Abschlussbericht Studiengruppe 5 Frauen

„Knoten lösen, nicht vertrösten!“

Wir sind Kirche (A und D) zum Abschlussbericht der Studiengruppe 5 „Frauen“ der Weltsynode

Pressemitteilung Rom, Innsbruck, München, 11. März 2026

Wir sind Kirche begrüßt, dass im gestern veröffentlichten Abschlussbericht der Studiengruppe 5 die „Frauenfrage“ als „echtes Zeichen der Zeit“ gesehen und ein Mentalitätswandel gefordert wird. Dies mag ein wesentlicher neuer Erkenntnisschritt sein. Aber es ist und bleibt höchst enttäuschend, dass immer noch an den traditionellen männerdominierten, sakramental überhöhten Machtstrukturen festgehalten und Frauen weiterhin der Zugang zu Weihen verwehrt wird.  

Es reicht nicht aus, dass Papst Leo mehr Frauen in die Priesterausbildung integrieren will und dass er jetzt zum Weltfrauentag verkündete, dass Mann und Frau die gleiche Würde besitzen. Der lange Bericht der Studiengruppe 5 erwähnt mit keinem Wort die vielen Frauen mit einer Berufung zur Ordination, die seit mehr als 50 Jahren nach Gleichberechtigung streben.

„Frauenfrage“ ist ein Männerproblem

Während der viel zu früh verstorbene Papst Johannes Paul I. sich in der Frauenfrage offen zeigte, versuchten Papst Johannes Paul II. und sein Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger mit dem Apostolischen Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ 1994 jede Diskussion über die Frauenordination zu beenden. Dies ist zum Glück nicht gelungen, doch viele Frauen haben nach Jahrzehnten des vergeblichen Wartens die Kirche enttäuscht verlassen. Doch die Fragen nach dem sakramentalen Dienst für Frauen stellen sich weiter und müssen weiter besprochen werden, wie z.B. beim Synodalen Weg in Deutschland und im Prozess der Weltsynode. Und müssen möglichst bald entschieden werden. Der zunehmende Priestermangel hat nicht nur in Deutschland fatale Folgen. An der Frauenfrage  entscheidet sich die Zukunft der Kirche.

Zwar mögen Teile der Weltkirche noch von einem Konsens in der „Frauenfrage“ weit entfernt sein. Aber als weltweit größte christliche Kirche trägt die römisch-katholische Kirche eine große Verantwortung und hätte eine Vorbildfunktion, kulturell bedingte falsch verstandene Traditionen zu beenden, die auf Macht und überholten anthropologischen Sichtweisen beruhen, aber nicht auf der Heiligen Schrift. Viel zu lange wurde und wird immer noch ein falsches Vorbild vermittelt, das gefährliche patriarchalische Strukturen auf der ganzen Welt unterstützt und zu körperlichem, sexuellem und spirituellem Missbrauch von Frauen, sogar Ordensfrauen, von Jugendlichen und Kindern führt, auch zu Femiziden.

Notwendige Lösungsschritte

Die Berufung von Frauen in Führungspositionen der römischen Kurie unter Papst Franziskus und Papst Leo XIV. sollten als Modell dienen, auch in den Ortskirchen und an der Kirchenbasis Frauen in Leitungsverantwortung und verbindliche Entscheidungsprozesse einzubinden. Dabei sind regionale, der jeweiligen Kultur angepasste Lösungen zuzulassen.

Darüber hinaus braucht es aber eine grundlegende, am Verhalten und an der Botschaft Jesu orientierte theologische Neuausrichtung über die Bedeutung der weiblichen Personen im Alten und Neuen Testament sowie die theologische, pastorale und diakonale Arbeit der Frauen in allen Jahrhunderten. Dies würde folgerichtig zur Zulassung von Frauen zu allen Weihen führen.

Für die auf der Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils von Papst Franziskus und Papst Leo XIV. angestrebte diakonische Kirche ist der Diakonat für alle Geschlechter zu öffnen und weltweit zu fördern. Die großen Potentiale der über 600.000 Ordensfrauen und aller Frauen auf allen Kontinenten sind anzuerkennen, zu stärken und zu nutzen. Dienste in den Gemeinden sind daran auszurichten, was notwendig ist, um eine missionarische und solidarische Kirche zu sein. Entscheidend sind die gleiche Taufwürde, Kompetenz und die von Gott gegebenen Charismen.

Wir sind Kirche hofft sehr und wird dazu beitragen, dass der jetzt veröffentlichte umfangreiche Bericht die weiteren synodalen Prozesse auf allen Ebenen voranbringt.

Pressekontakt Wir sind Kirche:

Dr. Martha Heizer, Plattform Wir sind Kirche Österreich
Tel: +43 650 4168500   E-Mail: martha@heizer.at

Angelika Fromm, Aktion Lila Stola der KirchenVolksBewegung
Tel: +49 174 4873219, E-Mail: mariafromm@googlemail.com 

Christian Weisner, Bundesteam Wir sind Kirche Deutschland
Tel: +49 172 518 4082, E-Mail: presse@wir-sind-kirche.de  
 

Zuletzt geändert am 11­.03.2026