Türkei: Priester
niedergestochen
Ein Türke hat in Izmir einen italienischen Priester niedergestochen. Das berichten staatliche türkische
Agenturen. Der Priester namens Adriano Franchini sei nach der Messerattacke ins Krankenhaus
eingeliefert worden. Er schwebe nicht in Lebensgefahr.
Nach Agenturangaben sprach der Priester nach der Sonntagsmesse in der Antonius-Kirche von
Izmir mit einem etwa 20-Jährigen, der zum Christentum übertreten wolle. Dieser habe sich über die
lange Dauer dieses Prozesses beschwert und auf einmal auf den Geistlichen eingestochen. Italienische
Diplomaten bestätigen den Angriff, erklären aber, das Motiv sei noch unklar. Franchini, der am
nahegelegenen Marienwallfahrtsort Ephesus arbeite, sei am Bauch verletzt worden.
Der Bischof von Izmir erklärt, Franchini gehe es offenbar gut, er könne sprechen; am Montag würde
er wahrscheinlich operiert. Die Kirche sei immer sehr vorsichtig mit Türken, die angäben, zum Christentum
übertreten zu wollen; immer wieder gebe es in den Reihen der Konvertiten islamische Hitzköpfe, die
die Christen dann des Proselytismus beschuldigten. Der Täter soll festgenommen worden sein. Ein
Mitbruder Franchinis sagte der Nachrichtenagentur Ansa, letztlich stehe wohl "antichristliche
Propaganda" in der Türkei hinter Anschlägen wie diesem.
Immer wieder kommt es in der Türkei zu Angriffen auf Christen. 2005 wurde in der Stadt Trabzon
am Schwarzen Meer der italienische Priester Andrea Santoro von einem Nationalisten
umgebracht. (asianews/rv/agenturen)
16.12.07
Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm