Protokoll der 17. Bundesversammlung der

KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche

vom 18. bis 20. März 2005 in Erfurt

 

Beginn:                       Freitag, 18. März 2005 um 19:30 Uhr

Ort:                              Jugendherberge, Hochheimer Str. 12, 99094 Erfurt

Teilnehmende:            VertreterInnen aus den (Erz-)Diözesen Aachen, Augsburg, Berlin, Dresden-Meißen, Eichstätt, Erfurt, Essen, Freiburg, Görlitz, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, Mainz, München-Freising, Münster, Paderborn, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart, Speyer, Trier

                                    und aus den Arbeitsgruppen Frauen/Aktion Lila Stola, Frauenwürde e.V., Internet, Internationale Vernetzung, Kirchensteuer, Neue Strukturen, Zypresse

                                    das Bundesteam

                                    und Gäste aus Österreich, der Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen und der Initiative Maria von Magdala – Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche e.V:

 

Die Teilnahmeliste sowie weitere wichtige Informationen waren den TeilnehmerInnen mit den Tagungsmappen vorher zugesandt worden.

 

Freitag, 18. März 2005             Beginn 19:30 Uhr

 

Zu Beginn begrüßte Eva-Maria Kiklas aus dem Bundesteam die Teilnehmenden.

Da viele der Anwesenden das erste Mal an einer Bundesversammlung teilnahmen, folgte eine kurze Vorstellungsrunde mit Nennung des Namens, der Herkunftsdiözese und/oder der Gruppe.

 

TOP 1              Genehmigung des Protokolls der 16 Bundesversammlung und der Tagesordnung

 

Das Protokoll der 16. Bundesversammlung in Regensburg wurde ohne Änderung verabschiedet.

Der vorliegende Tagesordnungsvorschlag wurde angenommen.

 

TOP 2              10 Jahre KirchenVolksBewegung

 

Nach kurzen Hinweisen auf Ursprünge und Einordnung des KirchenVolksBegehrens – Beginn Frühsommer 1995 in Österreich, Weiterführung in Deutschland und anderen Ländern weltweit – als Grundlage für die KirchenVolksBewegung berichtete Hans Peter Hurka, Vorsitzender der österreichischen Plattform Wir sind Kirche, von den Planungen der Feiern zum 10. Jahrestag des Begehrens in Österreich, die vor einem Jahr begannen. „Was feiern wir, wenn wir 10 Jahre auf die Erfüllung der Forderungen warten?“ stand als Frage über allen Überlegungen. Zielsetzung ist, nach vorne zu schauen, Veränderungen in den weiteren Weg einzubauen, mit der Basis in Kontakt zu bleiben bzw. zu kommen, zum Überschreiten von Grenzen zu ermutigen und mit den Bischöfen immer wieder ins Gespräch zu kommen.

Anhand des der Tagungsmappe beiliegenden Programms der Jubiläumsveranstaltungen erläuterte Hans Peter Hurka deren geplanten Ablauf.

Er sprach eine herzliche Einladung zur Teilnahme an die Anwesenden und an alle KirchenVolksBewegten in Deutschland aus.

Nachfragen zur Situation in Österreich wurden beantwortet und Vorschläge zur Öffentlichkeitsarbeit wurden aufgenommen.

Die Bilanz in Österreich: Es gibt viele Veränderungen, die von der KirchenVolksBewegung mit bewirkt wurden. Vieles, was vor zehn Jahren nicht möglich war, ist jetzt dort machbar.

 

Den Stand der bundesweiten Planungen für das Jubiläumsjahr unter dem Motto „In Bewegung bleiben“ gab Christian Weisner anhand des vorliegenden Terminkalenders.

Zentrale Veranstaltung mit einem Festakt wird die 18. Bundesversammlung vom 28. bis 30. Okt. 2005 in Köln sein. Köln wurde als Veranstaltungsort gewählt, weil dort der Start des KirchenVolksBegehrens für Deutschland bekannt gegeben wurde.

Weitere Vorhaben:

Erarbeitung von bilanzierenden Texten durch das Bundesteam, einer Chronologie für die „Gelbe Reihe“, einer Power-Point-Präsentation, Anfragen an TheologInnen und andere Persönlichkeiten um ermutigende Worte u.ä.

 

Aus den Diözesen wurde folgende Planung berichtet:

Limburg:           Eine Feier am 1. Oktober 2005 ist in der Überlegung

Augsburg:         Aus Anlass des Jubiläumsjahres gab es bereits eine Diözesanversammlung mit Prof. Dr. Norbert Scholl zur Rolle der Reformbewegungen.

Speyer:            Die Diözesangruppe plant für den 24. Sept. 2005 eine Veranstaltung mit Dr. Thomas Seiterich-Kreuzkamp unter dem Thema „Wege aus der Kirchenkrise“

Rtbg-Stgt:         Veranstaltet am 8. Okt. 2005 eine Diskussion mit Prof. Dr. Hermann Häring „Wir sind Kirche –Visionen des Gottesvolkes“ mit einem Gottesdienst in der Kirche der Stadtpfarrei in Biberach.

 

Auf die Frage nach dem weiteren Weg der Bewegung und einer möglichen veränderten Strategie der KirchenVolksBewegung wurde auf die Ergebnisse des Treffens der Diözesan- und Arbeitsgruppen zur Zukunft der Bewegung im September 2004 in Hannover verwiesen, die weiter zu diskutieren und umzusetzen sind (das komplette Protokoll des Treffens ist erhältlich bei Annegret Laakmann)..

 

Samstag, 19. März 2005                      Beginn: 9.00 Uhr

 

TOP 3              Tagungsthema „Was hat der Westen versäumt, vom Osten zu lernen?“

 

Unter diesem Titel diskutierten Monika Doberschütz vom 1969 gegründeten kirchen- und gesellschaftskritischen Aktionskreis Halle, Heinz Gunkel, Offizial und Ökumenereferent des Bistums Erfurt und der kurzfristig für den erkrankten Pfr. Frank Richter eingesprungene Pfr. Bernd Winkelmann, Mitbegründer des Neuen Forums und des Runden Tisches im Bezirk Suhl. Die Podiums- und die anschließende Publikumsdiskussion wurde von der Freien Journalistin Anna Gann moderiert.

Eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion ist im Internet unter www.wir-sind-kirche.de und im Sommer-Mailing zu finden.

 

TOP 4              Informationen aus dem Bundesteam, aus dem Förderverein

und aus den Diözesan- und Arbeitsgruppen

 

4.1 aus dem Bundesteam

4.1.1 Aktuelle Kontakte zu Pfr. Kroll und Prof. Hasenhüttl

Auf die Frage nach den beiden gemaßregelten Priestern der ökumenischen Mahlfeiern vom Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin berichtete das Bundesteammitglied Karl Graml, dass er Pfr. Bernhard Kroll regelmäßig ca. einmal in der Woche trifft. Bernhard Kroll lebt von einem Pensionsgeld der Diözese, was ihn zu großer Diplomatie zwingt, und studiert BWL in der Hoffnung auf einen unabhängigen Arbeitsplatz. Neben dem Studium hilft er als Priester in den Pfarreien der Diözese Eichstätt aus.

Die vom Bischof von Trier ausgesprochene Suspendierung Prof. DDr. Gotthold Hasenhüttls vom Priesteramt ist im Dezember 2004 vom Vatikan endgültig bestätigt worden. Das Bundesteam steht auch mit Prof. Hasenhüttl in engem Kontakt. Hasenhüttl war Teilnehmer einer Podiumsveranstaltung von Wir sind Kirche anlässlich des Katholikentages 2004 in Ulm und wird aktiv an den Vorhaben zum Kirchentag 2005 in Hannover und zum Katholikentag 2006 in Saarbrücken beteiligt sein.

Aus dem Plenum kamen die Informationen, dass Veranstaltungen mit Prof. Hasenhüttl von den Bischöfen boykottiert werden und z.B. eine in Würzburg geplante abgesagt werden musste. Eine Veranstaltung in Kehl konnte aber stattfinden.

 

4.1.2 Informationen zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag

Der nächste evangelische Kirchentag wird vom 25. bis 29. Mai 2005 in Hannover stattfinden. Die KirchenVolksBewegung wird wieder einen Stand mit dem ökumenisch ausgerichteten „Treffpunkt am Jakobsbrunnen“ haben, Standort: Halle 6 C 22. Der Stand liegt im Bereich „Ökumenisch leben“. Am Jakobsbrunnen wird es in bewährter Weise Gespräche mit prominenten und weniger prominenten Teilnehmenden des Kirchentages geben. Angemeldet wurde auch ein Gespräch zum Thema „Nur gemeinsam glaubhaft – Auf dem Weg zum nächsten Ökumenischen Kirchentag“. [Dieses Gespräch wurde als Marktplatzveranstaltung angenommen und findet am 27. Mai um 14 Uhr auf dem Marktplatz 6.02 statt, Bischöfin Maria Jepsen und Prof. Dr. Johannes Brosseder haben ihre Teilnahme zugesagt].

In der Überlegung ist auch ein gastfreundlicher, ökumenischer Gottesdienst mit Eucharistiefeier.

Für die Standbetreuung auf dem ev. Kirchentag werden dringend Helferinnen und Helfer gesucht! Bitte bei Annegret Laakmann, Tel. 02364-5588, Email: laakmann@ic-marl.de, melden.

 

4.1.3 Informationen aus den vergangenen Monaten

Durch Mitglieder des Bundesteams war Wir sind Kirche zu Beginn des Jahres 2005 an zwei Veranstaltungen in der Schweiz beteiligt. Siegbert Maier-Borst stellte die KirchenVolksBewegung am 22. Jan. 2005 bei der Tagsatzung Basel vor. Eva-Maria Kiklas und Karl Graml nahmen am 11. Febr. 2005 an der Verleihung des Preises „Für Freiheit in der Kirche“ der Herbert-Haag-Stiftung an Prof. Josef Imbach, die Luzerner Synode und an den ehemaligen Ordensmann Sepp Riedener teil. Im Jahr 1996 war der Preis an die Plattform Wir sind Kirche in Österreich und an die deutsche KirchenVolksBewegung verliehen worden.

Im Frühjahrs-Mailing hatte die KirchenVolksBewegung auch zu Spenden zur Hilfe nach der Tsunami-Katastrophe zugunsten von Einrichtungen, zu denen seit Jahren Kontakte bestehen, aufgerufen. Der Kontakt nach Indonesien läuft über Theophilus Bela, der an der Schattensynode 2001 in Rom teilnahm und vor kurzem die KirchenVolksBewegung in Deutschland besuchte. Der Kontakt nach Sri Lanka läuft über Tissa Balsuriya, gegen dessen Exkommunikation, die später aufgehoben wurde, die KirchenVolksBewegung vor Jahren protestiert hatte.

 

4.1.4 Wichtigste Informationen zu den kommenden Monaten

Vom 5. bis 8. Mai 2005 findet in Herbrechtingen das „Forum deutschsprachiger Basisgemeinden“ statt. Wir sind Kirche wird mit einem Informationsstand und mit einem Arbeitskreis vertreten sein.

Der 20. kath. Weltjugendtag im August wird aufbauend auf den Erfahrungen 2002 in Toronto von der KirchenVolksBewegung und vor allem von der Wir sind Kirche-Jugend kritisch begleitet. Zum Weltjugendtag werden u.a. Informationen über Wir sind Kirche in mehreren Sprachen vorbereitet und können im Sommer angefordert werden. Der Weltjugendtag findet nicht nur in Köln (vom 16. bis 21. August) sondern vorher (vom 11. bis 15. August) auch in den Diözesen statt. Hier vor allem ist auch Kontakt zu den jugendlichen Teilnehmenden möglich. [Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Sommer-Mailing].

Mit der Zukunft der KirchenVolksBewegung wird sich die für 2006 geplante Familienakademie beschäftigen. In sommerlicher Ferienatmosphäre wollen wir mit Menschen zwischen 30 und 45 Jahren über ihre Fragen und Probleme zum Thema Kirche ins Gespräch kommen und dabei auch das Programm der KirchenVolksBewegung auf den Prüfstand stellen.

Im Herbst 1005 stehen turnusmäßig  Wahlen zum Bundesteam an. Überlegungen und Vorschläge zu KandidatInnen werden schon jetzt erbeten, da einige Mitglieder des Bundesteams nicht mehr kandidieren werden.

 

4.1.5 Internationale Arbeit

Vom 5. bis 8. Mai 2005 trifft sich das Europ. Netzwerk Kirche im Aufbruch zur jährlichen Konferenz in Madrid. Als eine der drei deutschen Mitgliedsgruppen wird Wir sind Kirche durch die Referentin Annegret Laakmann vertreten sein. Eine der Überlegungen des Treffens wird die mögliche Akkreditierung des Netzwerkes als INGO (International-Non-Government-Organisation) beim Europarat sein. Das nächste Netzwerktreffen ist vom 28. April bis 1. Mai 2006 in Wiesbaden-Naurod geplant.

In der internationalen Bewegung Wir sind Kirche (International Movement We are Church, IMWAC) hat im ersten Halbjahr 2005 Christian Weisner für die deutsche KirchenVolksBewegung den Vorsitz inne. Wegen unterschiedlicher Schwerpunkte und Vorstellungen in den einzelnen Mitgliedsländern gestaltet sich die Vernetzung nicht immer einfach. Geplant ist nach dem Tod bzw. Rücktritt von Johannes Paul II die kritische Begleitung des Konklaves mir Pressekonferenzen in Rom, sowie – von einem deutschen Team vorbereitet – mit Pressearbeit für IMWAC. [Pressekonferenzen und Pressearbeit sind entsprechend der Planungen sehr erfolgreich gewesen]

 

4.1.6 Zu weiteren Planungen Hinweis auf den der Tagungsmappe beiliegenden Terminkalender und die regelmäßigen Informationen über Mailings.

 

4.2 aus dem Förderverein

Für den Vorstand des Fördervereins KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche e.V., der die finanzielle Verantwortung für Aktionen und Veranstaltung der bundesweiten KirchenVolksBewegung trägt, legte Siegbert Maier-Borst den Jahresabschluss 2004 und die Planungen für das Jahr 2005 vor.

Hauptausgaben verursachten wie immer die Postaussendungen (Mailings) zur Information und Spendenwerbung, die jährlich vier Mal an ca. 13.000 Adressen versendet werden. In 2004 waren durch den Versand des „Pfingstbriefes“ an die Kirchengemeinden zusätzliche Ausgaben entstanden.

Der Förderverein hat derzeit drei geringfügig beschäftigte Angestellte zur Unterstützung der Arbeit des Bun-

desteams und des Vereins (Referentin, Hilfskraft, Buchführung).

Die Kosten für den Katholikentag in Ulm waren erfreulicher Weise geringer als geplant.

Die Haupteinnahmen der Bewegung setzen sich aus viele kleineren und größeren Einzelspenden von mehr als 1800 Spenderinnen und Spendern zusammen, denen die Bundesversammlung ein herzliches Dankeschön ausspricht.

In 2005 wird neben Mailing- und Personalkosten die geplante Begleitung des katholischen Weltjugendtages erhebliche Ausgaben erfordern.

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins hat beschlossen, den Überschuss aus dem Jahr 2004 den Rücklagen beizufügen, um die Liquidität der Bewegung zu gewährleisten.

 

4.3 aus den Arbeitsgruppen

4.3.1 AG Frauenwürde e.V.

Mit Freude wurde festgestellt, dass viele Aktive und FördererInnen der Arbeitsgruppe Frauenwürde e.V. in Erfurt anwesend waren. Die erfolgreiche Arbeit der fünf Beratungsstellen für Frauen/Paare/Familien im Schwangerschaftskonflikt war in einer Beilage zur Tagungsmappe dokumentiert. Darüber hinaus wurde berichtet, dass der Verein Frauenwürde e.V. Veranstaltungen zum Thema Schwangerschaftskonflikt dem Katholikentag in Saarbrücken vorgeschlagen hat. Um die Arbeit der Beratungsstellen nahezubringen, schilderte Hans Peter Schladt, Vorsitzender des Trägervereins der Beratungsstelle in Neuwied, aus der Arbeit dieser Beratungsstelle.

 

4.3.2 Aktion Lila Stola

Wie in der bundesweiten Arbeit der KirchenVolksBewegung auch, gibt es in der AG Lila Stola viele Gruppen, die in den Diözesen Aktionen zu Priester- und Diakonenweihen durchführen, ohne dass die AG – außer durch Zufall – etwas davon erfährt. Die AG hat den zum Abschluss dieser Bundesversammlung geplanten öffentlichen Gottesdienst zum Weltgebetstag für Frauenordination vorbereitet und lud alle Anwesenden herzlich zur Mitfeier ein. Eine ebenso herzliche Einladung zur Teilnahme an der weltweiten Konferenz des Zusammenschlusses von Frauenordinationsbewegungen, Women’s Ordination Worldwide (WOW) im Juli in Ottawa, Canada, an der Angelika Fromm als Vertreterin teilnimmt, wurde ausgesprochen.

 

4.3.3 AG Kirchensteuer

Die AG Kirchensteuer hat die Vorarbeit für das letzte Mailing der KirchenVolksBewegung geleistet. Die Versammlung sprach der AG ein herzliches Dankeschön dafür aus. Herr Gugler hat sein Amt als Sprecher der Gruppe niedergelegt. An die Vorstellung dieser AG schloss sich eine Diskussion über das Thema „Wirksamkeit eines Kirchenaustrittes“ an.

 

4.3.4 Sonstige AG‘s

Für die AG Gemeinde, die z.Zt. nicht aktiv ist, ist Sigrid Grabmeier Ansprechpartnerin.

Es gab einen Vorschlag aus der Versammlung, eine AG Grundrechte in der Kirche zu überlegen.

 

4.4 aus den Diözesangruppen

Das Bundesteam sprach die Bitte aus, in den Diözesen besonders zu beobachten, was in dieser Zeit des Geldmangels der Kirchen und stärkeren Zentralisierung mit den diözesanen Gremien geschieht. Die Frauen- und Jugendreferate der Diözesen sind z.Zt. schließungsgefährdet.

 

4.4.1 Köln

Aus Köln berichtete der Vertreter der VkPF (Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen), es herrsche Skepsis über die chaotische Vorbereitung zum Weltjugendtag. Aus der Vereinigung überbrachte er Grüße von der letzten Mitgliederversammlung und einen Hinweis auf die schwindenden Priesterzahlen durch altersbedingtes Ausscheiden.

 

4.4.2 Berlin

Die kritischen Katholiken Berlins treffen sich regelmäßig zehn Mal im Jahr jeweils am 3. Sonntag im Monat. Die Arbeit befasst sich hauptsächlich mit ökumenischen Fragen und der Situation in der Diözese. Bei den Treffen werden auch andere Gottesdienstformen ausprobiert. Ingrid Fuhrmann, Kontaktperson für Berlin, ist im Diözesanrat und beobachtet besonders die Gemeinde- und Finanzentwicklung in der Diözese.

 

4.4.3 Limburg

Aus dem Bistum Limburg lag ein Bericht der Tagungsmappe bei. Dazu wurde ergänzt, dass es bei der Veranstaltung am 5. März mit dem eingeladenen Bischofsvikar für Synodale Gremien, Dr. Johannes zu Eltz, zu einer problematischen Situation gekommen war. Herr Dr. zu Eltz, auf dessen Wunsch die Veranstaltung auf den 5. März gelegt worden war, kam leider verspätet zur Versammlung und verließ nach zwei Stunden die Veranstaltung, ohne in die Publikumsdiskussion einzugreifen, weil er nicht gefragt worden war. Die Gruppe ist nun ratlos, wie sie damit umgehen soll. [Es ist inzwischen – auf seinen Wunsch – ein Gesprächstermin mit Dr. zu Eltz vereinbart worden.]

Die Diözesangruppe trifft sich zweimal jährlich, führt Aktionen durch und beteiligt sich an diözesanen Veranstaltungen.

 

4.4.4 Eichstätt

Zum 10jährigen Beginn des KirchenVolksBegehrens gab es ein großes Interview mit dem Sprecher der Diözesangruppe, Walter Hürter, in der Eichstätter Presse. Die diesjährige Diözesanversammlung am 12./13.März hatte das Hauptthema „Priesterkinder und Zölibat“ mit Veronika Egger.

 

4.4.5 Dresden-Meißen

Zu dem der Tagungsmappe beiliegenden Bericht wurde besonders auf die Ergebnisse des Treffen „Null Bock auf Kirche – warum bleibt die Jugend weg?“ hingewiesen.

 

4.4.6 Hildesheim

Von der Hildesheimer Diözesangruppe wird eine Sonntagsmessen-Initiative in Hannover unterstützt. Ein Schwerpunkt der Arbeit in diesem Jahr ist die Vorbereitung einer 10-Jahres-Feier in Hannover zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung.

 

4.5 Bundesteam

Um das Bundesteam und die mithelfenden geringfügig beschäftigten Kräfte angesichts der immer größeren Aufgabenpalette punktuell zu entlasten, kam aus dem Bundesteam der Vorschlag, nach einer Form beispielsweise eines „beistehenden Organisationsteams“ zu suchen, von dem konkrete Aufgaben über einen gewissen Zeitraum übernommen werden könnten. Das Bundesteam dankt herzlich den sechs Teilnehmden, die sich in die ausgelegte Liste eingetragen haben.

 

TOP 5              Diskussion und Beschlussfassung der eingegangenen Anträge

 

Der Versammlung lagen keine Anträge vor.

 

TOP 6              Planung der nächsten Bundesversammlungen

 

Herbst 2005      vom 28. bis 30. Oktober im Jugendgästehaus Köln Deutz [siehe aktuelles Mailing]

Vorschläge für 2006:

Frühjahr 2006    möglichst 24. bis 26. März in Trier [Termin: 24. bis 26. März, Ort: Jugendgästehaus Trier]

Herbst 2006      in Augsburg [Termin: 27. bis 29. Okt., Ort: Tagungszentrum der Ev. Diakonissenanstalt, ein Dank geht an die Diözesangruppe Augsburg für die Vermittlung]

 

Abendprogramm

Am Abend führte uns Frau Riedel-Neubauer auf einem interessanten Stadtrundgang durch Erfurt. Wir danken ihr ganz herzlich für die historischen und aktuellen Einblicke in die Stadt.

 

 

 

Sonntag, 20. März                   Beginn 9:15 Uhr

 

TOP 7              Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens?

 

Nach der Einführung in das Thema [das in der etwas abgewandelten Formulierung „Die Eucharistie: Quelle und Gipfel des Lebens und der Mission der Kirche“ auch das Thema der jetzt für den 2. bis 23. Okt. 2005 bestätigten 11. Generalversammlung der Bischofssynode in Rom sein wird] arbeiteten drei Gruppen zu den in einem Impuls gegebenen Fragen. Die Gruppen gaben nach der Gruppenarbeit kurze Überblicke:

Gruppe 1

Diese Gruppe befasste sich zunächst mit der Frage: Wie sah das Abendmahl in den ersten Gemeinden aus?

Jesus schloss niemanden aus, er gab seinen Jüngerinnen und Jüngern mit auf den Weg: „Esst alle davon“.

Dieses ist für uns die Aufforderung, mit den Ausgeschlossenen (z.B. wiederverheiratete Geschiedene) zu teilen.

Der Stellenwert der Eucharistie ist in der heutigen Zeit zu gering, ihr fehlt der Mahlcharakter. Die Zentrierung auf den Priester zerstört das Wissen, dass nicht der Priester sondern die Ruach wandelt.

Gruppe 2

Diese Gruppe beschäftigte sich besonders mit der Impulsthese 4 – „Die Eucharistie, im heutigen Verständnis ist deswegen keine unmittelbare Einsetzung Jesu, sie ist eine Einsetzung der Kirche! ... Steht mit dieser Aussage ein Schisma bevor?“ – und der Impulsthese 6 – „Abendmahl ist Lebensmittel im umfassenden Sinn. Die Tradition des Mahles kommt aus dem Judentum. Jesus feierte sein letztes Mahl als Besonderheit, im Bewusstsein des Endes seines Lebens“.

Auch in dieser Gruppe war der „Nichtausschluss“ besonders in der Ökumene Thema, denn Eucharistie untereinander ist notwendig. Empfohlen wurde: Einfach tun, ohne die Lösung der theologischen Fragen abzuwarten oder Protest leisten durch Verzicht.

Gruppe 3

Diese Gruppe kam zu dem Schluss, sich mit dem wichtigsten, aber auch heikelsten Thema unserer Kirche zu befassen. Beim Mahl steht nicht das Kreuz im Mittelpunkt, sondern die Treue und die Liebe – eine Absage an die Opfertheologie. Die Feier ist eine Erinnerung des Wesens Jesu bis in den Tod und in die Auferstehung.

Das genaue Wissen über den Ablauf des Erinnerungsmahles fehlt. Wir sollten uns also nicht von der Ritualisierung der Feier bedrücken lassen.

Hausgemeinschaften sind Vorbild für Veränderungen: diese standen in der Verbindung mit den Aposteln, sie waren nicht losgelöst von der gesamten Gemeinschaft. Der Johannesbericht von der Fußwaschung kann für uns nur heißen: Teilen des Brotes und Dienen.

 

Von allen drei Gruppen wurde das Thema für eine ausführlichere Behandlung für eine der nächsten Bundesversammlungen gewünscht.

 

 

Die Versammlung schloss mit einem öffentlichen Gottesdienst „Fürchte dich nicht!“ zum Weltgebetstag für Frauenordination auf dem Domplatz in Erfurt

 

 

 

Annegret Laakmann                                          Christian Weisner

Protokollantin                                                   Bundesteam

 

Haltern, 16. Mai 2005

 

[...] aktuelle Ergänzungen nach der Bundesversammlung