Teufel
kritisiert "Zentralismus" in katholischer Kirche
Stuttgart/München, 28.1.2004 (KNA). Der baden-württembergische
Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hat kritisiert, dass die katholische
Kirche sich "weit mehr am Zentralismus orientiert als am
Subsidiaritätsgedanken". Er wünsche sich eine Kirche, die das
Subsidiaritätsprinzip nicht nur nach außen verkünde, sondern auch selbst
danach lebe, hebt der katholische Politiker in der in München erscheinenden
Jesuitenzeitschrift "Stimmen der Zeit" (Februar-Ausgabe) hervor.
Der Ministerpräsident plädiert zudem für die Einführung von Diakoninnen.
"Es
wird höchste Zeit, dass die katholische Kirche die grundlegende Gleichheit
aller Menschen verwirklicht, indem sie Frauen nicht nur niedere Dienste,
sondern auch Vollmachten überträgt", betont er. Manchmal habe er den
Eindruck, dass die Kirche in den 60er Jahren zwar einige mutige Schritte zu
mehr Demokratie unternommen habe, dann aber auf halbem Weg stehen geblieben
sei. Dieser Zustand wirke nicht sehr anziehend auf moderne Menschen, die in
ihrem Leben als Staatsbürger den Umgang mit demokratischen Strukturen
gewohnt seien, heißt es in dem Beitrag, der eine überarbeitete Fassung einer
Kanzelrede Teufels ist.
Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040128t115111093.htm