Starkes Wachstum der Kirche in Afrika
Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch der Kirche
2004
ROM, 23. Mai 2006 (ZENIT.org).- Das größte Wachstum verzeichnet
die Kirche in Afrika, wo sich die Anzahl der Katholiken in den Jahren 1978 bis
2004 praktisch verdreifacht hat.
Diese Ergebnisse gehen aus dem "Statistischen Jahrbuch der Kirche"
("Annuarium Statisticum Ecclesiae") 2004 hervor, das von der
"Libreria Editrice Vaticana", dem vatikanischen Verlagshaus,
veröffentlicht und vor kurzem vorgestellt wurde. Die vom kirchlichen
statistischen Zentralamt ausgewerteten Daten zeigen nach einem Bericht des
Pressebüros des Heiligen Stuhls ein "rasantes Wachstum" der
Katholiken in der ganzen Welt. In 26 Jahren – von 1978 bis 2004 – ist der
Katholikenanteil demzufolge von 757 Millionen auf 1,09 Milliarden gestiegen.
Diese Daten seien allerdings "weniger aufregend", wenn sie im Licht
der Entwicklung der Weltbevölkerung betrachtet würden, die im selben Zeitraum
von 4,2 auf 6,4 Milliarden angestiegen ist. Der Vatikan spricht vor diesem
Hintergrund von einem "leichten Rückgang" des Katholikenanteils an
der Weltbevölkerung: von 17,99 auf 17,19 Prozent.
In Europa stagnierten die Katholikenzahlen vor allem aufgrund der
demographischen Situation des alten Kontinents, wo man in den kommenden
Jahrzehnten mit einem Bevölkerungsrückgang rechnen müsse. Die Zahl der
getauften Personen betrug nach dem Jahrbuch vor zwei Jahren nahezu 280
Millionen Menschen, das heißt rund 12 Millionen mehr als 1978 und nur
geringfügig weniger als 1988. Relativ gesehen weise die Anzahl der Katholiken
kaum Veränderungen auf, sie sei aber von 40,5 auf 39,5 je 100 Einwohner leicht
gesunken.
Afrika hingegen zeige sich "wesentlich dynamischer", da während der
26 Jahre des Vergleichszeitraums die Zahl der Katholiken von 55 Millionen auf
149 Millionen sowie der Anteil der Katholiken je 100 Einwohner von 12,4 auf
fast 17 gestiegen sei.
In Amerika und Asien finde sich eine dynamischere Entwicklung als in Europa,
aber nicht so stark wie in Afrika: Katholiken stellten weiterhin 62 Prozent der
amerikanischen Gesamtbevölkerung, während in Asien der Anteil der Katholiken
von 2,5 auf 3 Prozent gestiegen sei. Die Situation in Ozeanien bleibe mit einem
Bevölkerungsanteil von 26 Prozent unverändert.
Der Heilige Stuhl erklärte, dass die Katholiken in Afrika nun 13,5 Prozent
aller Katholiken weltweit darstellten, während es 1978 nur 7 Prozent gewesen
seien. Der Anteil der europäischen Katholiken an der katholischen
Weltbevölkerung ist dem Statistischen Jahrbuch 2004 zufolge von 35 Prozent im
Jahr 1978 auf 25,4 Prozent im Jahr 2004 gefallen. Nahezu die Hälfte aller
Katholiken lebt auf dem amerikanischen Kontinent. Die Katholiken Asiens stellen
10,3 Prozent, die Katholiken Ozeaniens 0,8 Prozent aller Katholiken weltweit.
23.5.06
Quelle: http://www.zenit.org/german/visualizza.phtml?sid=89600