Vatikan wirft
Pharmaindustrie bei Aids "Völkermord" vor
Vatikanstadt (AFP) - Der
Vatikan hat die Preisstrategie der Pharmaindustrie bei Aidsmedikamenten als
"Völkermord" bezeichnet. Derzeit stürben allein in Kenia mindestens
400 Menschen täglich an Aids, während die Immunschwächekrankheit in Europa und
Nordamerika nicht mehr zwangsläufig tödlich verlaufe, sagte der Jesuiten-Pater
Angelo D'Agostino, der am Donnerstag im Auftrag von Papst Johannes Paul II. die
Messe las. Dieser Unterschied sei in dem "Völkermord-Verhalten der
Pharma-Kartelle" begründet, die sich weigerten, ihre Aidsmedikamente für
Patienten in Afrika erschwinglich zu machen, zugleich aber im Jahr 2002 nach
eigenen Angaben einen Gewinn von 517 Milliarden Dollar (rund 410 Milliarden
Euro) eingenommen hätten. Den Unternehmen mangele es an "sozialem
Gewissen", sagte D'Angelo. Die Konzerne hätten es in der Hand, im
südlichen Afrika 25 Millionen HIV-Infizierten das Leben zu retten.
29. Januar 2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040129/286/3uz3m.html