ZdK-Präsident fordert mehr Beteiligung der Laien bei Bischofsernennungen
"Der Verantwortung jedes einzelnen Christen als Glied der Weltkirche gerecht werden"
Für mehr Transparenz im Verfahren der Bischofsernennungen und für eine größere Beteiligung der Laien hat sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, ausgesprochen.
Vor dem Hauptausschuss des ZdK am Freitag, dem 14. Juni 2002, verband Meyer den Dank an den vor einigen Wochen emeritierten Bischof von Essen, Luthe, und den Erzbischof von Freiburg, Saier, der seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angeboten hat, mit Anfragen an die derzeitige Praxis der Ernennung von Bischöfen.
Die große Zahl der in den nächsten Jahren notwendig werdenden Neubesetzungen lasse vielen Katholiken in schmerzhafter Weise deutlich werden, dass sie auf diese für das Leben der Kirche außerordentlich bedeutsamen Entscheidungen keinen Einfluss hätten. Ihnen bleibe sogar verborgen, wie solche Entscheidungen letztlich zustande kommen. Diese Tatsache, so Meyer, sei mit der vom Zweiten Vatikanischen Konzil hervorgehobenen Teilhabe aller Gläubigen am Volk Gottes nicht zu vereinbaren.
Aus Sicht des ZdK-Präsidenten gibt es keine einsichtigen Gründe, warum die gegenwärtige, erst relativ spät entstandene Praxis dem Wesen des Bischofsamtes besser entspreche, als die über Jahrhunderte bezeugte Beteiligung der Christen der jeweiligen Ortskirche an der Bischofswahl. Meyer gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Zustimmung der Priester und Laien der Ortkirche, die Mitwirkung der Nachbarbischöfe oder der jeweiligen Bischofskonferenz und die Entscheidung des Papstes bei der Wahl eines neuen Bischofs in einer sinnvollen und überzeugenden Weise verbunden werden könnten. "Das würde der Verantwortung jedes einzelnen Christen als Glied des Volkes Gottes und dem Ineinander von Ortskirche und Weltkirche gerecht werden," so Meyer wörtlich.
17.06.2002
Quelle:
www.katholische-kirche.de Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Bonn: