Veranstalter mit Friedenstreffen hoch zufrieden

Aachen (AP) Das erste Weltfriedenstreffen in Deutschland hat mit 5.000 Besuchern die Erwartungen der Veranstalter übertroffen, wie der gastgebende Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, am Dienstag bei der Abschluss-Pressekonferenz sagte. Die dreitägige Veranstaltung habe im Zeichen eines offenen Dialogs der Religionen der Welt gestanden. Stark vertreten gewesen sei der Islam.

«Wir haben offen und frei über die Sache des Friedens gesprochen», sagte Mussinghoff. Besonders gefreut habe er sich

 

über die große Zahl von Muslimen unter den 500 geladenen Vertretern der Religionen. Als Grund für das große Interesse der Muslime nannte Mussinghoff die klare Position des Papstes während des Irak-Konflikts. Den muslimischen Gästen in Aachen sei an einem differenzierten Bild der christlichen Welt gelegen gewesen. «Es gibt eben nicht nur Amerika», sagte der Bischof.

 

Thematisch sei Afrika stark in den Vordergrund getreten, berichtete er. Intensiv habe man über die Themen Armut, Aids und Bürgerkrieg diskutiert.

 

Organisator der Weltfriedenstreffen ist die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio. Ihr Gründer Andrea Riccardi kann sich nach eigenen Worten ein solches Treffen in einem islamischen Land vorstellen, sofern von dort eine Einladung kommt. Riccardi lobte die sachliche und gleichzeitig emotionale Atmosphäre während des Aachener Treffens. Beispielsweise sei das angespannte Verhältnis zwischen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche spürbar entkrampft worden. Man habe aber Unterschiede zwischen den Teilnehmern «nicht in einer Weihrauchwolke versteckt».

 

Für Dienstagabend waren in der Innenstadt getrennte Gebete der unterschiedlichen Religionen angesetzt. Eine gemeinsame Prozession sollte die Teilnehmer anschließend zum Katschhof führen, der an den Dom und das historische Rathaus angrenzt. Dort wollten die Teilnehmer eine Kundgebung halten und den traditionellen gemeinsamen Friedensappell unterzeichnen, der anschließend den anwesenden staatlichen Repräsentanten überreicht werden sollte.

 

Die «Pilgerreise für den Frieden» machte in diesem Jahr zum ersten Mal in Deutschland Station. Die Veranstalter sehen sich in der Tradition eines Treffens im Jahr 1986. Damals war Papst Johannes Paul II. in Assisi mit Führern anderer Religionen zusammen getroffen. «Der Geist von Assisi ist es, den wir am Leben halten wollen», sagte Cesare Zucconi, Sprecher von Sant'Egidio.

 

Dienstag 9. September 2003, 16:51 Uhr
Quelle: http://de.news.yahoo.com/030909/12/3mow7.html