Rom (dpa) - Der Papst berührt ein Tabuthema: Erstmals seit
seinem Amtsantritt
vor eineinhalb Jahren haben Benedikt XVI. und die Spitze
der römischen Kurie
über das strittige Thema Priesterzölibat beraten.
Allerdings machte der Vatikan
nach dem Treffen am Donnerstag deutlich, dass in dieser
Frage keine rasche
Wendung zu erwarten ist.
In einer kurzen offiziellen Erklärung hieß es, die Versammlung habe «den
Wert der Wahl des
priesterlichen Zölibats nach katholischer Tradition bekräftigt». Unter
Vatikanexperten galt
bereits die Einberufung des römischen Kurie zu diesem Thema als ein
erster überraschender
Schritt.
Ausdrücklich hieß es in der Erklärung weiter, das «Gipfeltreffen»
habe sich während
seiner zweistündigen Sitzung ein Bild gemacht über «Forderungen nach
Befreiung von der
Pflicht zum Zölibat in den vergangenen Jahren». Auch habe man über
bereits bestehende
Möglichkeiten einer Rückkehr verheirateter Priester ins Priesteramt
gesprochen, hieß es.
Entscheidungen wurden offenbar nicht getroffen. Zu dem «Gipfeltreffen»
kamen führende
Kurienkardinäle und das «Kabinett» des Vatikan zusammen.
Das Thema Zölibat ist für die Kirche hoch brisant: Schätzungen zufolge
sind in den
vergangenen 40 Jahren weltweit mehr als 100 000 Priester aus ihrem
Amt ausgeschieden,
weil sie das Gelübde zum keuschen Leben gebrochen hatten. Durch den
rasant
zunehmenden Priestermangel in vielen Ländern erhält das Thema
zusätzliche Dringlichkeit.
In Deutschland hatte 2003 nur noch gut jede zweite Pfarrei einen eigenen
Priester, 3000
bis 4000 Priester mussten wegen Bruch des Gelübdes ausscheiden. Zudem
will die
US-Organisation «Married priests now» im Dezember in New York einen
Weltkongress
zu dem Thema abhalten.
«Beobachter erwarten nicht, dass die katholische Kirche in absehbarer
Zeit vom Pflichtzölibat
für Priesteramtsanwärter abweicht», meinte Radio Vatikan nach dem
Treffen. Der Sender
fügte aber hinzu: «Andererseits ist es das erste Mal, dass ein Aspekt
priesterlicher Ehelosigkeit
auf höchster kirchlicher Ebene offiziell zur Sprache kommt.»
Unter anderem ging es um den Fall des exkommunizierten afrikanischen
Erzbischofs Emmanuel
Milingo. Der 76-Jährige hatte bereits vor Jahren in einer
Massenzeremonie der Moon-Sekte
geheiratet. Kürzlich weihte er in den USA verheiratete Männer zu
Bischöfen und heizte damit
die Diskussion über das Verbot der sexuellen Betätigung für katholische
Priester weiter an.
Die Ehelosigkeit von Priestern wurde von der römisch-katholischen Kirche
im 12. Jahrhundert
verbindlich eingeführt. Streng genommen bedeutet es nicht nur ein
Eheverbot, sondern ein
Verbot der sexuellen Betätigung. Allerdings ist das Zölibat nicht für
alle Zeiten unumstößlich.
So dürfen Priester der orthodoxen Ostkirche heiraten.
In Rom heißt es, eine mögliche künftige «Öffnung» in Sachen Zölibat
könnte zunächst vor
allem in Ausnahmeregelungen bestehen. So könnten etwa ehemalige
Priester, die nach einer
Eheschließung ihr Amt aufgeben mussten, später in bestimmten Fällen -
etwa nach dem Tod
der Frau - doch wieder Priester werden.
Hanauer Anzeiger, 16.11.06
Quelle: http://www.hanauer-anzeiger.de/web/
Rom (dpa) - Eineinhalb Jahre nach Amtsantritt hat
Papst Benedikt XVI. ein Spitzentreffen
über das strittige Thema Zölibat einberufen. Laut
Vatikan wird dabei auch über «Forderungen
zur Befreiung von der Pflicht zur Ehelosigkeit» bei
Priestern diskutiert. Kommentatoren
sprachen von einem «Hoffnungsschimmer» für Priester,
die geheiratet und damit zwangsläufig
ihr Amt verloren haben. Vatikankenner hatten bereits
bei der Wahl Joseph Ratzingers darauf
hingewiesen, dass eine sehr vorsichtige Lockerung beim
Zölibat möglich sein könne.
14.11.06
Quelle: http://de.news.yahoo.com/14112006/3/vatikan-beraet-zoelibat.html
Rom (AP) Papst
Benedikt XVI. hat am Donnerstag eine theologische Konferenz zum Zölibat
eröffnet, mit dem
der Vatikan sein Abwehrbollwerk gegen verheiratete Priester stärken will.
Die Kirchenführung
machte deutlich, dass das im Jahr 1139 aufgestellte Eheverbot in keiner
Weise zur
Disposition stehen soll. Neu geregelt werden könnten aber die Bestimmungen für
d
en Dispens von
Priestern, die heiraten wollen, und für die Wiederzulassung von Priestern,
die eine Ehe
eingegangen sind.
Anlass der Konferenz war der Fall des verheirateten
Erzbischofs Emmanuel Milingo aus
Sambia, der im September exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen wurde.
Milingo heiratete 2001 eine Südkoreanerin und ließ sich dabei in einer Massenhochzeit der
Vereinigungskirche von Sun Myung Moon trauen. Letzter Anstoß zur Exkommunikation war
im September die Priesterweihe von vier verheirateten Amerikanern.
Stuart O'Brien von einer Vereinigung verheirateter
Priester in den USA schätzt, dass es
weltweit etwa 100.000 katholische Geistliche gibt, die
den Zölibat missachten. Außerdem
hätten allein in den USA 25.000 Priester auf ihr
geistliches Amt verzichtet, um zu heiraten.
«Ich glaube
nicht, dass Rom ihnen jemals wieder die Tür öffnen wird», sagte O'Brien
16.11.06
Quelle: http://de.news.yahoo.com/16112006/12/vatikan-staerkt-abwehrbollwerk-priesterheirat.html