Bischof beklagt Schweigen zu Franco-Morden an Priestern
Gedenkfeier für Opfer unter Geistlichen im Bürgerkrieg
Madrid - Der Bischof der nordspanischen Stadt Vitoria (baskisch: Gasteiz), Miguel Asurmendi, hat das Schweigen der katholischen Kirche zur Erschießung von 14 Priestern während des Bürgerkriegs (1936-39) durch Franco-Truppen verurteilt. Das Schweigen nach der Ermordung der Geistlichen sei "nicht zu rechtfertigen oder noch länger hinnehmbar", sagte Asurmendi am Freitag während eines Gedenkgottesdienst zu Ehren der Getöteten im Dom von Vitoria. "Solch ein langes Schweigen war nicht nur eine unrechte Unterlassung, sondern auch ein Mangel an Wahrheit und ein Akt gegen Gerechtigkeit und Nächstenliebe", fügte der Bischof hinzu.
An der Trauerfeier nahmen auch die Bischöfe von Bilbao (Bilbo) und San Sebastian (Donostia), Vertreter der baskischen Regionalregierung sowie Angehörige der getöteten Priester teil. Die katholische Kirche hatte den Kampf des konservativen Generals Francisco Franco gegen die demokratisch gewählte Links-Regierung der Republikaner unterstützt.
"Märtyrer"
Nach Einschätzung von Historikern töteten die Republikaner mehrere tausend Priester, Mönche und Nonnen. Während die Kirche viele dieser Opfer als "Märtyrer" selig sprach, schwieg sie zu der Ermordung von Kirchenleuten durch Franco-Truppen weitgehend. Franco etablierte ein klerikal-faschistisches System und herrschte bis zu seinem Tod 1975 mit eiserner Hand in Spanien. Die Basken wie auch andere Volksgruppen unterdrückte er. (APA)
12.7.09
Quelle: http://derstandard.at/fs/1246541991403/Bischof-beklagt-Schweigen-zu-Franco-Morden-an-Priestern