Protokoll der 13. Bundesversammlung der

KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche

vom 14. – 16. März 2003 in Berlin

 

Beginn:                       Freitag, 14. März 2003 ca. 20.00 Uhr

 

Ort:                              Diakoniestiftung Lazarus, Bernauer Str. 117, 13355 Berlin

Teilnehmende:            VertreterInnen aus den Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Eichstätt, Freiburg, Fulda, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Mainz, München-Freising, Münster, Paderborn, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart, Speyer,

und den Arbeitsgruppen Frauen/Aktion Lila Stola, Frauenwürde e.V., Internationale Vernetzung, Jugend, Zypresse-Not-Telefon, Internet, Neue Strukturen

und das Bundesteam

Gäste aus der Schweiz, den Gemeinden Prenzlauer Berg Nord und Interessierte aus Berlin

                                   VertreterInnen der Medien

                                  

Die Teilnahmeliste sowie weitere wichtige Informationen erhielten die TeilnehmerInnen mit den Tagungsmappen.

 

Freitag, 14. März 2003            

Beginn: 20.00 Uhr

 

TOP 1                          Begegnungsabend mit der Evangelischen Gemeinde Prenzlauer Berg Nord

Nach dem gemeinsamen Abendessen und der Begrüßung durch Ingrid Fuhrmann von der Diözesangruppe Berlin und Eva-Maria Kiklas vom Bundesteam trafen wir uns an unserem Tagungsort mit Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Gemeinden am Prenzlauer Berg Nord, Berlin, zum Kennenlernen und Austausch zu den auf dem Ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin geplanten ökumenischen MahlgGottesdiensten mit gegenseitiger Gastfreundschaft. In großem Einvernehmen drückten die Anwesenden ihre Erleichterung darüber aus, dass diese gemeinsamen Mahlfeiern durch die Initiative der Gemeinden am Prenzlauer Berg Nord, der Initiative Kirche von unten und der KirchenVolksBewegung möglich sind.

 

Samstag, 15. März 2003          Beginn: 9.00 Uhr

Beginn: 9.00 Uhr

 

Nach einem Morgenimpuls durch Karl Graml über Mt 8, Heilung eines Aussätzigen, einem gemeinsamen Lied und der Begrüßung durch Eva-Maria Kiklas und Christian Weisner und Sigrid Grabmeier vom Bundesteam kam die Versammlung zum

TOP 2                          Genehmigung des Protokolls und Festlegung der Tagesordnung

 

Es lagen zwei schriftliche Änderungsanträge von Herrn Gugler (1.) und Herrn Prof. Grabmeier (2.) zum TOP 4 des Protokolls der 12. Bundesversammlung vom 1. bis 3. Nov. 2002 in Münster vor.

 

1.       1.   Änderung des Satzes

„Der Weg über die Kirchensteuer scheine der einzig wirksame zu sein, die Fundamente der Kirche ins Wanken zu bringen.“

in

„Der Weg über die Kirchensteuer scheine der einzig wirksame zu sein, das Fundament Mammon, auf dem sich die Bischöfe sicher fühlen, ins Wanken zu bringen.“

Dieser Änderungsvorschlag wurde einstimmig ohne Diskussion angenommen.

 

2.       Änderung des Absatzes

„In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich die Bitte heraus, eine andere Form als die der Denkschrift zu wählen und das Papier noch einmal zu überarbeiten. Der Vorschlag, das vorliegende Papier in 1. Lesung anzunehmen und durch die AG Kirchensteuer mit grundlegenden Änderungen möglichst der nächsten Bundesversammlung wieder vorzulegen, fand in einem abgefragten Meinungsbild die Mehrheit der Anwesenden.

Die AG Kirchensteuer wird in diesem Sinne weiter arbeiten und konkrete Vorschläge einarbeiten. Dazu erbittet sie die Unterstützung und Mitarbeit der Anwesenden, die sich kritisch mit der Kirchensteuer und dem vorgelegten Papier befasst haben.“

in

„Im Anschluss daran erläuterte Prof. Dr. Johannes Grabmeier, Mitglied der AG Kirchensteuer, die den Teilnehmenden vorliegende Denkschrift in einem Folienvortrag. Neben ihrer grundsätzlichen Positionsbestimmung für die KirchenVolksBewegung und weiteren Handlungsmöglichkeiten für die KirchenVolksBewegung , das Kirchenvolk und jeden einzelnen, sieht er darin vor allem auch einen Denkanstoß, da der Hauptfokus des Papiers auf dem Abbau von Ängsten, der Information des Kirchenvolks und der Schaffung eines kritischen Bewusstseins liege. (Der Text der Denkschrift kann im Internet unter ... abgerufen oder bei der Kontaktadresse angefordert werden).

In der anschließenden Diskussion gab es dann den einen und anderen Ergänzungsvorschlag, so dass schließlich der Vorschlag entstand, das vorliegende Papier in 1. Lesung zu billigen – verbunden mit der Bitte an die AG Kirchensteuer den Entwurf bis zur nächsten Bundesversammlung weiter auszuarbeiten. Das fand in einem abgefragten Meinungsbild die Mehrheit der Anwesenden, so dass auf eine formale Abstimmung dazu verzichtet werden konnte.

Die AG Kirchensteuer wird in diesem Sinne weiter arbeiten und konkrete Vorschläge einarbeiten, der Fahrplan und der Termin dazu sollen im Internet bekannt gemacht werden. Dazu erbittet sie die Unterstützung und Mitarbeit der Anwesenden, die sich kritisch mit der Kirchensteuer und dem vorgelegten Papier befasst haben.“

Zu diesem Änderungsvorschlag lag eine schriftliche Gegenargumentation von Herrn Hagemeister vor.

Nach Diskussion wurde der weitergehende Antrag gestellt,

wWegen der inzwischen fortgeschrittenen Entwicklung des Papiers das Protokoll in diesem Teil bestehen zu lassen und die Änderung abzulehnen, da das Papier von der AG Kirchensteuer inzwischen als Impulspapier gewertet wird, das der Abstimmung durch die Bundesversammlung nicht bedarf.“

Dieser weitergehende Antrag wurde mit 3 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen angenommen.

 

Mit der Änderung unter 1. wurde das Protokoll von Münster mit zwei Enthaltungen verabschiedet.

 

Ein geänderter aktualisierter Tagesordnungsvorschlag lag den Teilnehmenden vor. Mit den weiteren vorgeschlagenen Änderungen, die Punkte b) und c) des TOP’s 4, „Informationsstand auf der Agora“ und „Gespräche am Jakobsbrunnen“, in einer Arbeitsgruppe zu behandeln und am Samstag nach dem Abendessen eine Teilnahme an der Lichterkette gegen den Irak-Krieg zu ermöglichen, wurde dieser Tagesordnungsvorschlag angenommen.

 

TOP 3                          Vorstellung unseres Programms für den Ökumenischen Kirchentag

 

Das Programm für den Ökumenischen Kirchentag lag den Teilnehmenden vor und wurde von Christian Weisner besonders auch zum Sinn und zur Duürchführung der Aktion "G“ erläutert. Dazu Außerdem wurde auf die Veranstaltungen zur Ämterfrage mit Prof. Brosseder, das Programm der Initiative Kirche von unten und der Leserinitiative Publik (auch in schriftlicher Form in einem Zeitraster vorliegend) hingewiesen. Ein Zeitraster in schriftlicher Form lag der Tagungsmappe bei.

 

TOP 4                          Arbeitsgruppen zu den Aktivitäten auf dem Kirchentag

 

Die Teilnehmenden teilten sich in folgende vier Arbeitsgruppen auf:

a)       Vorbereitung und Organisation der großen Veranstaltungen

b)       Informationsstand auf der „Agora“ und die dort stattfindenden  „Gespräche am Jakobsbrunnen“

c)       Aktion "G“ für die wechselseitige eucharistische Gastfreundschaft

d)       Ökumenische MahlgGottesdienste mit gegenseitiger Gastfreundschaft und „Mahl der Solidarität“

Ziel der Arbeitsgruppen war, noch Ideen zu sammeln, für die noch Möglichkeiten der Umsetzung besteht, und Menschen für die Durchführung der Organisation zu gewinnen.

Da die Gruppe a) wenig gering besetzt war, verteilte sich diese nach kurzem Gespräch auf andere Gruppen.

Festzuhalten ist, dass noch viele Helferinnen und Helfer gebraucht werden. Da aber das Kirchentagsgesamtprogramm noch nicht vorliegt, möchten viele noch keine sind festen Zusagen auch noch nicht ausreichend zu machenbekommen.

 

TOP 5                          „Quo vadis, Ökumene?“ Diskussion mit W.-M. Catenhusen (DEKT), Josef Funk (Bensberger Kreis) und Prof. Dr. Hans Joachim.J. Meyer (ZdK)

 

Das Gespräch wurde moderiert von Philipp Gessler, der kurzfristig für die verhinderte Eva-Maria Schlittenbauer eingesprungen war. Dafür danken wir herzlich.

Die Herren Catenhusen und Meyer vertraten in der Hauptsache die offiziellen Meinungen ihrer Organisationen, wobei Herr Catenhusen seine Hoffnung aussprach, die katholischen Bischöfe würden sich bald bewegen lassen, denen, die unter dem Schmerz der Trennung der Kirchen besonders leiden, mit Lockerungen bei der Zulassung zur Eucharistie entgegenzukommen. Während Herr Funk sich für baldige Fortschritte in der Abendmahls- und Ämterfrage im Sinne der Forderungen des Kirchenvolks einsetzte.

In der anschließenden Diskussion wurde vehement die Berücksichtigung des „Sensus Fidelium“ besonders von der römisch-katholischen Kirche eingefordert. Das ZdK wurde aufgefordert, diesen gegenüber den Bischöfen zu vertreten und Hinweise auf die Weltkirche damit zu beantworten, dass die deutsche katholische Kirche wegen der von hier ausgehenden Trennung in dieser Frage eine besondere Verantwortung hat. Die unterschiedliche Deutung des Begriffs „Kirche“ auf den verschiedenen Ebenen der Hierarchie wurde in der Diskussion sehr deutlich.

Breites Interesse auch von Gästen aus Berlin und der Presse fand die Diskussion "Quo vadis, Ökumene?“ am Samstag Nachmittag. Das Podiumsgespräch zwischen Wolf-Michael Catenhusen, Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Josef Funk von dem 1966 von liberalen Katholiken gegründeten "Bensberger Kreis" und Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken sowie katholischer Präsident des Ökumenischen Kirchentages, wurde von Philipp Gessler, Journalist der "Tageszeitung" moderiert, der kurzfristig für die verhinderte Eva-Maria Schlittenbauer (DeutschlandRadio) eingesprungen war. Dafür danken wir herzlich.

Während Catenhusen und Meyer vor allem ihre Hoffnung auf die Entwicklungen der Zukunft setzten und damit die derzeitigen Positionen der Kirchentagsveranstalter vertraten, setzte sich Funk für baldige Fortschritte in der Abendmahls- und Ämterfrage im Sinne der Forderungen des Kirchenvolks ein.

Nach Ansicht von Catenhusen würde das gemeinsame Abendmahl auf dem Ökumenischen Kirchentag derzeit noch beide Seiten überfordern. Er hoffe jedoch, irgendwann mit Einverständnis des katholischen Ortsbischofs zusammen mit seiner katholischen Frau an einer Eucharistiefeier teilzunehmen. Meyer betonte, dass es nach wie vor grundsätzliche Unterschiede im Abendmahlsverständnis der evangelischen und der katholischen Kirche gebe. Er hoffe jedoch, dass zahlreiche Vorschläge zur Einführung der eucharistischen Gastfreundschaft etwa bei Ehepartnern in konfessionell verschiedenen Ehen in Zukunft ein höheres Maß an Anerkennung fänden. Josef Funk nannte den Streit um ein gemeinsames Abendmahl „überflüssig“, weil die wechselseitige Gastfreundschaft von vielen Theologen und Theologinnen unterstützt werde und die Kirchenbasis dies ohnehin schon praktiziere.

In der anschließenden Diskussion forderten die Zuhörerinnen und Zuhörer vehement die Berücksichtigung des „sensus fidelium“ (Glaubenssinn des Kirchenvolkes) besonders von der römisch katholischen Kirche ein. Das ZdK wurde aufgefordert, dies auch gegenüber den Bischöfen zu vertreten, da die katholische Kirche in Deutschland wegen der von hier ausgegangenen Trennung eine besondere Verantwortung habe.

 

TOP 6                          Anträge und Beschlüsse

Es lagen der Bundesversammlung drei Anträge zur Abstimmung vor.

 

1.       Der Antrag der Diözesangruppe Eichstätt

„Die Bundesversammlung möge beschließen, sich dem Inhalt des Schreibens der „Wir sind Kirche“-Diözesangruppe Eichstätt an die Deutsche Bischofskonferenz vom 9. März 2003 vollinhaltlich anzuschließen und die deutschen Bischöfe aufzufordern,

·         die frauenverachtende und menschenunwürdige Behandlung der sieben Frauen nach der umstrittenen Priesterweihe zu beenden,

·         sich in Rom unter Einbeziehung von Theologinnen für ein ordentliches Verfahren einzusetzen, um den sieben Frauen rechtliches Gehör zu verschaffen und den Artikel Can. 1024 des bestehenden Kirchenrechts (Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.) auf die Vereinbarkeit mit dem Neuen Testament zu überprüfen.

·         den Gläubigen das demokratische Recht nicht vorzuenthalten, sich nicht nur einseitig über die Auffassung der Kirchenleitung, sondern auch über die theologische Begründung der Frauen für die Frauenordination umfassend in kircheneigenen Räumen zu informieren.“

Nach Verlesen des Briefes der Diözesangruppe an die Deutsche Bischofskonferenz durch Walter Hürter und kurzer Diskussion wurde der Antrag mit 4 Enthaltungen angenommen und das Bundesteam beauftragt, in diesem Sinne tätig zu werden.

 

2.       Antrag von Angelika Formm

„Die Bundesversammlung möge der Arbeitsgruppe Frauen in der KirchenVolksBewegung, Aktion Lila Stola, ein Mandat zur Kooperation mit dem Projekt „Sarah – Hagar“ erteilen.“

Nach Nachfragen – das Projekt „Sarah – Hagar“ ist ein Netzwerk von evangelischen, katholischen, jüdischen, muslimischen, orthodoxen und kirchlich nicht gebundenen Frauen und arbeitet in diesem Jahr besonders an den Themen Mahl, Gemeinschaft und Gerechtigkeit – und kurzer Diskussion wurde der Antrag mit 2 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommen.

 

3.       Antrag von Andreas Biermann

Der Antrag bezog sich auf die durch den Artikel „Am ausgestreckten Arm verhungern?“ von Peter Rosien in Publik- Forum angestoßene Diskussion. Er sollte die Diskussion zur Umorganisation unserer Bewegung mit der erweiterten Zielsetzung der Bildung einer Plattform zur Erneuerung der katholischen Kirche ermöglichen.

Nach längerer Diskussion wurde der Antrag zurück gezogen und es wurde mit zwei Enthaltungen beschlossen, auf der übernächsten Bundesversammlung (Frühjahr 2004) eine Diskussion zur Zukunft der KirchenVolksBewegung als in einemn der Tagesordnungspunkte zu führen.

 

TOP 7                          Kurzbericht des Bundesteams

 

Der Kurzbericht des Bundesteams entfiel, da wesentliche Informationen über die Arbeit in regelmäßigen Rundbriefen gegeben werden bzw. in der Antwort des Bundesteams auf den Artikel in Publik-Forum enthalten sind und ein größerer Bericht für die Herbstversammlung vorgesehen ist.

 

Am Samstag Abend nahmen die Delegierten an der Berliner Lichterkette gegen den Irak-Krieg teil, um die Solidarität mit den Zielen der UNO und den Opfern des zu erwartenden Krieges auszudrücken. Der am Abend Wegen verschiedener Missverständnisse, die sich durch die zeitliche Verschiebung durch die Teilnahme an der Lichterkette für den Frieden ergeben hatten, fiel die vorgesehene Abendveranstaltung Lichtbildervortrag „Berlin: Hauptstadt-Metamorphosen“ ist deswegen leider ausgefallen. Die in Berlin lebende Schweizer Journalistin Vera Rüttimann ist jedoch gerne bereit, ihre Dia-Zeitreise beizu einem späteren Treffen in Berlin nachzuholen. Die Teilnahme an der Lichterkette wurde von den Mitgliedern der Bundesversammlung als wichtig und solidarisch mit den Zielen der UNO und den Opfern des zu erwartenden Krieges empfunden.

 

Sonntag, 16. März 2003           Beginn: 9.00 Uhr

Beginn: 9.00 Uhr

 

TOP 8                          „Markt der Ideen“

Zu Beginn des TOPs batwies Annegret Laakmann auf Fehler um Korrekturen in dem im der Tagungsmappe beiliegenden Blatt „Termine 2003“. Die genannten Lila-Stola-Aktionen finden nicht im Mai 2003 sondern am 6. Juni (Essen) und 7. Juni (Mainz und Paderborn) statt.

1.       Wir sind Kirche-Gruppe Karlsruhe
Thomas Arens berichtete von positiven Erfahrungen der Gruppe. Nach längerem Suchprozess versammeln sich ca. 30 Teilnehmende monatlich zu einem Gottesdienst. Dabei werden auch Aktivitäten überlegt. Ermutigend ist, dass es nach Frust "Durststrecken" auch wieder aufwärts gehen kann. Z.Zt. ist die Gruppe in der örtlichen Friedensbewegung gegen den Irak-Krieg sehr aktiv. Seit ca. 2zwei Jahren wird auch verstärkt wieder Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Das Bedürfnis nach Spiritualität ist in dieser Gruppe groß.

2.       Förderverein der KirchenVolksBewegung

Nach Übernahme von Publik-Forum vor etwa 1 ½ Jahren hat Frau Gabi Kuhnert bis zum Ende des letzten Jahres die Finanzbuchhaltung geführt. Ab dem 1. Jan. 2003 wird diese Aufgabe von Frau Schönhofen ausgeführt. Siegbert Maier-Borst erläuterte den Stand der Finanzen, der sich im Verhältnis vom Beginn des Jahres 2002 zum 31.12.2002 geringfügig erhöht hat. Für das laufende Jahr wird wegen der erheblichen Kosten für die Teilnahme am Ersten Ökumenischen Kirchentag mit wesentlich größeren Aufwänden als üblich gerechnet. Siegbert Maier-Borst äußerte die Bitte, die Adressliste für die Spendeneinwerbung mit neuen Adressen zu beliefern. Der Tagungsmappe lag dazu eine Kopiervorlage bei, die ausgefüllt an die bundesweite Kontaktadresse in Hannover zu schicken ist.

3.       Praktizierte Gastfreundschaft in einer Schweizer Gemeinde.

Ewald Merkelbach, unser Gast aus der Schweiz, berichtete über die schwul-lesbische Gemeinde, die sich regelmäßig zu Gottesdiensten in einer reformierten Kirche in Basel trifft. In dieser Kirche beheimatet ist eine Gruppe, die spirituelle, künstlerische u.ä. Angebote macht und an der sich inzwischen auch eine katholische Gemeindeleiterin beteiligt. Die gefeierten Gottesdienste sind in der Regel von Laien vorbereitete Abendmahls- oder Eucharistiefeiern mit einem/einer Ordinierten. Nach den Gottesdiensten treffen sich die Gemeindemitglieder zu einem gemeinsamen Essen.

Ewald Merkelbach wies auf die weitreichenden Vernetzungen seiner Gruppierung innerhalb der Schweiz mit dem Netzwerk Offene Kirche Schweiz (NOKS), auf europäischer Ebene mit dem Forum der Schwulen- und Lesben-Gruppen, mit der Frankfurter Gemeinde in Maria-Hilf (Schwul + Lesbisch + Katholisch) u.a. hin. (Infos: www.lsgg.de)

4.       2. Europäische Frauensynode

Nach der 1. Europäischen Frauensynode in Gmund/Österreich 1996 findet die nNächste Frauensynode vom 5. – 10. Aug. 2003

in Barcelona statt. Annegret Laakmann wies darauf hin, dass die Anmeldefrist mit dem 15. März zwar abgelaufenschlosen sei, aber eine Anmeldung bei schneller Entscheidung sicher noch möglich ist. Die Synode bietet Gelegenheit zum Austausch über spirituelle, politische und wirtschaftliche Fragen mit Frauen aus Europa.

5.       AG Zypresse

Seit der letzten Bundesversammlung hat es weniger Anrufe beim Nottelefon gegeben. Das liegt sicher an der fehlenden Möglichkeit, die Nummer über Organe wie z.B. die Tageszeitungen zu verbreiten. Das Problem fehlender Öffentlichkeit wurde auch in einem Ende Febr. d.J. verschickten Brief an die 27 deutschen Bischöfe bzw. an die bekannten Ansprechstellen neben anderen Fragen zum Selbstverständnis der Anlaufstellen benannt. Aus wenigen Bistümern ist bisher eine Antwort gekommen. Die Reaktion auf unsere Fragen und das Angebot zur Zusammenarbeit war jedoch größtenteils positiv.

6.       Tag der Frauenordination

Angelika Fromm lud alle Anwesenden zum Gottesdienst zum Tag der Frauenordination am 23. März um 12 Uhr auf der Domplatte in Köln ein. Der Tag der Frauenordination wurde vom Netzwerk Women’s Ordinations Worldwide (WOW) initiiert und ruft weltweit zum Gebet für die Einführung des Diakoninnen- und Priesterinnenamtes in der römisch-katholischen Kirche am 25. März eines jeden Jahres auf.

7.       Kongress „SChaping Change“ (Veränderung gestalten)

Angelika Fromm berichtete von ihrer Teilnahme als Referentin zum Thema „Diakonat in einer veränderten Kirche“ in Tasmanien. Sie war als Referentin angefragt worden, weil in Deutschland die Diskussion um die Wiedereinführung des Diakonats für Frauen am weitesten gediehen ist. (Infos zum Thema: www.womenpriests.org)

8.       Katholikentag in Ulm vom 16. – 22. Juni 2004 ("Leben aus Gottes Kraft")

Nach anfänglichen Ünberlegungen im Bundesteam, ob ein Katholikentag nach einem ökumenischen Kirchentag noch unterstützenswert sei, wurde beschlossen, evtl. eine gute Veranstaltung zur Ökumene zu planen, und den betreffenden Diözesangruppen die Unterstützung bei der Präsentation auf dem „Markt der Möglichkeiten“ zuzusagen. Siegbert Maier-Borst berichtete kurz aus der Sicht der Diözesangruppe Rottenburg-Stuttgart und unterstrich die Wichtigkeit der Teilnahme.

9.       Europäisches Netzwerk

Gerd Wild wies auf die 13. Konferenz des Europäischen Netzwerkes und die 14. Europäische Konferenz für Menschenrechte in der Kirche hin, die gemeinsam vom 1. – 4. Mai 2003 in Brüssel tagen. Infos bei Edith Kuropatwa, Tel. 0032–2-5670964, E-Mail: edith.paves@pandora.be  [Thomas Arens, Annegret Laakmann und evtl. Tobias Raschke werden an den Treffen teilnehmen.]

10.   AG Internet

Siegbert Maier-Borst berichtete über den Stand der Bemühungen, Einrichtung einer Möglichkeit, dass von authorisierten Personen Informationen direkt auf die Seiten von Wir sind Kirche zu geben stellen können. Die AG rechnet damit, trotz beruflich starker Belastung ihrer Mitglieder, diesen Schritt bald tun zu können.

 

In der Gethsemane-Kirche, einer der vier Kirchen der Gemeinde Prenzlauer Berg Nord, nahmen die Delegierten am Sonntagsgottesdienst teil, bei dem ausdrücklich alle Christen und Christinnen zum Abendmahl eingeladen wurden. Mit der sich anschließenden anregenden Gesprächsrunde mit den Gemeindemitgliedern ging die Bundesversammlung zu Ende.

Die Bundesversammlung fand ihren Abschluss mit der Teilnahme am Gottesdienst der Gemeinde Prenzlauer Berg Nord in der Gethsemane-Kirche, mit gerne angenommener Einladung am Abendmahl teilzunehmen und einer anschließenden Gesprächsrunde mit Gemeindemitgliedern. Wir danken der Gemeinde herzlich für diese Möglichkeit.

 

 

 

Haltern, März 2003                                           Annegret Laakmann, Protokollantin

 

 

Das Bundesteam weist schon jetzt auf den Termin der nächsten Bundesversammlung hin:

24. – 26. Okt. 2003 im Haus der Jugend, Deutschherrenufer 12, 60594 Frankfurt am Main