Weltjugendtreffen in Toronto
Dramatische Umfrageergebnisse vor dem Papstbesuch in Kanada. Wir sind Kirche-JUGEND begrüßt Reformwillen des Kirchenvolkes.
Grundlegende Reformen in der römisch-katholischen Kirche werden von der überwältigenden Mehrheit der Katholiken und Katholikinnen in Kanada befürwortet. Dies ergab eine aktuelle Umfrage kurz vor der Ankunft des Papstes am kommenden Dienstag zum Weltjugendtreffen in Toronto, die von den Zeitungen National Post und Ottawa Citizen sowie vom Fernsehsender Global National News durchgeführt wurde. (Original-Bericht aus der National-Post:
www.wir-sind-kirche.de/jugend/en/toronto/mediacl/mediacl.htm)
82% der kanadischen Katholik/Innen befürworten die Aufhebung des Pflichtzölibats,
80% befürworten die Weihe von Frauen zu Priesterinnen, 73% sprechen sich dafür aus, das eine Wiederheirat möglich ist und
68% sind dafür, dass die Kirche ihren Widerstand gegen die Empfängnisregelung aufgibt.
"Diese Umfrage macht in erschreckender Weise deutlich, wie groß die Unzufriedenheit der kanadischen Katholiken mit dem jetzigen fundamentalistischen Kurs des Vatikans ist", erklärt Tobias Raschke, Sprecher der Wir sind Kirche-JUGEND in Toronto. "Doch der mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) angestoßene Reformwille des Kirchenvolkes lässt sich trotz aller Versuche der römischen Kurie und der konservativen Kräfte nicht wieder rückgängig machen! Gläubige Menschen können selber denken und lassen sich ihr Katholischsein nicht vorschreiben."
"Die Umfrage zeigt auch, warum die Kanadier kein großes Interesse am Weltjugendtreffen haben: sie wollen keinen Papst als Popstar und keine Jubelfeier, wo die Meinungen und Interessen der jungen Menschen gar nicht gefragt sind. Angesichts der jetzt aufgedeckten Missbrauchs-Skandale erwarten die Jugendlichen beim Weltjugendtreffen einen offenen Dialog über die Situation der römisch-katholischen Kirche und überzeugende Antworten des Papstes auf die drängenden Fragen der Jugend", meint Raschke.
Auch in vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt zeigt sich immer wieder, dass die große Mehrheit der praktizierenden Katholiken und Katholikinnen für die lange überfälligen Reformen in der römisch-katholischen Kirche bereit ist. "Die Umfrageergebnisse sind deshalb eine erfreuliche Nachricht insbesondere für die Jugendlichen, die gegebener maßen ein besonders großes Interesse an der Zukunft der Kirche haben", sagt Tobias Raschke, der am Alternativen Weltjugendtreffen der "Challenge the Church for Just and Inclusive World Youth Days"-Koalition mitwirkt.
Die zur KirchenVolksBewegung gehörende "Wir sind Kirche-JUGEND" nimmt am Weltjugendtag in Toronto/Kanada teil und gestaltet auch das ALTERNATIVE WELTJUGENDTREFFEN der "Challenge the Church"-Koalition (22.-26. Juli 2002) aktiv mit (www.wir-sind-kirche.de/jugend).
Die Forderungen der KirchenVolksBewegung für Mitbestimmung der Laien, volle Gleichberechtigung der Frauen, Aufhebung des Pflichtzölibats und eine positive Einstellung zur Sexualität in der römisch-katholischen Kirche sind seit 1995 allein in den deutschsprachigen Ländern von mehr als 2,3 Millionen Menschen unterzeichnet worden.
Pressemitteilung Toronto, 22. Juli 2002
T o b i a s R a s c h k e
Sprecher der Wir sind Kirche-JUGEND
Tel. in Toronto +1-416-762-6324
Email: jugend@wir-sind-kirche.de
Internet: www.wir-sind-kirche.de/jugend