ZdK warnt vor perspektivlosem Sparen in Kirche

Bonn, 26.4.2004 (KNA). Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat
vor einem perspektivlosen Sparen in der katholischen Kirche gewarnt. Die
notwendigen schmerzhaften Einschnitte müssten breit diskutiert und die
Folgen für alle transparent gemacht werden, schreibt ZdK-Vizepräsident Heinz
Wilhelm Brockmann in der neuesten Ausgabe der in Bonn veröffentlichten
ZdK-Zeitschrift "Salzkörner". Bischöfe und Finanzreferenten dürften nicht
allein entscheiden, sondern müssten ihre vielen hoch motivierten haupt- und
ehrenamtlichen Mitarbeiter beteiligen, um einen Auszug gerade der Aktiven zu
verhindern.

Brockmann zeigt sich überzeugt, dass kommende finanzielle Einschnitte das
Gesicht der Kirche in Deutschland drastisch verändern werden. "In wenigen
Jahren werden wir eine Kirche sein, die erheblich weniger Immobilien
besitzt, die deutlich weniger hauptamtliches Personal beschäftigt, die in
weniger öffentlichen Bereichen tätig ist und an wirtschaftlicher Kraft
erheblich eingebüßt hat", schreibt er. Der ZdK-Vizepräsident sieht die
Gefahr, dass die wirtschaftliche Krise zur "bleiernen Ausweglosigkeit für
die Kirche insgesamt" wird und Spannungen über Finanzfragen zu erheblichen
Verbitterungen und "allgemeiner Erosion der Kirche" führen. Das könne
insbesondere dann passieren, wenn mit anstehenden Kürzungen Kirchenpolitik
gemacht werde und das Gefühl entstehe, die Einschnitte beträfen vor allem
einzelne Gruppen.

Als Zukunftsvision beschreibt Brockmann eine Kirche mit mehr ehrenamtlichem
Engagement. Katholiken, die, wie Rentner, keine Kirchensteuer mehr zahlen
müssten, sollen verstärkt freiwillige Beiträge leisten. Außerdem müssten
Bistümer und Gemeinden durch Verbundsysteme Synergieeffekte in Verwaltung
und Versorgung schaffen. Über eine solche Neuausrichtung muss die Kirche in
Deutschland nach Meinung des ZdK schon bald einen grundlegenden Konsens
herbeiführen.

Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040426t133334187.htm