Wie Sozial ist die Kirche?

 Interessant sind die Thesen des Netzwerk ÖKT 2010 zur Sozial- und Wirtschaftspolitik, die in Orientierung, Nr.12. 30.6.09, S. 143, vorgestellt werden. (vgl. http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Christen_fordern_Kurswechsel_in_Wirtschafts_und_Sozialpolitikndex.htm)

 Bevor die „Welt“ mit Thesen beglückt wird scheint es mir sinnvoll, zu schauen, wie denn innerhalb der Kirchen und bei Caritas und Diakonie mit der Sozialen Frage umgegangen wird.

Wie sieht es aus mit:

- befristeten Arbeitsverträgen?

- Ausgliederung von einzelnen Bereichen in kircheneigenen Zeitarbeitsfirmen?

- Lohndumping im Vergleich zu kommunalen Arbeitgebern?

- Mindestlöhnen?

- gewerkschaftlicher Vertretung der Mitarbeiter?

 Eine aktuelle Pressemeldung zu diesem Themenbereich aus Hannover kann unter folgendem Link gefunden werden (http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Diakonie_als_Lohndruecker.htm  http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Kirche_unterbietet_Kirche.htm)

 Wie von Mitgliedern der Landes Liga Rheinland Pfalz zu erfahren war, sollen sich dort Caritas und Diakonie vehement gegen die Einführung von Mindestlöhnen in der Pflege gewendet haben. Die ach so schlimmen privaten Anbieter sollen Mindestlöhne dagegen befürwortet haben. Zwei Jahre nach dieser Diskussion wurden dann vom Staat Mindestlöhne eingeführt. Steht die Kirche denn wirklich an der Spitze der sozialen Bewegung?

Mir scheint, dass es einen Widerspruch zwischen den Sonntagspredigten von Bischöfen beider Konfessionen und dem Werktag in kirchlichen Einrichtungen gibt.

 Es ist sicher sinnvoll, sich mit der möglichen Argumentation der Kirchenmanager auseinander zu setzen, wie:

- der heilige Sachzwang

- die EU-rechtlichen Vorgaben

- die Vorgaben der diversen SGBs

- der heilige Markt.

 Die Glaubwürdigkeit von Kirche erschließt sich nicht aus ihren Verlautbarungen, sondern aus der gelebten Praxis. Wie heißt es doch so treffend bei Mt.7.16: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

 22.7.09

Hans-Albert Link

Dipl. Theologe

Dipl. Sozialarbeiter

 PS. Diese Anregung ging an das Netzwerk ÖKT 2010 zur Sozial- und Wirtschaftspolitik,