Diözesanadministrator Weihbischof Helmut Bauer zum Dienst von Frauen als
Leiterinnen von Wortgottesdiensten

Dies soll auch künftig so bleiben"
 
Engagement der Ministrantinnen und Ministranten gewürdigt

Würzburg (POW). In der Ausgabe vom 5. Januar 2004 berichten Main-Post und
Volksblatt unter der Überschrift "Wortgottesdienste in Karlstadt gestrichen"
von einer vorauseilenden Umsetzung einer geplanten päpstlichen Instruktion.
Weiter heißt es, die Leitung von Wortgottesdiensten durch Frauen sei
unerwünscht. Diözesanadministrator Weihbischof Helmut Bauer nimmt im
folgenden Interview zu den Behauptungen Stellung.

POW: Main-Post/Volksblatt berichten, dass Frauen gemäß möglicher Vorgaben
aus dem Vatikan künftig keine Wortgottesdienste mehr leiten sollen. Trifft
diese Darstellung für die Diözese Würzburg zu?

Weihbischof Bauer: Der Entwurf einer möglichen päpstlichen Instruktion
"Pfand der Erlösung" ist im Bistum Würzburg nicht bekannt. Bisher gab es
lediglich Initiativen verschiedener Gruppierungen, deren Vorschläge als
Inhalte dieses Dokuments tendenziös ausgegeben wurden. In der Diözese
Würzburg freuen wir uns und sind sehr dankbar, dass sich zahlreiche Frauen
zu Wortgottesdienstleiterinnen ausbilden lassen und diesen Dienst
übernehmen. Dies soll auch künftig so bleiben. Ich habe regelmäßig auch
Frauen zur Leitung von Wortgottesdiensten beauftragt.

POW: Welchen Dienst leisten die Wortgottesdienstleiterinnen und -leiter
konkret vor Ort?

Weihbischof Bauer: Die beauftragten Frauen und Männer sorgen in Zeiten des
Priestermangels für die Vielfalt des gottesdienstlichen Lebens in der
Pfarrgemeinde. So bieten sie beispielsweise in Gemeinden, in denen kein
Priester die Eucharistie feiern kann, eine Wort-Gottes-Feier an. So bleibt
das sonntägliche Gotteslob für die Gemeinde auch in dieser Notsituation
gewährleistet. Die Frauen und Männer gestalten und leiten Andachten, Kinder-
und Familiengottesdienste und Wort-Gottes-Feiern an Werktagen. Die Gemeinden
sind darüber hinaus aber auch eingeladen, sich ohne Wortgottesdienstleiterin
oder -leiter beispielsweise zum Rosenkranzgebet oder zur Feier der
Tageszeiten wie Laudes oder Vesper zu treffen. So soll sicher gestellt
werden, dass die Gemeinde in einer Kirche vor Ort wenigstens einmal am Tag
zum Gotteslob zusammenkommen kann.

POW: Immer wieder wird in jüngster Zeit behauptet, Ministrantinnen solle es
nur geben, wenn dies der Ortsbischof ausdrücklich gestatte. Wie sehen Sie
das Engagement vieler Mädchen als Altardienerinnen?

Weihbischof Bauer: Den Dienst der Ministrantinnen und Ministranten im Bistum
Würzburg sehe ich mit großer Freude. Bei der Aussendung der Sternsinger im
Kiliansdom vor wenigen Tagen wurde es wieder augenfällig, wie sich Mädchen
und Buben in der Kirche engagieren. Bei meinen vielen Besuchen in den
Pfarreien der Diözese habe ich stets den Eindruck, dass Messdienerinnen und
Messdiener im Bistum Würzburg ihren Dienst gut und würdig vollziehen und
dieser von allen geschätzt wird.

POW: Was erwarten Sie sich von einer möglichen päpstlichen Instruktion zur
Liturgie?

Weihbischof Bauer: Papst Johannes Paul II. hat dazu aufgerufen, die
"liturgischen Normen in der Eucharistiefeier mit großer Treue" zu befolgen.
"Um diesen Sinn der liturgischen Normen zu bekräftigen", hat er die
zuständigen Abteilungen der römischen Kurie beauftragt, ein entsprechendes
Dokument vorzubereiten. Eine autorisierte deutschsprachige Fassung der
geplanten Instruktion liegt bisher nicht vor. Deshalb ist es nicht sinnvoll,
über mögliche Inhalte zu spekulieren. Ich kenne bisher keine solche
Instruktion.

12.1.04
Quelle: http://katholische-kirche.de/presse/meldung.asp?nr=5828