Wir sind Kirche Fulda Hanau

 

Jahresbericht 2005

 

1. Pastoraler Prozess im Bistum Fulda

Über unsere Mitglieder aus den Pfarrgemeinderäten und Presbyterium waren wir in den Koordinationsgremien vertreten. Von der Gruppe wurde inhaltliche Zuarbeit geleistet. Nach unserer Einschätzung versuchten Mitglieder des Presbyteriums und Mitglieder von Pfarrgemeinderäten den Pastoralen Prozess in Hanau ins Leere laufen zu lassen. Die Angst vor dem Verlust des eigenen Pfarrers ( der über kurz oder lang doch eintreten wird) und die Furcht im Presbyterium, dass ein anderer Pfarrer Einblick in die jeweils eigene Arbeit gewinnen könnte, führte zu Blockaden. Daraufhin haben wir unsere Mitarbeit beim Pastoralen Prozess wegen Zwecklosigkeit eingestellt.

 

2. Christliche Soziallehre und Politik

Nach der vorzeitigen Auflösung des Bundestags versuchten wir, in Zusammenarbeit mit der Leserinitiative Publik Forum, Referenten zum Themenbereich Soziale Gerechtigkeit zu finden. Es war uns gelungen, finanzielle Zusagen für die geplante Veranstaltung vom zuständigen Dekan zu erhalten. Referenten wie Heiner Geisler, Friedhelm Hengsbach u.ä. wurden angefragt. Leider konnten wir wegen der kurzen Vorlaufzeit und den vollen Terminkalendern der Angefragten keinen Referenten mit Zugkraft, auch für ein kirchenfernes Publikum, gewinnen. 

 

3. Islamismus in Hanau – Christlich Islamische Begegnung

Aufgrund des Vorfalls der Zeitschrift Vakit (In der Zeitung wurde gegen Christen und Juden gehetzt, der Holocaust geleugnet, Selbstmordattentate gegen Juden, der Mord an dem Niederländer Van Gogh und der Judenmord durch Hitler gutgeheißen) mit seinen juristischen Folgen wurde das Thema Islamismus in Hanau für unsere Gruppe akut. (vgl. http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Islamisten_in_Hanau.htm ). Ein Mitglied unserer Gruppe, ehemaliger Redakteur und jetziger Pressesprecher einer städtischen Holding, wurde aufgrund seiner Kenntnisse der Szene Berater des Oberbürgermeisters in dieser Angelegenheit. Ein weiteres Gruppenmitglied konnte aufgrund jahrelanger fachlich theologischer Auseinandersetzung mit dem Islam, inhaltliche Aspekte beisteuern. (vgl. u.a. http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Begegnung_Islam.htm). Unsere Gruppe berät mittlerweile auch den katholischen Dechant in Sachen Islam. Der Dechant seinerseits hat ein Gruppenmitglied zu einer Tagung zum Thema Islam an eine evangelische Akademie delegiert. Ziel der Akademietagung ist es, auszuloten, welche islamische Gruppierung als Gesprächspartner in Frage kommen könnte. Darüber hinaus hält ein Gruppenmitglied seit Jahren Info Veranstaltungen zum Thema Islam in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden.

 

Der Vorfall um die Zeitschrift Vakit war Anlass für die ganze Gruppe, sich intensiver mit dem Thema Islam auseinander zusetzen. Zunächst blieb abzuwarten, ob sich Moscheevereine von diesem Vorfall, in welcher Form auch immer, distanzierten. Unserer Gruppe war klar: aus christlichem Selbstwertgefühl kommen für uns aus dem hanauer islamischen Spektrum nur Gesprächspartner in Frage, die sich von diesen Ausfällen distanzieren.

 

Zur Zeit loten wir die Möglichkeit aus, mit Terres des femmes, nicht organisierten Muslimas und anderen Organisationen ein Veranstaltung für Multiplikatoren zum Themenbereich Frau uns Islam durchzuführen.

 

Da die Thematik komplex und heikel ist, wollen wir uns terminlich nicht unter Zugzwang setzen.

 

4. Unsere Gruppe

Wir sind eine kleine Gruppe von einer Frau und sechs Männern. Bis auf einen sind alle noch in den unterschiedlichsten Berufen engagiert. Ein Priester gehört zu unserer Gruppe. Die meisten von uns haben noch familiäre und andere ehrenamtliche Verpflichtungen, auch im politischen Spektrum. Daher ist unser Zeitbudget begrenzt. Ein Mitglied unserer Gruppe ist Sprecher eines Pfarrgemeinderates.

 

18.02.2006

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