Christoph Schomer zum Pride-Monat „Juni“

Jesu umfassendes Liebesgebot mit Füßen getreten

Siehe auch Pressemeldung von We are Church International vom 18. Juni 2026
 

Nun hat Ghanas Parlament trotz internationaler Proteste eines der brutalsten Anti-LGBTQI+-Gesetze der Welt verabschiedet. Sollte Präsident Mahama es unterzeichnen, drohen queeren Menschen Haftstrafen – allein wegen ihrer Identität oder ihres Einsatzes für Gleichberechtigung. Die Unterzeichnung ist jederzeit möglich.

Doch statt Solidarität: Ghanas katholische Bischöfe und der „Christliche Rat von Ghana“ (CCG) unterstützten schon den Entwurf dieses Gesetzes. Ihr Argument? Der Schutz „traditioneller Familienwerte“ vor „fremden Ideologien“. Wörtlich fordern sie eine „besonders dringliche“ Behandlung des Entwurfs.

Dies ist Zynismus pur – und kein Einzelfall.

Ghana steht für eine weltweite Tendenz: In immer mehr Ländern werden LGBTQI+-Menschen diskriminiert, kriminalisiert, verfolgt. Auch in Deutschland sind queere Menschen immer wieder Hass und Gewalt ausgesetzt.

Die Bischöfe ignorieren dabei Jesu nicht verhandelbares Liebesgebot (Joh 13,34-35) und die Ebenbildlichkeit Gottes (Gen 1,27), die jedem Menschen unantastbare Würde verleiht. Sexuelle Orientierung ist kein „A-normales“, sondern normaler Ausdruck menschlicher Vielfalt.

Für Wir sind Kirche Deutschland und We are Church International ist dies ein skandalöser Machtmissbrauch der besonderen Art.  Kein Respekt, keine Geschwisterlichkeit, keine Gerechtigkeit. Eine Kirche, die Menschen wegen ihrer Identität ausgrenzt, verrät ihr eigenes Fundament. Es muss endlich Schluss sein mit einer Lehrmeinung und einem Kirchenrecht, die Diskriminierung legitimieren! Die offizielle Position der Kirche muss sich ändern – hin zu einer „kulturübergreifenden“ Praxis, die Jesu Liebesgebot und die Würde aller Menschen ernst nimmt.

Und das Schweigen der deutschen Bischöfe und des Vatikans? Unerträglich.

Denn Ghana ist nicht fern. Die Verfolgung von LGBTQI+-Menschen findet auch vor unserer Haustür statt. Und die Kirchen vor Ort schweigen. Oder?

Christoph Schomer
Wir sind Kirche Bundesteam
schomer@wir-sind-kirche.de

Zuletzt geändert am 25­.06.2026