Die Offenheit des Dialogs ist nach Ansicht der
KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
das entscheidende Kriterium, mit dem der katholische Weltjugendtag vom 11. bis
21. August in Deutschland zu messen sein wird.
„So ein großes internationales Treffen ist nur
sinnvoll und hat nur dann eine langfristig positive Wirkung, wenn es auch
nachhaltige Partnerschaften und offene Diskussionen ermöglicht“, erklärt
Christian Weisner, Sprecher der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, „dies wird jedoch bei einem Ereignis dieses
gigantischen Ausmaßes nicht möglich sein.“
Statt vorgefertigter Antworten sollte die Kirche
viel mehr als bisher auf die Fragen der Jugendlichen hören. Statt der
Katechesen ‚von oben’, die die 600 angemeldeten Bischöfe halten werden, sollte
es besser Dialoge ‚von unten’ geben. Auch Tabu-Themen dürften nicht ausgespart
werden. Als schlechtes Omen für die Dialogbereitschaft im Kölner Erzbistum
sieht Weisner das Redeverbot, das der französische Bischof Jacques Gaillot im
letzten Jahr dort erhielt.
„Nur wenn die Themen, die junge Menschen in aller
Welt existenziell betreffen, offen und selbstbestimmt diskutiert werden, wird
der katholische Weltjugendtag seinem eigenen Anspruch gerecht“, erklärt Tobias
Raschke, Sprecher der Wir sind Kirche-JUGEND.
Dabei bezieht sich Raschke auf das in der Einladung nach Köln zitierte
Papstwort „Die Kirche hat der Jugend viel zu sagen, und die Jugend hat der
Kirche viel zu sagen. Dieser gegenseitige Dialog muss offenherzig, klar und
mutig sein.“ (Apostolisches Schreiben „Christifideles Laici“ 1988)
Zu den Themen, die heute gerade für junge Menschen
von allergrößter Bedeutung sind, so Raschke, gehören die Auswirkungen der
Globalisierung, die Religiosität junger Menschen fern der Kirchen, die
Sexualaufklärung als Menschenrecht sowie ein offener Umgang mit Homosexualität
und Schwangerschaftskonflikten. Der Brief an den Generalsekretär des
katholischen Weltjugendtages, mit dem die Wir
sind Kirche-JUGEND frühzeitig ihre Mitwirkung angeboten hatte, wurde aber
nicht einmal beantwortet.
Angesichts des derzeit drastischen Sparkurses der
katholischen Kirche in der Pastoral und in der Jugendarbeit hält Wir sind Kirche die ungeheuer hohen
Ausgaben von etwa 100 Millionen Euro allein für die fünf Tage des
Weltjugendtages in Köln für weit überzogen und nicht verantwortbar.
Das eigentliche Vorbild der katholischen
Weltjugendtage, die Jugendtreffen von Taizé, die auf den evangelischen
Ordensgründer Frère Roger zurückgehen, sind viel mehr „von unten“ organisiert,
viel kostengünstiger und viel ökumenischer. Die gewaltigen verkehrlichen,
logistischen und finanziellen Probleme des gigantischen katholischen
Weltjugendtages in Köln sind schon jetzt absehbar.
Mit dem „Weltjugendtag für alle“ (www.wyd4all.org) hat die Wir sind Kirche-JUGEND ein offenes Dialog-Forum während des
katholischen Weltjugendtags vom 15. bis zum 21. August 2005 in Köln initiiert.
Bereits beim katholischen Weltjugendtag 2002 in Toronto gestaltete die Wir sind Kirche-Jugend das Programm
„Challenge The Church“ als kritische Begleitung mit.
Mit dem „Wir
sind Kirche-Treffpunkt“ in einem Gemeindezentrum der Kölner Innenstadt
bietet die KirchenVolksBewegung vom 16. bis 19. August ein offenes Angebot für
die in- und ausländischen Gäste mit Workshops, Filmen, Spiritualität und Raum
für Begegnung.
Das detaillierte Programm des „Weltjugendtag für
alle“ und des „Wir sind Kirche-Treffpunkt“
wird in Kürze vorgestellt. Pressekonferenzen sind u.a. Montag, 15. August und
Mittwoch, 17. August 2005 jeweils vormittags in Köln vorgesehen.
Pressemitteilung Hannover/Köln,
24. Juli 2005
Mehr
Informationen:
T o b i a s
R a s c h k e
„Weltjugendtag für alle“-Koordinator
Wir sind
Kirche-JUGEND-Sprecher
Tel: +49 (0)221-829 18
11, mobil: +49 (0)171-5464 950
Fax: +49 (0)1212-527 412
908
Email: presse@wyd4all.org
Internet: www.jugend.wir-sind-kirche.de
Internet: www.wyd4all.org
C h r i s t i a
n W e i s n e r
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50
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Internet: www.wir-sind-kirche.de
Stichwort: KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
Wir sind
Kirche ist
aus dem 1995 in Österreich gestarteten Kirchenvolks-Begehren hervorgegangen und
setzt sich ein für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche auf der
Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die 1996 in Rom gegründete
internationale Bewegung Wir sind Kirche
ist derzeit in mehr als zwanzig Ländern auf allen Kontinenten vertreten und
weltweit mit gleichgesinnten Reformgruppen vernetzt. Als innerkirchliche
Reformbewegung vertritt Wir sind Kirche
theologisch fundiert die „Stimme des Kirchenvolkes“, wie internationale Studien
renommierter Religionssoziologen immer wieder bestätigen.