Bistum Fulda

Dom zu Fulda

Zahlen und Fakten

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Die Anzahl der Katholiken im Bistum Fulda sinkt allmählich. Die Zuzüge katholischer Migranten aus europäischen Ländern (Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Polen) kann den Rückgang offenbar nicht auffangen. Es wäre interessant zu untersuchen, welche Auswirkungen die multinationale Zusammensetzung auf das Gemeindeleben hat, bzw. ob es nur ein unverbundenes Nebeneinander von separaten Nationalgemeinden gibt. Der Rückgang der Katholiken im Bistum hängt auch mit dem Geburtenrückgang zusammen.

 

Gottesdienstteilnehmer im Bistum Fulda

 

 

Trauungen im Bistum Fulda

 

 

Taufen und Beerdigungen im Bistum Fulda

    

 

Der Rückgang der Taufen hängt auch mit dem Geburtenrückgang zusammen.

 

Übertritte und Austritte im Bistum Fulda

Übertritte und Ausritte spiegeln das Image der kath. Kirche in der Gesellschaft wieder. Es gibt sicher einige, die die Austritte in erster Linie auf einen kirchenfeindlichen und den areligiösen Zeitgeist zurückführen. Andere dagegen machen eine, nach ihrer Einschätzung, starre und nicht menschenfreundliche Haltung der Amtskirche für diese Trends verantwortlich.

 

Erstkommunionen und Firmungen im Bistum Fulda

Die Datenlage zu Erstkommunionen und Firmungen ist nicht einfach zu interpretieren. Offensichtlich sind 1986 die Zahlen stärker zurückgegangen, als der Geburtenrückgang es nahe legen würde. 1996 haben sich die Zahlen anscheinend analog des Geburtenrückgangs eingependelt. Die Zahl der Firmungen machen mit einer gewissen Zeitverzögerung deutlich, wie viel von den Erstkommunikanten im Firmalter noch erreicht werden können..

 

Priester im Deutschland und im Bistum Fulda

1997 wurden die Erhebungseinheiten geändert, daher die höheren Angaben

 

    

Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz kamen 2004 in Deutschland

je ein Priester im aktiven Dienst auf 2.268 Katholiken. Allerdings sind in manchen

Bistümern je 1 Priester für 25.000 bis 40.000 "Pfarrkinder" zuständig (z.B. Bistum

Limburg).

 

Priesteramtskandidaten in Deutschland und im Bistum Fulda

 

Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz sinkt der Anteil der Priester rascher, als der Anteil der Katholiken in Deutschland.

 

Anzahl der Priester im Bistum Fulda nach Weihejahrgang und Alter

Stand 2005

 

                                               

Für das Alter der Priester haben wir folgende Berechnungsgrundlage gewählt:

Weihejahrgang + 25 Jahre. Dadurch wird die Altersstruktur der Priester jünger als sie tatsächlich ist. Denn die sog. Spätberufenen eines Weihejahrgangs werden dadurch jünger gemacht als sie tatsächlich sind.

Ausgang unserer Statistik sind die jeweiligen Priesterweihen pro Jahr. In unserer Statistik wird nicht der vorzeitigen Tod, das Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen, die Übernahme von aufgaben außerhalb der Pfarrseelsorge oder Amtsniederlegungen von Priestern berücksichtigt.  Daher dürfte die tatsächliche Zahl der Priester pro Weihejahrgang (vor allem bei fortgeschrittenem Alter) im Bistum, die der Pfarrseelsorge zur Verfügung stehen, niedriger sein.

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Geburtenrückgang ein Ansteigen der Zahl der Priesteramtskandidaten und somit der Priesterweihen unwahrscheinlich macht. Der Trend zum Geburtenrückgang ist europaweit festzustellen. Die Möglichkeit des Priesterimports aus anderen Ländern oder die Beauftragung von Ordensleuten mit der Pfarrseelsorge wird daher abnehmen.

Der Rückgang der Priester wird zunächst einen Rückgang des Gottesdienstangebotes am Wochenende zur Folge haben. Statt z.B. drei Messen incl. Vorabendmesse wird es voraussichtlich nur noch eine Sonntagsmesse geben können, da immer weniger Priester immer mehr Pfarreien betreuen müssen. Der Rückgang des Gottesdienstangebotes wird einen weiteren Rückgang des Gottesdienstbesuchs nach sich ziehen. Die Zusammenlegung von Pfarreien wird verstärkt erfolgen müssen. Ein Pfarrer wird z.B. für 3 Pfarreien und damit für 3 Verwaltungsräte, 3 Pfarrgemeinderäte und 3 Kindergärten zuständig sein. Er wird Leitungs-, und Finanzverantwortung wie in einem mittelständigen Betrieb übernehmen müssen. Er wird Arbeitgeberfunktion für pastorale Mitarbeiter, Bürokräfte und Kindergartenpersonal ausüben. Diese Aufgabenstellung scheint eher ein Studium der Betriebswirtschaftslehre vorauszusetzen, als ein Theologiestudium. Ob der Zwang, verstärkt Managementaufgaben wahrnehmen zu müssen, zu Attraktivität des Priesterberufs beiträgt, sei dahingestellt. Auch müssen die verbleibenden Priester in den Pfarreien, für die sie zuständig sind, mehr Kasualien übernehmen als heute.

Nach Angaben der statistischen Daten der Deutschen Bischofskonferenz liegt das Bistum Fulda 1998 mit 9,6 Priestern je 10.000 Katholiken an dritter Stellen von 27 Bistümern in Deutschland. Es gehört derzeit zur Spitzengruppe der mit Priestern am besten ausgestatteten Bistümer. Bei der Ausstattung mit Personen im aktiven pastoralen Dienst liegt es 1998 an fünfter Stelle. Aufgrund der uns vorliegenden Zahlen hinsichtlich der Altersstruktur kann davon ausgegangen werden, dass ein einschneidender Priestermangel, wie er bereits in anderen deutschen Diözesen zu beobachten ist, im Bistum Fulda erst mit einer gewissen Zeitverzögerung, aber dann mit derselben drastischen Reduzierung, eintreffen wird. Dies eröffnet die Chance, sich rechtzeitig dieser Entwicklung zu stellen. Eine offener Diskussionsprozess zu dieser Problematik in allen Gemeinden des Bistums scheint uns dringend erforderlich zu sein.

In der Vergangenheit hat das Lehr- und Leitungsamt der katholischen Kirche immer wieder die zentrale Bedeutung der sonntäglichen Eucharistiefeier für die Gemeinde betont. Fakt ist allerdings, dass weltweit in den letzten 20 Jahren die Zahl der Priester stark zurückgegangen ist. Die sonntägliche Eucharistiefeier ist für viele Gemeinden, nicht nur außerhalb Europas, bereits eine Fiktion. In einigen deutschen Diözesen zeichnen sich bereits ernsthafte Probleme bei der Sicherstellung der sonntäglichen Eucharistiefeier ab. Diese Entwicklung wird auch von dem Bistum Fulda nicht halt machen.

Auf diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen:

 

Bischöfe erwarten neue Formen der Gemeindearbeit

Zahl der Priester in 20 Jahren halbiert

Frühjahrsvollversammlung 2001 diskutierte Zukunft der Seelsorge

Augsburg (AP) Der Priestermangel und die schwindenden Zahlen der Gottesdienstbesucher werden nach Einschätzung der katholischen Bischöfe Veränderungen in den Kirchengemeinden erzwingen. Der Vorsitzende der Pastoralkomnmission, der Erfurter Bischof Joachim Wanke, sagte am Mittwoch bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Augsburg, möglicherweise werde es in Zukunft neue Gemeindetypen geben. In Großstädten teilten sich schon heute verschiedene Pfarrgemeinden bestimmte Aufgaben.

Außerdem erwarte er neue geistliche Zentren, die zum Beispiel Jugendliche an sich binden könnten. Die sonntägliche Eucharistiefeier will Wanke weiterhin «an möglichst vielen Punkten anbieten. Vermutlich werde dies aber nicht felchendeckend gelingen, sagte der Erfurter Bischof am Rande der Vollversammlung.

Seiner Ansicht nach müßten die Gemeinden wie schon bisher weiter vergrößert werden. Wanke geht nach eigenen Angaben davon aus, dass in zehn bis 20 Jahren nur noch halb so viele Priester zur Verfügung stehen worden wie heute. Es genüge nicht, diesen Mangel zu verwalten. Vielmehr müsse ein Nachdenken aber die künftige Rolle der Kirche einsetzen, für das die Bischöfe «Visionen vorgeben» müssten.

Yahoo, Gesellschaft & Soziales, Religion, Christentum, Top - Themen aus der Kirche, Schlagzeilen, 7.3.01

Quellen der Zahlen:

Kirchliches Handbuch, Band XXVI (1962 - 1968), S. 618 ff

Kirchliches Handbuch, Band XXVII (1969 - 1974), S. 114 ff

Kirchliches Handbuch, Band XXIX (1976 - 1986), S. 110 ff

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kath. Kirche in Deutschland, Statistische Daten 1996, 1998,1999 bis 2005

Zentrum für Berufungspastoral

Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz

für die Pastoral der geistlichen Berufe

und kirchlichen Dienste

Wintererstraße 6

79104 Freiburg

Fon 0761/38906-60, Fax 0761/38906-69

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