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Pilger-Rad-Tour im Münsterland

„Auf den Spuren von Macht und Einfluss der Kirche“
im Münsterland im September 2011

Das Bistum Münster wurde durch den Hl. Luidger im Jahr 805 gegründet. Im 12. Jhdt. baute Bischof Friedrich II. von Are das Hochstift Münster zu einer Territorialherrschaft aus. Der erste der Fürstbischöfe - Bischöfe und Landesherren gleichzeitig - war Hermann II. von Katzenellenbogen, 1174-1203. Und die Liste seiner Nachfolger zeigt, dass Jugend oder Nicht-Priester-Sein lange Zeit kein Hindernis war, den Bischofsstuhl zu besteigen.

Bis zum Ende des 18. Jhdts vereinigten die Bischöfe von Münster die geistliche und weltliche Macht in ihrer Person. Von ihrem Reichtum und ihrem Einfluss erzählen noch heute viele Bauten, Wasserschlösser und -burgen im Münsterland. Diese befinden sich heute in Landes- oder Privatbesitz. Es gibt aber das Gerücht, dass der Bischof von Münster immer noch vom Dom zum Marienwallfahrtsort Telgte wallfahren könnte, ohne kirchlichen Besitz zu verlassen.

In Münster selbst zeugen der Dom - seit der Stiftung im 9. Jhdt. wurde er immer wieder durch Krieg und Brand zerstört und aufgebaut -

und das Schloss - von Fürstbischof Maximilian Friedrich im 18. Jhdt. erbaut, 1803, nach der Säkularisierung residierte hier der Zivilgouverneur Freiherr von Stein - eindrucksvoll von Reichtum und Macht.

Weitere beeindruckende Stationen unserer Pilgertour:

Der Drostenhof in Wolbeck.
Früher weit vor den Toren Münsters gelegen, ist Wolbeck heute ein Stadtteil.
Der Droste hatte eine Position vergleichbar mit einem Regierungspräsidenten. Er vertrat den Landesherrn bzw. das Domkapitel in militärischer, jurisdiktioneller und polizeilicher Beziehung. Sein Amt war ein Erbamt, der Titel ergänzt bis heute so manchen berühmten Namen (z.B. Annette von Droste-Hülshof).
Eine befestigte Burganlage im kleinen Ort Wolbeck war im Mittelalter häufig Rückzugsort der Fürstbischöfe, wenn es in Münster selbst wegen politischer Querelen zu "heiß" für sie wurde.

Die Burg Vischering in Lüdinghausen,
erbaut 1271 von Bischof Gerhard von der Mark, um nach Auseinandersetzungen mit der auf Burg Lüdinghausen residierenden Adelsfamilie seine Ansprüche auf Lüdinghausen zu festigen.

Als letztes Beispiel
das Schloss Nordkirchen.
Zu diesem westfälischen "Versailles" gibt es mehr im unten stehenden Bericht eines Fahrrades.
Dieses Bild zeigt im Vordergrund die Pilgergruppe beim Morgenlob - und damit nun zu ein paar Impressionen von den Menschen unterwegs.

Morgendlicher Aufbruch und Picknick am Waschplatz an der Werse vor dem großen Regen


Rast in der Sonne an der Alten Fahrt


Apfelpflücken am Weg (nein, wir haben nicht unser Taschengeld damit verdient)


Klönschnack auf dem Dorfplatz

Rin inne Klamotten - raus ausse Klamotten. Regen und Wind haben uns viele Stunden begleitet.


Das letzte gemeinsame Abendmahl und die Abschiedsrunde am Rüschhaus.

Es war eine Tour mit vielen Eindrücken, guten und persönlichen Gesprächen und Erfahrungen. Der Abschied fiel uns schwer.

Einen weiteren Bericht - die Erlebnisse eines Fahrrads - mit Fotos finden Sie hier als PDF-Datei.