Türkei: Religionsfreiheit? Fehlanzeige !
Die orthodoxe
Theologische Hochschule von Chalki auf der Istanbuler Prinzeninsel Heybeli ist
von der Türkei geschlossen, seit 1971. Damit erdrosselt die offiziell
laizistische, de facto jedoch islamisch dominierte Türkei die orthodoxe
Kirche und ihr Weltoberhaupt Patriarch Bartholomaios. Infolge der Schließung
bleibt der dringend nötige Priesternachwuchs aus. Für die aus dem Islamismus
stammenden Spitzenmänner der türkischen Politik um Premier Erdogan ist die Wiedereröffnung
der Hochschule Chalki so etwas wie die letzte Trumpfkarte im Poker um den
Beitritt der Türkei zur EU. Hohe Vertreter der von den türkischen Generalen
vertretenen Ideologie der Nationalen Einheit und Sicherheit der von Kemal
Atatürk 1922 gegründeten Republik erklären: Würden wir Chalki wiedereröffnen,
so müssten wir entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz auch unzählige islamisch-
fundamentalistische Hochschulgründungen dulden. Hohe türkische Politiker
verweisen ferner auf das aktuelle zerstörerische Wirken der islamischen
Fundamentalisten-Missionen sowie der fundamentalistischen US- Missionskirchen
in den aus der Sowjetunion hervorgegangenen Turkvölker-Staaten Aserbaidschan,
Turkmenistan sowie in Ländern Zentralasiens wie Kirgistan oder Tadschikistan.
Sie ignorieren dabei völlig die vom Volkerrecht garantierte Lage: Der Lausanner
Vertrag von 1924 zwischen den Siegermachten des Ersten Weltkriegs und der
jungen Türkischen Republik garantiert den Orthodoxen in der Türkei ihren Kirchenbesitz, ihre Theologische i
Hochschule Chalki sowie Religionsfreiheit. Gegen den Lausanner Vertrag verstößt
die Türkei permanent seit 1971. EU-Europa, allen voran Deutschland, schaut dem Rechtsbruch und dem Verstoß gegen die Religionsfreiheit tatenlos zu. Anlass für die Schließung der Hochschule Chalki 1971 war eine antitürkische Aggression der damaligen griechischen
Militärdiktatur. Das Athener Obristenregime bedrückte die muslimische Minderheit im griechischen West- Thrakien. Aus Rache schloss die
Türkei die orthodoxe Hochschule Chalki.
THOMAS
SEITERICH-KREUZKAMP
Kontakt: E-Mails mit Bitte um Öffnung der Theologischen
Hochschule Chalki an:
Ministerpräsident Erdogan tayyjperdogan@rlerdogan.com
EU-Ratspräsident
Balkenende www.minaz.n/
Bundeskanzler
Schröder internetpost@bundeskanz/er.de
Präsident Chirac www.e/ysee.f
Bundeskanzler
Schussel webredaktion@bka.gv.at
Quelle: Publik – Forum, 17.12.04, S. 50