KirchenVolksBewegung - Wir sind Kirche




24.5.2008 - idea
Katholikentag: Aufruf zu gemeinsamen Mahlfeiern


O s n a b r ü c k (idea) - Zu gemeinsamen Mahlfeiern von Katholiken und Protestanten hat das Kirchenvolksbegehren „Wir sind Kirche“ auf dem 97. Deutschen Katholikentag aufgerufen, der vom 21. bis 25. Mai 2008 in Osnabrück stattfindet.

Wie Eva-Maria Kiklas vom Vorstand des Vereins „Wir sind Kirche“ auf der Veranstaltung „Eingeladen-zugelassen-ausgegrenzt?“ sagte, sei eine Ökumene ohne gemeinsames Mahl heuchlerisch. Dies habe freilich gegenwärtig noch für Katholiken kirchenrechtliche Sanktionen zur Folge. Diese aber solle man in Kauf nehmen. Letztlich sei das Gewissen jedes Einzelnen die letzte Instanz, ob man evangelischen Christen die Kommunion spenden könne oder nicht, erklärte Eva-Maria Kiklas unter großem Applaus der über 200 Zuhörer.

Protestanten sollten katholisches Weiheverständnis akzeptieren

Bischöfe sollen nach Ansicht des katholischen Theologieprofessor Peter Trummer (Graz/Österreich) öfter auf das Thema Ökumene angesprochen werden. Auch Päpste brauchten es, „dass wir ihnen loyal ins Gewissen reden.“ Bei der Eucharistie gehe es freilich um das „zentrale Zeichen der Einheit“. Erfahrungen auch mit den Ostkirchen zeigten, dass die Einheit nicht ohne Amtsfrage zu erreichen sei. Dabei müsse das Amt aber nicht zwingend an eine Person gebunden sei. Für den katholischen Kirchenrechtler Norbert Lüdecke (Bonn) ist eine Lösung der Amtsfrage nur dann in Sicht, wenn die evangelischen Kirchen sich auf das katholische Weiheverständnis einließen. Damit sei aber nicht zu rechnen, da dann die evangelischen Kirchen u.a. auf die Frauenordination verzichten müssten.

Nicht auf die nächste Pest warten

Die evangelische Privatdozentin Christiane Tietz (Tübingen) machte darauf aufmerksam, dass die Lutheraner es letztlich offen ließen, wie die Präsenz Christi im Abendmahl tatsächlich geschehe. Immerhin werde in der Leuenberger Kirchengemeinschaft auch von den Reformierten akzeptiert, dass Jesus Christus im Abendmahl gegenwärtig sei. Erinnert wurde in dieser Veranstaltung daran, dass es zu Pestzeiten erlaubt war, dass auch Laien die Eucharistie feierten. Weil es einfach an Priestern fehlte. Einig war man sich in der Veranstaltung – auch unter Hinweis auf evangelische Regelungen – nicht auf die nächste Pest zu warten. Unter großem Beifall wurde von den Zuhörern die Auffassung aufgenommen: „Tun Sie das, was der Geist Gottes Ihnen sagt.“