Türkei
- Deutsche Gemeinde in Istanbul ohne Kirche
ISTANBUl/ATHEN .23.
DEZEMBER .DPA/6HL .
Kurz vor Weihnachten
ist die deutsche katholische Gemeinde in Istanbul ihrer Kirche
"beraubt" worden: Pfarrhaus, Kapelle, Altenheim und Garten wurden zur
Überraschung der nur wenige hundert Mitglieder zahlenden Pfarrgemeinde St. Paul
im noblen Istanbuler Stadtteil Sisli ohne deren Wissen und Zustimmung an eine türkische
Baugesellschaft verkauft. Das bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz
in Bonn am Donnerstag auf Anfrage.
Hintergrund ist die türkische
Rechtslage. Kirchen können nicht selbst Grundstücke erwerben, deshalb hatte die
Immobilie juristisch einer Aktiengesellschaft gehört. Deren türkischer
Rechtsanwalt hatte in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender das
Grundstück veräußert.
Da der Verkauf der
Immobilie für den unter Marktwert liegenden Preis von 1,5 Millionen Dollar noch
nicht im Grundbuch eingetragen ist, bemüht sich die katholische Kirche, ihn rückgängig
zu machen. Der Generalsekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans
Langendorfer, werde nach Istanbul reisen, sagte die Sprecherin.
Die Kirche war vor
dem Eintreffen eines neuen Gemeindepfarrers verkauft worden. Dem Vernehmen nach
hatte der Anwalt seinen Entschluss mit Steuerschulden und ausgebliebenen
Honorarzahlungen für den ausgeschiedenen Pfarrer begründet..............
Nach:
Frankfurter Rundschau, 24/25.12.04, S. 6