konzils (1962-1965).
Die in der Instruktion enthaltene Aufforderung an alle Katholiken und
Katholikinnen, Anzeige gegen liturgischen Missbrauch zu erstatten, also
zur
Denunziation, ist in höchstem Maße unchristlich.
Die Betonung des Opfergedankens in der Eucharistiefeier ist theologisch
seit
langem überholt, denn - wie es insbesondere im Hebräerbrief
heißt - das
Opfer Christi ist ein für alle Mal geschehen, es muss nicht wiederholt
werden. Die Eucharistiefeier ist vielmehr eine Dankes- und Gedächtnisfeier.
Mit der Aktion "Wir feiern Hoffnung", die die KirchenVolksBewegung
in Kürze
starten wird, will die Initiative die Gemeinden ermutigen, ihre
Gottesdienstpraxis, die sie auf der Basis des Zweiten Vaticanums entwickelt
haben, beizubehalten und weiter zu entwickeln. Die Zukunft der Kirche
wird
auch davon abhängen, ob es gelingt, Gottesdienst so zu feiern, dass
der
heutige Mensch sich in ihm ausdrücken und wiederfinden kann.
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