Vatikan exkommuniziert Priesterinnen

Der Vatikan hat sieben heimlich in Österreich zu Priesterinnen geweihte Frauen exkommuniziert. Der Vatikan veröffentlichte eine entsprechende Verfügung vom Chef der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger. Die katholische Kirche hatte den sieben Frauen aus Deutschland, Österreich und den USA eine Frist bis zum 22. Juli eingeräumt, ihre Tat zu bereuen. Die Frauen waren am 29. Juni in einer geheimen Zeremonie in Österreich von einem argentinischen Erzbischof zu Priesterinnen geweiht worden. Nach Ansicht der Amtskirche ist das Priesteramt jedoch ausschließlich Männern vorbehalten.

Mehrere der geweihten Priesterinnen - vier Deutsche, zwei Österreicherinnen und eine Frau aus den USA - sind verheiratet, einige haben einen Doktortitel in Theologie. Sie hatten sich in einem dreijährigen Lehrgang auf ihr Amt vorbereitet.

Die Glaubenskongregation wertete die Weihe als "schweren Verstoß gegen die Einheit der Kirche". Wegen der jüngsten Reise von Papst Johannes Paul II. nach Kanada, Guatemala und Mexiko war nach Ablauf der Frist eine Reaktion des Vatikans zunächst ausgeblieben. Braschi war zuvor schon zum Schismatiker (Kirchenspalter) erklärt und damit ebenfalls exkommuniziert worden.

Über eine Exkommunikation kann nur der Papst entscheiden. Sie ist die strengste Strafe der katholischen Kirche und schließt die Betroffenen aus der Kirche aus - insbesondere vom Sakramentenempfang und Geistliche von der Spendung der Sakramente sowie von der kirchlichen Rechtsprechung. Sie wird nach kanonischem Recht unter anderem bei Ketzerei, Abfall vom christlichen Glauben, Kirchenspaltung, Gewalt gegen den Papst, Bischofsweihe ohne päpstliche Zustimmung, Abtreibung und Entweihung des Sakraments verhängt. Zuletzt wurde im Februar der italienische Priester Franco Barbero exkommuniziert, weil er Homosexuelle getraut hatte.

Quelle: http://de.news.yahoo.com/020805/12/2w5fd.html