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an die Süddeutsche Zeitung
zu Willi Winkler, "Was wirklich los war" SZ vom 26./27. Juli 2008, S. 21


Sehr geehrter Herr Winkler,
schade, dass Sie in Ihrem lesenswerten Rückblick vom „Pillen-Paule“ keine Linie mehr zu unserem jetzigen Papst ziehen, der ja in seiner Ansprache vom 10.5.08 die in der Enzyklika Humanae vitae enthaltene Lehre voll bestätigte. Was dieser bei vielen Katholiken Gewissensbisse auslösende Anspruch auf kirchliche Hoheit übers Ehebett konkret bedeutet, sagt das Vademecum für Beichtväter vom 12.2.1997 in Kapitel 2, Pt. 4 und 6. Danach ist Empfängnisverhütung eine in sich sündhafte Handlung und stellt einen schwerwiegenden Widerspruch zur ehelichen Keuschheit dar. Selbst wenn Ehegatten nur während der unfruchtbaren Perioden miteinander verkehren, dürfen sie das nur aus gewichtigen Gründen verantwortlicher Elternschaft. Angesichts solcher Lebensferne tat also Benedikt XVI. beim Weltjugendtreffen in Sydney gut daran, in dieser Frage nicht allzu präzise zu werden und nur allgemein vor sexuellem Verfall (17.7.08) und vor einer permissiven Einstellung zur Sexualität (18.7.08) zu warnen, um die ihm entgegengebrachte Sympathie der Jugendlichen, die ja dieses Problem ja besonders betrifft, nicht zu gefährden. Zur Zementierung von Humanae vitae sagte Benedikt anlässlich des 40. Jahrestags (10.5.08): „Was gestern wahr gewesen ist, bleibt auch heute wahr.“ So hart sich dies auch anhört, so ist es doch tröstlich, dass die Kirche schon manchmal ihre Lehre geändert hat. In der Frage der Erbsündenfreiheit Marias vertraten lange Zeit höchste und mit Ehrentiteln ausgezeichnete Kirchenlehrer wie z.B. Bernhard von Clairvaux und Thomas von Aquin die Auffassung, dass auch Maria von der Erbsünde tangiert war. Johannes Paul II. bestätigte dem doctor angelicus sogar, dass sein Denken immer im Horizont der universalen, objektiven und transzendenten Wahrheit blieb. (Fides et Ratio, nr 43 und 44). Papst Pius IX. aber verkündete es in seinem Dogma von 1854 anders. Dieser Papst war es auch, der die Religionsfreiheit als schlimmen Irrtum verurteilte, während Benedikt XVI. gerade nach seiner missglückten Regensburger Rede kaum eine Gelegenheit auslässt, zum Preis der Ausblendung unrühmlicher Kapitel der Kirchengeschichte die Religionsfreiheit als „tief verankertes Erbe der Kirche“ (22.12.05) darzustellen und einzufordern. Vielleicht ist also auch bei Humanae vitae noch nicht das letzte Wort gesprochen.

In dieser Hoffnung undmit freundlichen Grüßen

Dr. Josef Breinbauer, Passau

Anmerkung: Die angegebenen Tagesdaten sollen das Auffinden in den Internetseiten des Vatikans erleichtern. Die Texte von Sydney finden sich auch im letzten L‘ Osservatore Romano (Wochenausgabe in deutscher Sprache) vom 25. Juli 2008.





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