Was wäre Afrikas Kirche ohne Frauen?
Den meisten Applaus bei der Afrika-Synode bisher erhielten drei Ordensfrauen, die als Expertinnen sprachen. Alle drei wiesen darauf hin, wie wichtig das Beispiel von Frauen in der ganz konkreten, kleinteiligen Arbeit für Versöhnung und Frieden ist. Eine Schwester aus Ruanda, die als Gefängnisseelsorgerin wirkt, berichtete in einer ergreifenden Stellungnahme davon, wie sie dem Mörder ihres Vaters verzieh und dieser Akt den Mörder in seinen Grundfesten erschütterte. Und doch: „Wir, die Mütter von euch Synodenvätern“ – so formulierte es eine der beiden anderen Schwestern – haben in der Gesellschaft und auch in der Kirche noch immer nicht den uns zustehenden Platz. Man wolle nicht Priester ersetzen, aber „gleichrangige Partner im Weinberg des Herrn sein“, sagte die Schwester in Anwesenheit Papst Benedikts. In der Kirche sollte sich keine Gruppe der anderen überlegen fühlen, mehr Zusammenarbeit zwischen Frauen und kirchlichen Autoritäten wäre schön; da sei freilich eine „Konversion der Herzen“ von allen verlangt. Abschließend bat die Ordensfrau die Synodenväter darum, heute Abend vor dem Einschlafen zwei Minuten lang zu überlegen, was die Kirche in Afrika ohne Frauen wäre.
9.10.09
Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm#s3