Pressemitteilung

Hannover / Deggendorf, 20.April 2004

Druckfreundliche Fassung Wir sind Kirche fordert mehr Transparenz und Mitwirkung des Kirchenvolkes bei den Kirchensteuern

 

Anlässlich der Diskussion zur steuerlichen Begünstigung von Kirchensteuerzahlenden fordert die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche mehr Transparenz und effektivere Mitwirkung des Kirchenvolks bei der Kirchensteuer statt neuer Formen staatlicher Subventionierung.

Weltweit nahezu einmalig sind die den Kirchen in Deutschland vom Staat gewährten Privilegien bei der Kirchensteuer. Zusätzlich begünstigt der Staat die kirchensteuerzahlenden Bürger und Bürgerinnen durch die unbeschränkte Verminderung des zu versteuernden Einkommens um die bezahlte Kirchensteuer. Durch die Einführung der Kirchensteuer und der Kirchensteuergremien wurde staatlicherseits zwar auch eine erste Mitwirkung des Kirchenvolks am Leitungsdienst in den Kirchen geschaffen. Diese wird jedoch selten voll ausgeschöpft und ist im Bewusstsein des Kirchenvolkes nur unzureichend verankert.

Wenn in verstärktem Maße Kirchenmitglieder durch Austritt die staatsrechtlichen Bande mit ihrer Kirche lösen und damit die Kirchensteuerzahlungen deutlich verringert werden, kann es nach Auffassung der KirchenVolksBewegung nicht die Aufgabe der Politik sein, zu überlegen, wie den Kirchen neue weitere Möglichkeiten staatlicher Subventionierung eröffnet werden können. Vielmehr ist es die Aufgabe der Kirchenleitungen, offen und ehrlich auf die unterschiedlichen Gründe für die Abwendung vieler Gläubiger von der Institution Kirche zu schauen.

Das Augenmerk ist ebenso darauf zu legen, wie die Möglichkeiten der Mitbestimmung bei der Verwendung von Kirchensteuergeldern genutzt werden. "Wer von den katholischen Kirchensteuerzahlenden weiß denn schon, wer ihn im Diözesansteuerausschuss vertritt, wie dieser zustande kommt und in welcher Weise dort Beschlüsse gefasst werden?" so Sigrid Grabmeier vom Bundesteam der KirchenVolksBewegung. "Auch gibt es keinen unabhängigen Rechnungshof, der die Ausgaben überprüft." Mehr Transparenz in der festgelegten Mitbestimmung auf der einen Seite, mehr Interesse und Engagement im Kirchenvolk bei der Verwendung der Gelder auf der anderen Seite sind dringend notwendig. Wenn die Menschen besser Bescheid wissen und stärker mitwirken können, dann kann das auch ein erster Schritt sein, um eben nicht aus der Kirche auszutreten!"

Die KirchenVolksBewegung hat in einem differenzierenden Papier "Die Kirchensteuer und die Mitwirkung des Kirchenvolks am Leitungsdienst - mehr Geschwisterlichkeit im kirchlichen Finanzwesen" (siehe www.wir-sind-kirche.de/wsk/doku/d_kirchensteuer) vor allem auf die sakramentale Bedeutung der Taufe für die Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi hingewiesen. Wir sind Kirche klärt darin über die staats- und kirchenrechtlichen Konsequenzen eines Kirchenaustritts auf. Darüber hinaus wird über die durch die deutschen Bischöfe vorgenommene jedoch kirchenrechtlich sehr fragwürdige Gleichsetzung von staatsrechtlichem Austritt und Exkommunikation informiert. Alternative Modelle zur Kirchenfinanzierung wie das in der Schweiz, bei der die Kirchensteuer an die Gemeinde vor Ort gezahlt wird, werden zur Diskussion gestellt.

Die Position der KirchenVolksBewegung ist es, nicht zum Kirchenaustritt oder zur Umwidmung von Kirchensteuer aufzufordern, sondern nach alternativen Modellen für die Kirchensteuer zu suchen, die stärker als bisher auf einer Basis der Geschwisterlichkeit in der Kirche fußen.

Kontakt:
Sigrid Grabmeier, Bundesteam KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
Köckstr.1 - 94469 Deggendorf
Tel. 0991-2979-585 - Mobil: 0170-862-6290
Email:sigrid@grabmeier.net

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